SPÖ: Die Wähler sterben weg

(c) Markus Palzer-Khomenko

Die SPÖ verwaltet seit Jahren ihre Errungenschaften für eine wegsterbende Wählerschaft. Jetzt muss sie ihre Ziele neu definieren. Personalrochaden und
5-Jahres-bis-zur-nächsten-Wahl-Pläne sind Zeitverschwendung. 

Foto: Raimund Appel

Foto: Raimund Appel

Kritik gegen die Regierungsparteien zu äußern ist derzeit leicht. Da befindet man sich bei jeder Diskussion – ob öffentlich oder privat – auf der sicheren Seite. Erklärungen sind dabei nicht zwingend notwendig – wir wissen, dass die Regierungsparteien seit Jahren versagen. Wir wissen es, weil wir die Wahlergebnisse kennen. Wir wissen es, weil wir von immer wiederkehrenden Personalrochaden hören. Wir wissen es, weil wir ständig von unserer Unzufriedenheit mit den Regierungsparteien lesen.

Doch – was genau werfen wir ihnen eigentlich vor?

Ohne Zweifel wird sich Vieles bei den ehemaligen Großparteien ändern (müssen). Die Strukturen sind veraltet und entsprechen nicht mehr einer modernen Gesellschaft. Denn diese wandelt sich, alles wird flexibler, freier, offener, unsicherer. Der fixe Arbeitsplatz bis zur Pension ist bereits genauso Geschichte, wie die lebenslange Zugehörigkeit zu einer Partei. Der sogenannte Stammwähler ist nur noch das Relikt einer vergangenen 2-Parteien-Ära. Über kurz oder lang wird er in der breiten Gesellschaft der Vergangenheit angehören, ebenso wie das Parteibuch oder das Proporzsystem.

Das muss nicht unbedingt schlecht sein. In vielen Gesellschaftsbereichen hat das Parteibuch ohnehin nichts verloren und ist schon viel zu lange viel zu entscheidend gewesen. So etwa bei der Besetzung von Schuldirektoren, wo es manchmal heute noch wichtiger ist, als die Qualifikation.

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Sofia Khomenko ist Chefredakteurin von mokant.at

1 Comment

  1. alina

    9. Mai 2016 at 15:41

    jetzt ist faymann ja zurückgetreten. mal sehen obs was bringt., bin gespannt wer spö chef wird…

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