Down Under the Bridge: Weil dort die Sonne scheint

(c) Magdalena Bloder

Die inoffizielle Straßenmusik-Veranstaltung Down Under the Bridge am Wiener Donaukanal hat letztes Jahr für hohe mediale Wogen gesorgt.

Dem Facebook-Event zufolge sind dieses Jahr wieder tausende Menschen an der Teilnahme interessiert. mokant.at hat mit David Stellner, einem der Veranstalter, über verscheuchte Musiker, das Zuhören und Schlechtwetterpläne gesprochen.

mokant.at: Ist die Zeit, in der man sich musizierend unter Brücken traf, nicht schon längst vorbei?
David Stellner: Hat man sich jemals musizierend unter Brücken getroffen? Die Zeit kommt hoffentlich, weil wir in der Stadt der Musik leben. Aber ich würde eher Musik auf der Straße, als Musik unter der Brücke sagen. Ich glaube, dass die Straßenmusik aus Wien verscheucht wurde und hoffentlich wieder kommt.

mokant.at: Warum wurde Down Under The Bridge ins Leben gerufen?
Stellner: Down Under the Bridge war als Marketing-Gag geplant. Ich habe verschiedene Sachen probiert, die die Leute anziehen sollen. Gemeinsam mit Onc Lou, Isaac Thompson und iO! haben wir im November 2014 beschlossen, dass wir unabhängig von einer stinkenden Bar, wo die Leute Geld ausgeben müssen, etwas auf die Beine stellen wollen, das den Leuten gefällt.

mokant.at: Wer ist eure Zielgruppe?
Stellner: Jeder zwischen 14 und 60. Wir haben das Event absichtlich am Wochenende geplant, sodass jeder hingehen kann – auch Leute mit Babies. Das Event ist weniger auf eine bestimmte Zielgruppe beschränkt, sondern eher ein allgemeines Awareness-Schaffen für Straßenmusik. Es soll wieder möglich sein, dass man sich auf die Straße stellt, neue Sachen präsentiert, die Leute zuhören und stehen bleiben. Unsere Zielgruppe ist jeder, der vorbeikommt.

mokant.at: Welche Art von Musik wird gespielt?
Stellner: Das ist ganz unterschiedlich. Die Wandervögel machen Volksmusik. iO! und Isaac Thompson sind klassische Singer Songwriter. Alle spielen ohne Verstärker. Leute, die sonst auch auf der Straße spielen, sollen einfach einen besonderen Tag haben.

mokant.at: Woher kommen die Musiker?
Stellner: Aus Österreich, Deutschland und Amerika.

mokant.at: Letztes Jahr hast du in einem Interview folgendes prophezeit: „Wenn ich ein Konzert mit dem gleichen Line-Up veranstalten und nur fünf Euro Eintritt verlangen würde, würde fast niemand kommen.“ Dieses Jahr gibt’s ein ähnliches Line-Up und Tickets um neun Euro für das anschließende Konzert im Werk. Auf Facebook gibt es bisher ca. zwanzig Zusagen. Denkst du, dass sich deine Prophezeiung bewahrheitet?
Stellner: Nein, das glaube ich nicht, weil wir, das David Stellner Duo und die Wandervögel, einfach bekannter wurden und schon alleine deswegen die Leute zum Konzert kommen werden.

Über Schlechtwetterpläne und was ihr mitnehmen sollt

Titelbild: (c) Magdalena Bloder


Seite 1 / Seite 2


Passend dazu…

Blase_rotHat dir dieser Artikel gefallen? Jetzt kannst du Supporter werden und damit unabhängigen Journalismus fördern! Wenn du über unsere neuen Artikel informiert werden willst, kannst du dich hier zu unserer Dienstagspost anmelden.

 

Sophie Minihold ist als Redakteurin für mokant.at tätig und studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft in Wien. In ihrer Freizeit ist sie auf Konzerten zu finden. Derzeitiges Lieblingslied: Beirut - No No No

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.