Grundeinkommen: Verdienen ohne zu arbeiten?

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Politiker, Bürgerinitiativen und Unternehmer diskutieren immer öfter über die Idee des Grundeinkommens. Gegner sagen: unfinanzierbar. Aber stimmt das?

Es klingt wie eine naive Vorstellung. Der Staat soll Erwachsenen und Kindern monatlich einen gewissen Betrag zur Verfügung stellen. Dieser soll grundsätzliche Lebenskosten decken: eine beheizte Wohnung, Warmwasser, Nahrungsmittel, Kleidung und alltägliche Gegenstände. Es wäre Einkommen, das an keine Bedingungen geknüpft ist. Menschen müssten dafür nicht arbeiten, so zumindest der Grundgedanke.

Eine Idee mit Zukunft?

Diese Frage stellt sich aktuell das finnische Gesundheits- und Sozialministerium. Es hat ein Experiment gestartet, in dem eine Testgruppe von Arbeitslosen für zwei Jahre ein fixes Einkommen erhält, auch wenn Teilnehmende wieder Arbeit finden sollten. Im November des letzten Jahres sagte der Tesla-Chef Elon Musk in einem Interview mit CNBC, er halte die Einführung eines Grundeinkommens für möglich, da mehr und mehr Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt würden. Bereits im Juni 2016 stimmten die Schweizer über die Einführung eines Grundeinkommens ab. Trotz des negativen Ausgangs war die Volksabstimmung ein Impuls für weitere Diskussionen.

Es kursieren verschiedene Vorstellungen über die konkrete Umsetzung eines Grundeinkommens. Ein Hauptkritikpunkt bleibt aber immer gleich: Ein Einkommen, ohne dafür arbeiten zu müssen? Wer soll das bezahlen?

Florian Wakolbinger und seine Kollegen von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung haben mit einer Simulation, dem sogenannten Austrian Tax Transfer Model (kurz: ATTM, Anm.), berechnet, wie sich das Grundeinkommens-Modell der Schweizer Initiative auf die Einkünfte von Haushalten in Österreich auswirken würde. Das ATTM basiert auf repräsentativen Daten und simuliert Reformen im Steuer- und Sozialsystem.

Das Schweizer Modell

Die Urheber der Initiative in der Schweiz sehen ein monatliches Grundeinkommen in der Höhe von 2500 Schweizer Franken für Erwachsene und 625 Schweizer Franken für Kinder vor. Das bedeutet nicht, dass dieser Betrag auf das monatliche Einkommen „draufgelegt“ werden würde. Er stellt ein Minimum dar. Wer weniger verdient, würde die Differenz auf 2500 Schweizer Franken als Grundeinkommen erhalten. Es sei daher, wie Wakolbinger sagt, eher ein Mindesteinkommen und kein Bedingungsloses Grundeinkommen.

Für Österreich legten er und seine Kollegen die Höhe des Grundeinkommens auf 1362 Euro für Erwachsene und 340 Euro für Kinder fest. Dieser Betrag berücksichtige die Unterschiede in der Kaufkraft und dem Mittleren Einkommen zwischen Österreich und der Schweiz.

   Woher das Geld kommt und das große Aber

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