Film/riss: Stolz und Vorurteil & Zombies (2)

Stil und Vorurteil
Es mag ein frivoler Anspruch sein, aber man hätte sich gewünscht, dass der Austen’sche Grundstil erhalten geblieben wäre und sich die Zombie-Thematik (halbwegs) glaubwürdig einfügt. Doch das klassische Storygerüst wird, wie auch umgekehrt die Zombie-Story, immer wieder ein- und ausgeschaltet, fast launenhaft. Oft dient der originalgetreue Versuch einzig dem nicht gänzlich gelungenen comic relief. Und, zwar unwichtig, aber: Bei all der absurd kombinierten Story bleibt die unglaubwürdigste Tatsache immer noch die, dass Elizabeth Bennet in Form von Lily James die nicht hübsche Schwester im Bunde sein soll (vor allem, wenn man die Darstellerin noch als Disneys Cinderella im Kopf hat). Aber dieses Problem bestand gut möglich auch schon bei Keira Knightley und davor bei Jennifer Ehle.

Lobenswert zu erwähnen ist der feministische Tenor, der der Protagonistin Lizzie zugesprochen wird – in diesem neuen Storyhybriden wird er etwas eindrucksvoller und deutlicher herausgearbeitet als im Originalstoff. Die Töchter der Familie Bennet sind nicht nur jung, hübsch und verfügbar, sie sind auch gut trainierte Kampfmaschinen, und Lizzies Aufmüpfigkeit bekommt in dieser Verfilmung ein knallhartes Zombie-Slayer-Makeover.

Umso mehr enttäuscht dann wiederum das Ende, das zum Abschluss leider noch einmal unzufrieden stimmt. Gut und gerne hätten diese letzten Minuten ausgeklammert werden können – sie wirken gerade im Vergleich zu den actiongeladenen Szenen davor als unwillkommener Zuckerguss. So wirkt das Finale relativ plump, unpassend kitschig und geschmust wird auch eindeutig zu modern.

Kinostart Österreich: 10. Juni 2016

Teil 1: Viele Zombies, wenige Junggesellen?

Titelbild: (c) Square One / Universum / Constantin Film


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Sabrina Freundlich ist stellvertretende Chefredakteurin von mokant.at. Sie beschreibt sich als writeophile and fortune cookie lover. Kontakt: sabrina.freundlich[at]mokant.at

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