A Screaming Symphony: How to be an A.S.S.

Marc, Mark, Dommi und Andy im Speed-Dating-Interview mit mokant.at

Titel: (c) Jolly Schwarz

Foto: (c) Jolly Schwarz

Alle Frauen wollen sie und jeder Mann möchte so sein wie sie. Wenn die vier Jungs von A Screaming Symphony (A.S.S.) im Einheitslook mit einstudierten Choreo-Steps über die Bühne hüpfen, kann sich die Menge, bei der der Altersdurchschnitt bei gefühlten 15 Jahren liegt, nicht mehr halten. Ihre Musik, die sich als Mischung aus Green Day und Justin Bieber charakterisieren lässt, kommt nicht nur bei jeder High-School-Party à la O.C. gut an, sondern findet auch in Österreich Anklang. Wir haben Marc, Mark, Dommi und Andy im Speed-Dating-Interview getroffen und stellen sie euch der Reihe nach vor.

Marc mag lange Spaziergänge in der Stadt und ist einer der Gründerväter von A Screaming Symphony. Er legt Wert auf Zusammenhalt: Alle sollen gleich auf den ersten Blick sehen, dass er einer von der Band ist. Marc bestritt, dass die farbliche Abstimmung der Instrumente mit dem Logo beabsichtigt war. Trotzdem finden wir, dass es eine schöne Idee ist. Jeder hat somit seine A.S.S.-Farbe. Marc trägt zufällig seine Lieblingsfarbe Grün, was in der westeuropäischen Farbenlehre für Harmonie und auch Stabilität steht.

mokant.at: Ihr kommt ein bisschen rüber wie eine Punk-Boyband. Ist das das Image, das ihr verkörpern wollt?
Marc: Nein, eigentlich nicht. Wir haben ehrlich gesagt nicht darüber nachgedacht. Wir machen eigentlich nur das, was uns Spaß macht. Wir werden wahrscheinlich als Boyband bezeichnet, weil wir dasselbe Outfit haben. Und als Punk Band, weil wir unter anderem auch Punk spielen. Es hat sich so ergeben, ich hab auch nichts gegen diesen Begriff.

mokant.at: Warum tragt ihr überhaupt alle dasselbe?
Marc: Stell dir vor, du bist mit der Band fort: Dann wirst du sofort erkannt, weil man vielleicht das Logo sieht und man gleich aussieht. Das heißt, jemand sieht dich und der denkt sich, ha die gehören zusammen.

mokant.at: Ab wann fühlt man sich in Österreich als Band richtig groß?
Marc: Wenn dich jeder auf der Straße erkennt und dich viele Leute ansprechen. Es geht jetzt nicht darum, dass du auf der Bühne stehst und alle deine Musik hören, sondern eher darum, dass du abseits von der Musikwelt bekannt bist. Dann glaub ich, hat man einen Status. Mein Ziel ist es, dass ich irgendwann davon leben kann und wirklich nur mehr Musik machen kann.

mokant.at: Wo muss man auf jeden Fall gespielt haben, damit man’s geschafft hat? Beziehungsweise wo würdest du gerne spielen?
Marc: Auf allen Festivals! Donauinselfest auf jeden Fall und dann eben Novarock, Frequency etc.

Mark ist nicht nur der zweite Gründungsvater der Band, sondern auch noch Tierliebhaber. Er selbst sagt, dass er sich von Marc mit C durch seine besseren musikalischen Fähigkeiten unterscheidet. Kommerz ist für ihn ein Unwort, nichtsdestotrotz war es eine Ehre im U4 in Wien zu spielen und selbstverständlich streben A.S.S. nach mehr Shows und größeren Gigs. Marks A.S.S.-Farbe Weiß steht für Jungfräulichkeit und Unschuld.

mokant.at: Auf enemy.at wird eure letzte Platte 2010 als „Easy Listening“ und „Könnte problemlos im öffentlichen Radio gespielt werden“ beschrieben. Ist das bei eurer neuen Platte auch so?
Mark: Die erste würde ich gar nicht so beschreiben, sondern viel eher die, die jetzt rauskommt (The A.S.S. Files, released am 7.6.2013; Anmerkung der Redaktion) Da gibt es zwei Songs, die so gemischt wurden, dass sie radiotauglich wären. Außerdem erkennt man auf der Platte jetzt eine musikalische Weiterentwicklung. Aber das ist klar, weil jedes Mal, wenn wir Songs schreiben, vergehen einige Monate oder halt auch Jahre und dann ist es nicht nur eine musikalische, sondern auch eine persönliche Evolution. Trotzdem finde ich, dass es ein großes Kompliment von enemy.at ist, dass sie das gesagt haben. Allerdings war es wirklich nicht beabsichtigt. Wir wollten einfach nur das machen, was uns Spaß macht. Dabei haben wir nicht wirklich drauf geachtet, was andere denken.

mokant.at: Was liebst du an Musik? Was erfüllt dich da?
Mark: Es ist ein Lebensgefühl, etwas, das ich gerne mache und auch nur mit etwas Positivem verbinde. Musik ist auch etwas, das mit Erinnerungen verbunden ist. Ich selber sage immer, dass Musik wie der Soundtrack deines Lebens ist. Wenn du bestimmte Musik hörst, dann erinnert dich das zum Beispiel an die Zeit in der du Vierzehn warst und gerade mit Prüfungen gekämpft hast oder so.

mokant.at: Bist du musikalisch aufgewachsen?
Mark: Eigentlich schon. Mein Vater hat sehr gerne Musik gehört und früher in einer Band Schlagzeug gespielt. Und ich habe früher immer lautstark Backstreet Boys gehört und alles nachgetanzt und mitgesungen. Die Choreographien kann ich heute aber nicht mehr (Wir hatten das Gefühl, dass das nicht der Wahrheit entspricht; Anmerkung der Redaktion).

Über Dommi gibt es eigentlich nichts Interessantes zu berichten, da er nicht gerne über sich selbst redet und sich als „nicht lustig, klein und unbegabt am Schlagzeug“ outet. Allerdings bezeichnet er sich auch gerne als heimlichen Chef der Band. Seiner Meinung nach steht das Schlagzeug auf der Bühne immer ganz hinten, damit er machen kann, was er will, ohne dass ihn jemand sieht. Seine A.S.S.-Farbe ist Lila, was in der Farbenlehre für Einsamkeit und Unbefriedigtheit sowie für Kreativität steht. Was dabei auf Dommi zutrifft, wollten wir aus Intimitätsgründen beim Interview nicht erfragen und lassen das daher offen zur freien Interpretation.

mokant.at: Auf supportedby.at steht, dass es bei euch nicht nur um Musik, sondern auch um Freundschaft, Ehrlichkeit und Inspiration geht. Wenn man sich die Abkürzung eures Namens, A.S.S., ansieht, könnte man auch Anderes vermuten.
Dommi: Ich war nicht dabei, als der Name entstanden ist, ich bin erst vor fünf Jahren dazugekommen. Ich hab eigentlich keine Ahnung, aber ich glaube, die Abkürzung ist zufällig entstanden. Es war nicht so, dass sie sich gedacht haben, sie wollen A.S.S. heißen. Bei uns steht der Spaß im Vordergrund.

mokant.at: Du hast eine ziemliche Ähnlichkeit mit Travis Barker, dem Schlagzeuger von Blink182. Ist das Absicht?
Dommi: Ich hör das öfter, finde aber nicht, dass ich ihm so ähnlich schaue. Aussehtechnisch finde ich ihn eigentlich gar nicht hübsch. (Hubs; Anmerkung der Redakteurin) Aber ich hab mir beim Schlagzeugspielen viel von ihm abgeschaut. Musiktechnisch war er immer mein Vorbild.

Der zeitlose Andy ist sozusagen das Küken der Gruppe. Erst seit März 2012 zählt er als vollwertiges A.S.S.-Mitglied. Davor hat er in einer anderen Band gespielt, die aber „denselben Kern, sprich so Pop-Punk-Rock-Elemente“ hatte. Er trinkt gerne Long Island Ice Tea und mag es, wenn alles passt. Seine A.S.S.-Farbe wechselt je nach Location zwischen Weiß und Braun. Vielleicht schenken ihm die Kollegen zum zweijährigen A.S.S.-Jubiläum aber eine blaue Gitarre, damit er auch eine Farbe aus dem Logo vertreten darf.

mokant.at: Hast du das Gefühl, dass du das vierte Rad am A.S.S.-Dreirad bist oder die Band doch eher zu einem Tretauto erhoben hast?
Andy: (lacht) Also ich würde schon sagen, dass ich die Band super ergänze. Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, wo wir mit gutem Gewissen sagen können, dass die Formation, so wie sie jetzt ist, sowohl musikalisch als auch freundschaftlich passt. Und ich kannte die Typen ja schon von früher, wir haben uns bei mehreren Gigs getroffen und eigentlich immer Spaß zusammen gehabt .

mokant.at: Welche Superkraft hättest du gerne?
Andy: Superkraft? Hmm … Wenn viel Kohle haben eine Superkraft wäre, dann würde ich die gerne haben. Aber ich glaube, das geht nicht, also dann würde ich gerne fliegen können, weil dann ist man immer ur schnell irgendwo, wo man sein will. Wobei – nein warte, ich nehm beamen!

mokant.at: Wo würdest du dich dann hinbeamen?
Andy: Jetzt würde ich beim Interview bleiben. Danach würde ich mich gerne auf die Karibik auf einen Cocktail beamen, vor dem Auftritt. Natürlich antialkoholisch, weil betrunken spielen wir nicht. Und vielleicht noch eine Runde mit Haien schwimmen.

Interview von Lisa Radda und Annabella Kittel

Lisa Radda ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: lisa.radda[at]mokant.at

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