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Ich gebs ja zu: ich bin sonnensüchtig
Die letzten Tage waren für den Hugo. Ich war produktiv wie ein Stück
Brot, grantig wie ein Wiener Oberkellner und depressiv wie Junkie auf
Entzug. Und alles nur wegen der Sonne, dieser gelben Sau.
Zum Gegenkommentar von Michaela Wein
Ich bin kein Blumenkind. Sandalen sind mir lästig, Trommelworkshops
machen mich aggressiv, im Gras liegen ist was für Leute ohne Notizbuch
und Todo-Liste. Ich bin auch kein Beachboy, für Muskelshirts fehlt mir
die Substanz. Im Generellen verwehre ich mich jedwedem Stereotyp im
Zusammenhang mit Sonnenanbetern. Schwarz war mir lange Zeit wie eine
zweite Haut und ist nach wie vor eine gern gesehene Farbe auf meinem
Körper. Aber dennoch, es muss raus: ich bin süchtig nach Sonnentagen!
Irgendwo in der näheren Verwandtschaft muss sich eine Pflanze in meinen
Genpool geschlichen haben. Vermutlich meine Großmutter, die alte
Giftspritze. Anders kann ich mir meine Abhängigkeit von dieser
grinsenden Gaskugel nicht erklären. Nicht dass ich sie brauche, um mir
gute Laune ins Gemüt zaubern zu lassen. Gute Laune hab ich nach einem
spritzigen Buch, vier Bier oder einem derben Witz über die katholische
Kirche. So profan ist mein Verhältnis zur Sonne nicht, nein, sie ist
für mich mehr.
Sonnenschein ist mein Stachel im Hintern, mein AC/DC Konzert unter der
Haut, mein Schuss Adrenalin mitten ins Herz. Wofür ich mich bei
Wolkenhimmel mittels eines verantwortungslos hohen Konsums von
Energy-Drinks und anderen Stimulantia stundenlang abfrette, erledige
ich bei Sonnenschein im Handumdrehen. Selbst inhaltliche Nichtigkeiten
wie dieser Text fließen mir an Sonnentagen aus den Fingern wie Bier
beim Oktoberfest oder Öl in den mexikanischen Golf. Als ob mir mein
Körper sagen möchte: wenn du schon ein Rädchen im System sein willst,
dann lass dich dafür wenigstens mit Serotonin und was an Glückshormonen
sonst noch keucht und fleucht entlohnen. Ohne kannst du mich vergessen.
Nicht dass ich etwas gegen ein deftiges Gewitter einzuwenden hätte. Was
gibt's geileres als einen ordentlicher Regenspaziergang wenn es donnert
wie bei Ottfried Fischer am Klo. Aber dieser konstant graue Himmel der
letzten Wochen? Lieber mit Schweißsocken in der Nase Straßenbahnfahren!
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Gegenkommentar von Michaela Wein
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Artikel von
Oliver Lukesch | oliver.lukesch[at]subtext.at





















































