Song Contest: Nackte Zahlen zum politischen Voting (2)

Das Voting beim Eurovision Song Contest ist immer wieder Thema: Oft ist von gegenseitigem Punkte-Zuschachern unter Nachbarländern die Rede. Wir haben überprüft was dran ist.

 

Voting nach Regionen – Zuschachern der Punkte?
Vergeben sich die Länder der unterschiedlichen Regionen die Punkte nur gegenseitig? Im Großen und Ganzen kann man sagen: Ja! An der Spitze stehen ex-jugoslawische Länder, die die meisten Punkte an ex-jugoslawische Länder vergeben. Aber auch die Skandinavier, die Südeuropäer, Ex-Udssr Staaten und Kaukasus-Staaten halten zusammen. Anders sieht es bei Zentraleuropa aus, das die meisten Punkte an den Kaukasus, die zweitmeisten an Westeuropa und erst an dritter Stelle Punkte an sich selbst vergibt. Westeuropa gibt sich selbst zwar die meisten Punkte, allerdings sehr dicht gefolgt von allen anderen Regionen. Eine Ausnahme ist Osteuropa. In diese Region haben wir etwa Ungarn, Tschechien, Slowakei und Polen zusammengefasst. Unter diesen Ländern gibt es keine gegenseitige Unterstützung.


 

Der Bergkarabachkonflikt
Aserbaidschan und Armenien befinden sich seit Jahrzehnten in einem Konflikt um die Region Bergkarabach im Kaukasus. Der Konflikt galt lange Zeit als eingefroren. Erst Anfang April dieses Jahres gab es jedoch wieder erneut Gefechte. Russland ist übrigens ein alter Partner Armeniens. Auf der Seite von Aserbaidschan befindet sich die Türkei – was auch an den Votingergebnissen zu sehen ist.


 

Moldawien: prinzipientreu und traditionsbewusst
Moldawien und Rumänien mögen sich gerne. Von Seiten Moldawiens gibt es immer wieder Bestrebungen einer Vereinigung mit Rumänien. Moldawien bleibt sich auch sonst beim Voting treu. Die Ukraine (die Moldawien geografisch fast vollständig umschließt) und Russland bekommen zwar nicht immer die höchsten, aber dennoch stabile Punkte.

 

Österreich und seine Nachbarn

Titelbild: (c) Markus Palzer-Khomenko

Alle Grafiken von Sofia Palzer-Khomenko und Markus Palzer-Khomenko


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Sofia Khomenko ist Chefredakteurin von mokant.at

1 Comment

  1. Dominik Knapp

    11. Mai 2016 at 15:52

    Die gegenseitige Punktlieferung gewisser Nachbarländer ist aber recht einfach zu erkären. Zum einen spielt die sprachliche Komponente eine Rolle. Gerade die Balkan-Staaten haben in der Vergangenheit doch sehr oft in ihrer Muttersprache gesungen und das wurde inhaltlich natürlich im gesamten Ex-Jugoslawien verstanden. Ein weiterer Punkt ist, dass diese Künstler meist in diesem Gebiet auch über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind. Das ist auch der Grund, warum Deutschland meist recht gute Punkte aus Österreich bekommt, aber nicht umgekehrt. Der gemeine Österreicher kennt Lena Mayer-Landrut, Stefan Raab, Jamie-Lee Kriewitz, Guildo Horn, die No Angels oder Roger Cicero aus dem deutschen Fernsehen und deren Musik aus dem Radio. Währenddessen glaube ich kaum, dass abgesehen von Conchita Wurst ein österreichischer Starter der letzten Jahre in Deutschland bekannt war. Eine Christina Stürmer – die aber wohl nie antreten wird – würde aufgrund ihrer Bekanntheit auch in Deutschland fleißig Punkte sammeln, das steht meines Erachtens außer Frage.
    Ich denke das ist im Osten und Norden Europas nicht anders.

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