Kim Dotcom: Der letzte Internetpirat vor Gericht

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Kim Dotcom – Verbrecher oder Freiheitskämpfer? Der selbsternannte Internet-Freedom-Fighter, Profi-Gamer, Musiker und Gründer der bisher größten illegalen Filehosting-Plattform Megaupload steht mit einem Fuß im Gefängnis.

Update, 30.08.2016: Verhandlung im YouTube-Stream
Wie Kim Dotcom auf Twitter bekannt gab, war sein Antrag erfolgreich. Ab Mittwoch, dem 31. August, wird die Gerichtsverhandlung mit einer Verzögerung von zwanzig Minuten auf YouTube übertragen. Das Gericht will so sicherstellen, dass kein eingeschränktes Beweismaterial öffentlich gemacht wird. Außerdem soll der Stream unmittelbar nach dem Prozess vom Netz genommen werden.

Hier geht es zum Stream vom vierten Tag der Verhandlungen.

Seit heute muss sich Kim Schmitz alias Dotcom wieder vor dem Gericht in seiner Wahlheimat Neuseeland gegen die Auslieferung an die USA verteidigen. Der Grund: Ihm wird Urheberrechtsverletzung, Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.

Zur Geschichte: 2005 gründete Kim Schmitz die Filehosting-Plattform Megaupload. Schnell wurde sie zur bekanntesten Webseite für Serien und Filme im Netz  – bis die US-Behörden der Seite 2012 einen Riegel vorschoben. Der geschätzte Schaden durch Megaupload: Eine halbe Milliarden US-Dollar. Kim Dotcom ließ sich davon aber nicht aufhalten und schuf einfach einen neuen Filehosting-Dienst namens Mega.

In seinem Song „Mister President“ kritisert Kim Dotcom die Netzpolitik von US-Präsident Barack Obama und die herrschenden Machtverhältnisse in den USA.

The war for the internet has begun
Hollywood is in control of politics
The Government is killing innovation
Don’t let them get away with that

Kim bezeichnet sich selbst als „Internet-Freedom-Fighter“, der gegen Urheberrechtsgesetze kämpft, die nur eine etablierte Elite bereichern würden. Laut US-Behörden hat Megaupload über 175 Dollar illegal erwirtschaftet.

In erster Instanz entschied ein Richter für die Auslieferung von Kim Dotcom an die US-Behörden. Kim hat berufen und will in den nächsten sechs Wochen dafür kämpfen, dass der US-Antrag ins Leere läuft. Pikantes Detail: Kim fordert die gesamte Verhandlung live zu streamen. So soll die ganze Welt seinen Fall mitverfolgen können.

Die Medien vor Ort haben prinzipiell ihr Einverständnis für einen Live-Stream gegeben. Das Gericht hat allerdings noch keine Entscheidung diesbezüglich getroffen. mokant.at hält euch auf dem Laufenden.

Artikel von Elisa Leclerc und Michel Mehle

Titelbild: (c) mokant.at


 

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