Film/riss: Stolz und Vorurteil & Zombies

(c) Square One / Universum / Constantin Film

Jane Austen und Zombies – eine absurde Kombination, die zum Roman-Bestseller wurde. Kann die Verfilmung mithalten? Kinostart am 10. Juni

Autor Seth Grahame-Smith wagt einiges, wenn er eine der bekanntesten und meistreferenzierten Historienromanzen mit seinem eigenen Zombie-Thriller mischt. Regisseur Burr Steers wagt wohlmöglich noch mehr, wenn er diese skurrile Stoff-Kombo verfilmt.

Viele Zombies, wenige Junggesellen
Stolz und Vorurteil rankt sich bekanntlich um die Familie Bennet, die, wie damals üblich, ihre fünf Töchter an den Mann zu bringen versucht. Dass da ein neuer fescher und gut situierter Junggeselle, Mr. Bingley (Douglas Booth), in die nah gelegene Villa einzieht, trifft sich da ganz gut. Blöd nur, dass der junge Herr nur Platz für eine Tochter am Trauschein hat. Eine der übrig gebliebenen vier ist Elizabeth „Lizzie“ Bennet (Lily James), die sich im konstanten Love-Hate-Clinch mit Bingleys bestem Freund, Mr. Darcy (Sam Riley), befindet. Aber gottseidank gibt es auch noch den guten Pastor Collins (Matt „Dr. Who“ Smith), der sich für die eine oder andere Tochter begeistern kann. Die (ver)heiratswütige Jahrhundert-Idylle wird leider regelmäßig durch Zombie-Attacken gestört. Aufgrund der rasanten Ausbreitung hat mittlerweile ganz England mit dieser Plage zu kämpfen.

Mr. Bennet: My daugthers are trained for battle, sir, not the kitchen.

Schon zu Beginn des Films wird eindrücklich der besondere Kontext dieser Geschichte gezeigt: Die schicken Landhäuser sind von Abwehrpfeilern und Stacheldraht umgeben, die Bennet-Töchter polieren vorm abendlichen Kaminfeuer ihre Waffen, anstatt sich damhaften Hobbies zu widmen. Dieser Zombie-Plot ist für sich genommen nicht zu verachten (auch gelingen ein paar blutlastige Schreckmomente sehr gut), doch will er mehr, als er schafft. Die Ambition ist spürbar, aber die Thematik wird trotz deutlicher Versuche zu autonom abgehandelt. Zu schnell passieren die Dinge, zu sehr muss das Historiendrama ungeübte Hirn noch die ausstaffierte Sprache verarbeiten (die mal mehr mal weniger authentisch wirkt) wenn plötzlich ein paar verirrte Zombies über den Ball hereinbrechen. Sie stören nicht nur die Ballgesellschaft sondern auch die Erzählung des Films, indem sie oft zu plump in die andere Story eingefügt wirken. Natürlich, genau darum ging es im Romanursprung. Als Leinwandkaliber muss das Ganze aber organischer funktionieren.

  Teil 2: Austen-Anspruch und Cinderellas Zombie-Slayer-Makeover

Titelbild: (c) Square One / Universum / Constantin Film


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Sabrina Freundlich ist stellvertretende Chefredakteurin von mokant.at. Sie beschreibt sich als writeophile and fortune cookie lover. Kontakt: sabrina.freundlich[at]mokant.at

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