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Thomas Maurer: „Meine Frau bekommt alles, weil sie so lieb ist“

Thomas Maurer glaubt, „dass Emanzipation einer Partnerschaft im Weg steht“

 

Durch die ATV-Doku-Sendung „Das Geschäft mit der Liebe“ ist das Ehepaar Ilona und Thomas Maurer bekannt geworden. Die Sendung begleitet die Maurers bei der Arbeit und macht ihre Kunden zu den Protagonisten. Ilona und Thomas Maurer betreiben die Agentur „East Diamond Beauties“, mit deren Hilfe österreichische Männer Frauen aus dem Osten kennenlernen können. Umstritten und erfolgreich zugleich sind Partnervermittlungsagenturen dieser Art. Welches Frauen- und Männerbild dahinter steckt und was das Erfolgsrezept ist, verrät das Ehehpaar im Interview.

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mokant.at: Frau Maurer, wie würden Sie Ihren Job charakterisieren?
Ilona Maurer: Wir haben eine Agentur, die Kennenlern-Castings organisiert, bei denen unseren Kunden mehrere Frauen vorgestellt werden, aus denen sie eine Frau zum Glücklichsein auswählen können.

mokant.at: Sie sind einer breiten Masse aus der ATV-Sendung „Das Geschäft mit der Liebe“ bekannt. Wie ist es dazu gekommen?
Ilona Maurer: Das erzählt besser mein Mann. Durch seine Kontakte sind wir dazugekommen. Es hat mit dem Übersetzen auf Reisen begonnen. Das ist so gut gelaufen, dass wir auf die Idee gekommen sind, eine Agentur aufzumachen.
Thomas Maurer: 2009 haben wir darüber gesprochen, im Rahmen der ATV-Serie das zu machen, was ich früher mit Models gemacht habe, nämlich Castings. Aber mit dem Unterschied, dass es sich um Kennenlern-Castings handelt und dass einem Mann nicht eine Frau vorgestellt wird, sondern vier Frauen gleichzeitig. Dadurch hat er nicht nur eine größere Auswahl, sondern es entsteht auch ein Konkurrenzverhältnis unter den Damen, was sehr belebend wirkt.

 

 

 

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mokant.at: Wieso belebend?
Thomas Maurer: Die Ukraine ist eines der ärmsten Länder der Welt. Für Touristen gelten aber immer andere Preise, das Visum kostet Geld, die guten Hotels sind hochpreisig und so ist ein Mann in einer Woche mehrere tausend Euro los. Und wenn sich der Mann nur mit einer Frau treffen würde und das würde nicht passen, weil sie andere Vorstellungen voneinander haben, dann wäre das schade. Der Aufwand stehe in keiner Relation zu dem Ergebnis.

mokant.at: Was ist der Anreiz für osteuropäische Frauen, bei den Castings mitzumachen?
Thomas Maurer: Deutschsprachige Männer haben den Ruf, dass sie sehr familienfreundlich sind, Punkt eins. Punkt zwei: Die Männer in den Herkunftsländern sind arm, arbeitslos und oft dem Alkohol verfallen. Es gibt ganz wenige Superreiche, Oligarchen, die haben an jedem Finger hundert Frauen und dann gibt's ein paar Normale, das ist aber wie ein Lotto-Sechser. Das heißt, die Perspektive für die Frauen ist schlecht: „Nehme ich einen arbeitslosen Säufer oder nehme ich einen Oligarchen, wo ich die Nummer 350 bin?“

 

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mokant.at: Ist die Haltung gegenüber osteuropäischen Frauen eine andere?
Thomas Maurer: Das ist wie in der ATV-Sendung: Viele Männer halten sich in Wien zurück und sagen nicht das, was sie sich denken, weil der Mainstream zur Emanzipation und zum Feminismus hingeht. Drüben denken sie sich dann: „Das ist ja eh nur eine Ostblockfrau“ ... Das ist natürlich eine schlechte Basis für eine Beziehung.

mokant.at: Was ist das Besondere an osteuropäischen Frauen?
Thomas Maurer: In der ersten Staffel der ATV-Serie hat eine Dame namens Olga es so zusammengefasst: Österreichischen Frauen versuchen sich fast männlich durchzusetzen, wenn es um Beziehungen geht. In Russland jedoch sagt man: „Eine schwache Frau ist eine starke Frau“. Das bedeutet, dass, wenn sie durch ihre weibliche Schwäche den Mann bezirzt, wird sie stark, weil er für sie alles machen würde.

mokant.at: Sind österreichischen Frauen uninteressant geworden durch die Emanzipation?
Thomas Maurer: Ich glaube, dass Männer und Frauen in Österreich nicht glücklich sind, weil einiges falsch läuft. Ich glaube sehr wohl, dass die Emanzipation – bis zum Feminismus vorangetrieben – einer Partnerschaft im Weg steht. Früher hat man Emanzipation mit Vermännlichung übersetzt. Wenn ein Mann bei seiner Frau männliche Züge wahrnimmt, wird er durch machoides Verhalten versuchen, dagegen zu arbeiten. Das alles sind Dinge, die falsch laufen.

 

 

 

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mokant.at: Wie leben Sie Ihre Beziehung?
Thomas Maurer: Wenn Sie sich meine Frau anschauen, da gibt's kein hartes Wort, kein Schreien, aber sie bekommt auch alles, weil sie so lieb ist und weil man ihr einfach alles geben will. Wenn sie ihre Weiblichkeit richtig einsetzt, ist sie die wahre Chefin daheim. Ein Mann, der wirklich liebt, tut alles für seine Frau. Er soll den Chef spielen dürfen, aber sie ist die Chefin.

mokant.at: Ilona, Sie sind in der ATV-Sendung eher im Vordergrund. Warum ist das so?
Ilona Maurer: Das ist meine Firma, die ich hier repräsentiere. Und wenn wir in den Osten reisen – da kenne ich mich einfach aus. Ich fühle mich jedoch sicher, wenn Thomas dabei ist. Viele Kontakte stellt Thomas her, er gibt mir Ratschläge. Er kann gut Leute und Situationen einschätzen.
Thomas Maurer: Ich bin das Mastermind, sie ist die Marke! Ich fühle mich sehr wohl im Hintergrund. Außerdem wird Ilona sehr geschätzt von den Medien. Sie kommt sehr gut an, denn was sie sagt, ist natürlich.

 

 

 

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