Bienensterben: Was kann man dagegen tun? (2)

Seit einigen Jahren werden Landwirtschaft, Politik und Presse vermehrt auf das Thema Bienensterben aufmerksam. Zuflucht könnten die kleinen Bestäuber an einem bisher als unüblich betrachteten Ort finden – Teil 2.

Das Interesse ist nicht nur auf dem Land gestiegen. Auch in den Städten hat die Imkerei stark zugelegt. Der Vorteil: In der Stadt stellen Insektizide und Pestizide keine Bedrohung dar, da diese vorwiegend auf großen Ackerflächen in ländlichen Gebieten ausgebracht werden. Umweltgifte wie Autoabgase dringen nicht in den Blütennektar ein und können auch den Bienen selbst nichts anhaben. Ihr Körper kann diese einfach filtern. Auch das Angebot in der Stadt sei nicht zu verkennen, meint Dr. Gmeiner, denn Lindenalleen, Kastanienbäume und Stadtparks würden eine gute Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten bieten. Gehalten werden die Bienenvölker von den Stadtimkern vor allem auf Hausdächern, in Garagen oder anderen Orten, an denen die Insekten ihre Ruhe haben.

Was kann man tun, um Bienen und Co. zu unterstützen?
Um Imker werden zu können, braucht es eine intensive Schulung in Theorie und Praxis, die in ihrem Gesamtumfang bis zu zwei Jahre und länger dauern kann. Imker-Grundkurse werden unter anderem vom Landesverband für Bienenzucht Wien in Kooperation mit der Wiener Imkerschule oder der Niederösterreichischen Imkerschule an der Landeswirtschaftlichen Fachschule Warth angeboten.

Aber auch als „Nicht-Imker“ kann man seinen Beitrag leisten, um Bienen, Schmetterlinge, Falter und Co. zu unterstützen. Als Konsument ist es wichtig darauf zu achten, woher Bienenprodukte wie Honig, Wachs oder Propolis stammen. Bei ausländischem Billig-Honig sei nicht klar, womit dieser behandelt wurde. „Echter Honig kandiert mit der Zeit. Jener aus Supermärkten wird übersetzt, also gefiltert und anschließend stark erhitzt, damit dieser Prozess gestoppt wird. Der Nachteil dabei ist, dass dadurch alle im Honig steckenden Enzyme zerstört werden. Der Honig sollte also am besten direkt vom Imker erworben werden – nur dann handelt es sich um ein naturbelassenes Produkt. Ist das nicht möglich, dann wenigstens ein Honig aus regionaler Produktion“, so Dr. Gmeiner.

Auch beim Kauf von Spritz- oder Düngemitteln sollte darauf geachtet werden, welchen Schaden diese bei den Insekten anrichten können. Die meisten Produkte sind dementsprechend gekennzeichnet. Personen mit Gärten sollten darauf achten, dass sie zumindest einen kleinen Teil mit natürlicher Bepflanzung übrig lassen. Das bedeutet, im Garten nicht nur blanken Rasen oder blütenlose Büsche zu pflanzen, sondern auch heimische Wildblumen oder Kräuter. Wem kein Garten zur Verfügung steht, kann auch durch Topfpflanzen auf dem Balkon oder dem Fenstersims das Nahrungsangebot der Insekten erweitern. Massiv gefordert sei selbstverständlich und allen voran die Politik, denn es würden stetig neue Pestizide auf der Zulassungsliste stehen.

Jeder kann etwas für den Schutz von pflanzenbestäubenden Insekten tun.  „Interessenten an der Bienenzucht sollen sich an die örtlichen Imkervereine wenden, die es in jedem österreichischen Bundesland gibt. Diese bieten dementsprechende Kurse an“, so Dr. Gmeiner. Der Präsident des Vorarlberger Imkerverbandes betont, dass sich nicht genug Leute für die Imkerei interessieren können, weil dadurch ein Verständnis für Bienen und die Natur geschaffen wird. Auch wenn man selbst keine Bienen züchten wolle. „Das Sprichwort ‚Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen‘ ist nicht um sonst altbekannt!“  Das Überleben der Bienen zu sichern sollte nicht nur im Interesse der Nahrungserzeugung für uns Menschen liegen – es geht auch um den Erhalt der  Natur.

Über Bedrohungen im natürlichen Lebensraum

Artikel von Amina Maria Aidi

 

Titelbild: (c) Lorenz P. Bichler / Instagram: @sundownshots


Seite 1 / Seite 2


Passend dazu…

 

Blase_rot-150x150

Hat dir dieser Artikel gefallen? Jetzt kannst du Supporter werden und damit unabhängigen Journalismus fördern! Wenn du über unsere neuen Artikel informiert werden willst, kannst du dich hier zu unserer Dienstagspost anmelden.

Die mokant.at Akademie für Nachwuchsjournalismus ist ein Projekt, das sich an Nachwuchsjournalistinnen und Journalisten richtet, um ihnen eine fundierte, praxisnahe und leistbare Ausbildung zu ermöglichen.

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.