Dresden: Organisationen für ein besseres Image

(c) Laura Schilling

Dresden hat ein rechtes Image. Rund um die Stadt wurden Asylbewerberheime und  Erstaufnahmeeinrichtungen angezündet – jeden Montag  „spazieren” Tausende mit provokanten Plakaten durch die Stadt. Mehrere Organisationen wollen dem mit Aktivismus und Engagement entgegenwirken.

Gewalt und Fremdenhass scheinen besonders in Ostdeutschland, auch in Dresden, immer öfter zu eskalieren. Die Ausschreitungen von etwa 100 Demonstranten gegen Flüchtlinge in Clausnitz in Mittelsachsen vor einem Monat und ein Video zum Verhalten der Polizei vor Ort erlangten zuletzt Berühmtheit in den Medien. Mit dem Beginn der sogenannten Abendspaziergänge der rechtspopulistischen Organisation Pegida (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) im Dezember 2014 ist die Islam- und Fremdenfeindlichkeit in Sachsen zunehmend salonfähiger geworden und erlangte große Präsenz in den Medien.

Doch mit der Presse möchten die Veranstalter und auch die Demonstranten an sich nichts zu tun haben. Eines des Hauptschlagwörter, das bei Pegida-Demonstrationen skandiert wird, ist „Lügenpresse”.  Auch auf unsere Anfrage nach einem Statement zur aktuellen Situation von Pegida gab es keine Antwort von den Organisatoren. Pegida ist ein eingetragener Verein, Gründer und Vorsitzender ist Lutz Bachmann.Bei den wöchentlichen Demonstrationen geht es fast ausschließlich um den Umgang mit den flüchtenden Menschen, die nach Deutschland kommen. Immer wieder sind auch Gäste geladen. Letzten Oktober sprach Schriftsteller und selbsternannter Islam-Kritiker Akif Pirinçci  vor der Menge. In seiner Rede sorgte er mit dem Satz „die KZs sind ja leider derzeit außer Betrieb” für landesweite Empörung.  Die Pegida-Bewegung gewann vor allem letzten Sommer viele neue Mitglieder und die Demonstrationen erreichten gelegentlich bis zu 20.000 Teilnehmer.

Rassismus im Osten: Fehlende geschichtliche Aufarbeitung
Laut der Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion an das Bundesinnenministerium wurde 2014 fast jede zweite Straftat mit rassistisch motiviertem Hintergrund in Ostdeutschland verübt. Die Wissenschaft beschäftigt schon seit Jahrzehnten die Frage, warum gerade im Osten die Bereitschaft zu rassistischen Übergriffen und Straftaten so groß ist. Einfache Erklärungen lassen sich für dieses Phänomen jedoch nicht finden.

Der Soziologe Heinz Bude sagt dazu in einem Interview mit Magaziege, dass viele Ostdeutsche sich noch immer als Bürger zweiter Klasse in einem vereinten Land fühlen. „Das nennt sich das Gesetz der sozialen Zeit: Wer war der Erste und wer ist der Zweite? Aufs Ganze gesehen, belegt Ostdeutschland eben den zweiten Platz“, so der Wissenschaftler. Es hänge mit der inneren Unausgeglichenheit der politischen Kultur in Deutschland zusammen, konstatiert er weiter, denn diese sei vom Westen mehr geprägt als vom Osten.

Bude sieht auch Pegida als typisch ostdeutsches Phänomen, als eine Art existentielle Frustration über die eigenen Möglichkeiten. Das allein erklärt aber noch nicht, weshalb in Ostdeutschland die Anzahl rassistisch motivierter Straftaten höher ist. Auch in der Innenpolitik der damaligen DDR und deren fehlender Auseinandersetzung mit dem Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sehen Soziologen den Anfang einer Entwicklung, die gerade jetzt deutlich zu sehen sei.

Doch so rechts wie sich das Bild von Sachsen und Dresden in den Medien meist zeichnet, ist es aber dann doch nicht. Diese Einzelpersonen und Organisationen setzen sich …

Titelbild: flickr.com/Metropolico.org


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