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Fußball ist so langweilig wie ein Kommentar von Michaela Wein
Am Anfang die positiven Aspekte der Weltmeisterschaft, die lassen sich
in einem Satz abhandeln: Die Unterhaltungsindustrie freut sich wie ein
Schaukelpferd auf Zucker, Bierproduzenten verdienen sich eine goldene
Blase und Leuten zuzuhören, die sich über die Vuvuzela mokieren, macht
sogar richtig Laune. Das wars, der Rest ist zum Vergessen.
Zum Gegenkommentar von Michaela Wein
Meinem Gehirn fehlt offensichtlich der Wurmfortsatz, der aufspringt und
sich wie ein Schnüffelkind das Schweißshirt über den Kopf zieht, wenn
ein Tor gefallen ist. Ich bin scheinbar zu dumm um zu verstehen, was
ich mit der Leistung dieser käuflichen Testosteronpakete auf zwei
Beinen mehr zu tun habe als Michaela Wein mit guten Argumenten.
Überhaupt verabscheue ich es, mich Sport als passiver Konsument zu
nähern. Entweder selbst mitmachen oder ganz darauf verzichten. Das gilt
für Fußball genauso wie für Formel1, Curling und ganz besonders
Skifahren. Ich bin Nestbeschmutzer und ich steh dazu.
Und nein, sich laut brüllend vor dem Fernseher zu wälzen oder in einer
Public-Viewing-Crowd ums Überleben zu Kämpfen hat nichts mit Aktivität
zu tun. Auch nicht Mitfiebern bis zum Aneurysma. Liebe Leute, habt ihr
kein Leben? Müsst ihr eure verkappten Hoffnungen, Wünsche und Emotionen
auf diese paar auswechselbaren bunten Pixel auf einem grünen Screen
projizieren? Müsst ihr bei Fußballspielen zu Sonntagsnapoleons
mutieren, denen Taktik mit dem goldenen Löffel in den Hintern geschoben
wurde? Wie sich sonst einigermaßen reflektierte Menschen wie @martinblumenau oder @schaffertom dem Fußball derart hingeben können, ist und bleibt mir sowieso ein Rätsel.
Es ist ein Armutszeugnis für die Menschheit, dass die einzige Sache,
die uns zumindest wenige Mikrometer mehr zusammen bringt, das runde
Leder ist. Wenn ihr schon einen kleinsten gemeinsamen Nenner sucht, zu
dem ihr euch auch noch mit acht Bier hinter den Binden unterhalten
könnt, dann versucht es doch bitte mit Aktienkursen. Die sind auch
bunt, spannend, bewegen sich dauernd und basieren auf den urtümlichsten
aller Trieben. Und wenn ihr wirklich Adrenalin oder Spannung braucht,
dann oder schreibt mir eine Antwort unter dieses Kommentar, damit ich
euch verbal zurechtstutzen kann.
Einige Leuten würden das Ölleck im mexikanischen Golf gerne mit dem Linzerauge stopfen. Ich sage: stopfen wir es mit der WM!
Zu welchem Thema sollen sich Wein und Lukesch den nächsten Schlagabtausch liefern? Hier geht's zur Abstimmung!
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Österreichischer Medienverband
Artikel von
Oliver Lukesch | oliver.lukesch[at]subtext.at





















































