Angst: Albtraum-Stories der Redaktion (2/2)

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Schlecht geträumt? Wir auch. Eine kuriose Sammlung von Angst- und Albträumen der mokant-Redaktion.

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Fallen, fallen, fallen (Tim*)
Der einzige Alptraum, den ich wiederholt erlebe, ist das klassische scheinbar endlose Fallen. Meistens stürze ich irgendwo hinunter (meistens, nachdem ich von irgendwas weggerannt bin), dann verwandeln sich die vorerst konkreten Farben und Formen um mich herum zu Schlieren.

Ich falle in eine bodenlose Leere. Manchmal (aber nicht immer) überträgt sich die Fallbewegung des Traums ins Schlafzimmer – ich schlafe meistens auf dem Bauch sehr nahe am Bettrand, und kippe dann zum Boden hin, fange mich aber üblicherweise, bevor es sich mit dem Schwerpunkt nicht mehr ausgeht. Gleichzeitig atme ich einmal sehr schnell und tief ein. Denn nachher habe ich ein komisches Gefühl in der Brust, so als hätte ich eine ewig lange Zeit ausgeatmet, aber vergessen einzuatmen.

Suizid als Aufwachmechanismus (Katharina E. #2)
Ich träume viel und oft. Und ich spreche gerne darüber, weil ich glaube, dass sehr viel Bedeutung in unseren Träumen schlummert und man sogar von ihnen profitieren kann. Schon lange ist es mein erklärtes Ziel, das Unterbewusstsein so zu trainieren, dass ich mir nur am Abend einen Text durchlesen muss und ihn dann bis ihn die Früh ganz automatisch gelernt habe – oder auch im Schlaf Probleme gedanklich lösen kann und sich neue Gedankengänge auf diese Art ergeben. So ganz ist mir das noch nicht gelungen, aber der erste Schritt beim so genannten luziden Träumen ist es, ein kleines bisschen Bewusstsein im Unbewussten zurückzuerlangen. Immerhin das schaffe ich phasenweise und vor allem in Albträumen. Ich träume oft davon, im Kriegsgebiet (vielleicht sollte ich aufhören mir Dokus über Krisenzonen vor dem Schlafengehen anzusehen), in einer bewaffneten Untergrundorganisation beteiligt oder selbst Teil einer Armee zu sein. Aber wenn mir die erlebten Abenteuer irgendwann zu bunt werden und ich merke, dass es nicht gut für mich oder meine Partei ausgehen wird, bring ich mich einfach um. Das klingt vielleicht sehr brutal, aber ich weiß in dem Moment genau, was ich tue. Werde ich nämlich getötet, wache ich auf. Das heißt, ich realisiere in dem Moment im Traum, dass es gar keine Realität ist.

Alles, was ich tun muss, um der schlimmen Situation zu entgehen, ist auf ein offenes Feld zu laufen, wenn ich genau weiß, dass gleich die Flieger der Gegner kommen. Oder anstatt mich zu verstecken offen auf die Truppen zuzulaufen. Gleich darauf bin ich wach. Das mache ich aber meistens nur, wenn ich ziemlich sicher weiß, dass die Situation ausweglos ist oder gleich etwas Schlimmes passieren wird. Meistens bin ich jedoch sehr neugierig auf den Verlauf der Geschichte und schmuggle mich mit gefälschten Pässen doch noch über die Grenze oder laufe nochmal zurück, um im Lager meine Pläne weiterzudenken – hinter allem steckt schließlich eine Geschichte.

(c) Rebecca Steinbichler

(c) Rebecca Steinbichler

Zu spät (Christina)
Ich träume regelmäßig, dass ich zu spät komme. In die Arbeit, zu wichtigen Treffen, usw. Dabei wiederholt sich immer wieder die Szene, dass ich mit meinen Vorbereitungen wie Essen oder Umziehen nicht früh genug fertig werde, dadurch zu spät aus dem Haus komme und dann Bus/Bim/Ubahn verpasse. Und obwohl ich renne, komme ich nicht vom Fleck oder nur sehr sehr langsam. Ich versuche dann oft über mein Handy Bescheid zu geben, dass ich zu spät komme und kann aber das Handy nicht bedienen. Meine Hände sind zu groß und ich sehe nur verschwommen. Irgendwie schaffe ich es dann doch immer zu meinen Terminen und bevor ich noch die Konsequenzen meines Zuspätkommens erfahre, wache ich auf.

Back to school (Alexander*)
Ich habe eigentlich selten Albträume und wenn, kann ich mich nachher nicht mehr wirklich daran erinnern. Nur ein Traum – ich würde ihn nicht unbedingt Albtraum nennen – verfolgt mich jetzt schon seit geraumer Zeit: Ich träume, dass ich nochmal freiwillig in die AHS-Oberstufe gehe, obwohl ich bereits die Matura habe. Meine Träume sind leider nicht sehr sortiert, sondern durcheinander. Bei mir läuft das nicht wie in einem Film ab, sondern eher in Ausschnitten. Einer dieser häufigen Ausschnitte ist, dass ich Englisch-Aufgaben und -schularbeiten zu bewältigen habe (Englisch war immer mein Angstfach) – und ich mich dann immer damit „beruhige“, dass ich ja die Matura schon habe und freiwillig nochmal zur Schule gehe. Ich bin im Traum aber deutlich älter als meine Mitschüler und passe nicht wirklich zu ihnen.

Deuten kann ich diesen Traum nicht wirklich. Ich kann ihn mir nur damit erklären, dass ich die Schulzeit in Summe eigentlich als recht angenehmen Lebensabschnitt in Erinnerung habe, momentan – nach Abschluss meines Studiums – aber ohne festen Job ein wenig in der Luft hänge. Und eventuell damit, dass ich halt nach wie vor nicht wahnsinnig gut Englisch kann – wobei in den Träumen auch andere Fächer vorkommen.

Schni Schna Schnappi (Laura)
Auch heute habe ich manchmal noch Albträume, die meistens meine Zukunftsängste widerspiegeln. Aber vor allem als Kind hatte ich viele Träume, die mir in Erinnerung geblieben sind. Einer davon ist ein immer wiederkehrender Albtraum, in dem ich mit einer Freundin aus dem Kindergarten an einer der Plattenbausiedlungen meiner damaligen Wohngegend vorbeigehe. An einem der Häusereingänge sitzt ein großes Krokodil, vor dem ich mich im Traum sehr fürchte und schnell weggehe. Ich habe diese Episode sicher etwa 5 bis 6 mal geträumt und nur beim letzten Mal, dass ich diesen Traum hatte, beißt mir das Krokodil ins Bein und ich muss ins Krankenhaus. Ich führe diesen Traum auf meinen damaligen ersten Besuch im Zoo meiner Stadt und das riesige Krokodil namens Max zurück, das dort wohnte.

*Namen geändert

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Titelbild: (c) Rebecca Steinbichler


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Rebecca Steinbichler ist Redakteurin und stellvertretende Ressorleiterin (Gesellschaft) bei mokant.at. Kontakt: rebecca.steinbichler[at]mokant.at

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