EYA GameJam: Try hard, fail fast

Foto: (c) Lukas Unger

Spiele mit Herz (und Mathe)
Samstag Abend ist es schließlich so weit: Die fertigen Projekte werden vorgestellt, eine vierköpfige Jury bewertet dies. Die Zeit wird bis zuletzt ausgenutzt. Einige Teilnehmer hämmern noch hastig Codezeilen in die Computertasten, ein Sounddesigner sitzt mit Kopfhörern in einer Ecke und dreht am Mischpult. Dann geht es los. Die Präsentationen sind sehr kurzweilig, die Ergebnisse vielfältig.

Das Spiel mit der Heugabel und den Ziffern ist mittlerweile problemlos spielbar – MathMagican, ein Mathematiklernspiel für Kinder. Im funktionierenden, aber etwas unausgereiften Smartphone-Spiel Funky Flatline, muss mithilfe des Bewegungssensors ein Krankenwagen gesteuert werden, um den verletzten Hans ins Krankenhaus zu bringen. Oliver und Georg haben ihre Idee in den Grundzügen umgesetzt und präsentieren „Heart of the city“. Patrick und seine Kollegen haben sich wiederum ein kurioses Spielkonzept einfallen lassen. „Über die Lampe am Smartphone wird dein Puls gemessen“, erlärt der Programmierer. „Bleibt man ruhig, entkommt man den Verfolgern.“ Auch hier ist das Spiel noch in der Probeversion, die Abfrage des Pulses fehlt.

Besonders großes Aufsehen erregt ein Spiel, das die von der Konsole X-Box bekannte Bewegungssteuerung Kinect benutzt. Hier muss man mit ganzem Körpereinsatz Herzen einsammeln und in einen Korb geben. Das Miteinander spielen von bis zu sechs Spielern wird gefördert, welche die Herzen einander weitergeben können. Auch die Jury erkennt dessen Potential und vergibt dem Team schließlich den ersten Platz, zusammen mit MathMagican. Den dritten Platz macht ein weiteres Projekt mit Herz: Heartbeats – ein Musikspiel, in dem man rythmisch zum Beat eines Liedes auf das Smartphone tippen muss.

Foto: (c) Lukas Unger

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Programmierer gesucht
Die Gewinner bekommen Uhren und Toolkits für Entwickler, die drittplatzierten eine Virtual-Reality-Brille mit Papprahmen von Google. Für die kurze Entwicklungszeit seien die Ergebnisse wirklich erstaunlich, sagt Organisatorin Birgit Kolb. Sie freut sich bereits auf das nächste Event, den Social Hackathon, der im Juni in Wien stattfinden wird: „Der Fokus wird auf Flucht, Integration, Migration und Abbau von Ängsten in der Bevölkerung liegen.“

Andererseits wäre schon mehr möglich gewesen, wie Programmierer Oliver erzählt: „Wir hätten mehr Leute gebraucht, um das Spiel fertigzustellen. Alleine für mich hat das Aufsetzen des Servers und die Implementierung des Kartenservices sehr viel Zeit in Anspruch genommen.“ Auch Patrick berichtet ähnliches: „Der GameJam war wirklich toll, obwohl mir der letzte, bei dem ich dabei war, ein bisschen besser gefallen hat.“ Die Manpower habe diesmal einfach gefehlt. „Ich war der einzige Programmierer in meiner Gruppe, und ich habe nicht so viel Erfahrung.“

Nicht so viel Erfahrung mit Virtual-Reality-Brillen hat der Kollege nebenan. Zwar hat er in eineinhalb Tagen eine voll funktionsfähige Smartphone-App programmiert. Aber wie so eine verflixte Google-Brille funktionieren soll, das weiß selbst der Technikfreak nicht.

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