KopfhörerInnen: driveby – aSymmetry

driveby: aSymmetry
(VÖ: 15.07.2013 / eigen)

Foto (c) : driveby

Foto (c) : driveby

Finally it’s here: Our new double album „aSymmetry“. It took quite a while but we are proud to present you a really extraordinary final result.
Mit diesen Worten präsentierte die Tiroler Band driveby Mitte Juli ihr auf gleich zwei CDs gepresstes Werk. Zwei Stunden und dreizehn Minuten instrumentaler Post-, Progressive- Rock wurden in 22 Titel verpackt: die erste CD besteht aus Eigenkompositionen, auf der zweiten Platte finden sich Neuinterpretationen, Remixe befreundeter Künstler und viele Experimente mit Jazz, elektronischer Musik und Gesang. Dabei haben sie nicht nur die Albumkapazität, sondern auch jegliche Vorstellung von minimaler und maximaler Titellänge ausgenutzt, denn von 50 Sekunden bis zu fast dreizehn Minuten ist alles dabei.
Und auch optisch machen die Tiroler einiges her: Das minimalistisch gehaltene Digipack lädt zum Anhören ein. Gesagt, getan, doch schon nach den ersten paar Songs wird gleich wieder abgedreht.

Wieso? Diese Art von Musik eignet sich definitiv nicht als angenehme Hintergrundbeschallung zum Lernen! In jedem einzelnen Lied der Doppelplatte gibt es mindestens eine Stelle bei der man hochschreckt und aus seinen Gedanken gerissen wird. Ganz im Stile von Oceansize, die merklich hörbar einen großen Einfluss auf das Songwriting und den Sound der Band haben, verlangen die Songs dem Hörer die volle Aufmerksamkeit ab. Bis auf einige wenige Passagen fehlt der Gesang vollkommen, was zusätzliche Konzentration auf den Rest erfordert. Dass die Musiker ihr Handwerk können und die nötige Kreativität an den Tag legen, merkt man beim Hören sofort. Bloß die Produktion wirkt etwas steril und bei so viel Wissen über Sound, Rhythmus und Instrumente wünscht man sich, dass die durchaus vorhandene Basis an Emotionen und Dramatik lebendiger gemacht wird.

Auch der Grundgedanke der Platte ist durchaus interessant: es geht um Chaos, Ordnung, Symmetrie und Asymmetrie, um ein Konzept aus Emotionen und Stimmungen und andererseits wieder doch nicht um ein konzeptioniertes Album, da keine einheitliche „storyline“ verfolgt wird. Vor allem aber fällt einem beim Hören folgendes Adjektiv ein: Ambivalent. Manchmal klingt es nach musikalischer Mathematik und bis auf den allerkleinsten Ton durchgeplant und konstruiert, dann wiederum melodisch, rhythmisch und einfach zum lostanzen.

Dass es sich bei „aSymmetry“ um ein gelungenes Album handelt, steht außer Frage. Musique en masse – allerdings keine Musik für die breite Masse. Genrekenner sollten definitiv ein Ohr riskieren und mit den Worten von driveby „Finally it’s here: Our new KopfhörerInnen. It took quite a while but we are proud to present you a really extraordinary final result“ verabschieden wir uns.

Lisa Radda ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: lisa.radda[at]mokant.at

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