Reiseguide: Ostküste Australien

Australien

Die mokant.at-Reisetipps für die Ostküste Australiens: Wo sich Backpacker und Kängurus gute Nacht sagen

Die besten Surfstrände, tropische Regenwälder und die Weiten des Great Barrier Reefs – dies sind nur einige Merkmale der atemberaubenden Natur Australiens. Warum man bei einer Rundreise an der Ostküste neben ausreichend Zeit und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor auch eine Wäscheleine dabei haben sollte, verrät dieser Reisebericht.

Tipp 1: Weniger ist manchmal mehr – und leichter.
Den Rucksack, ohne den Backpacker irgendwie namenlos wären, kann man sich wie ein Häuschen vorstellen, das man auf seinem Rücken trägt. In ihm muss alles Platz finden, was man auf einer monatelangen Reise benötigt. Dies verleitet leider dazu viel zu viel einzupacken. Aus eigener Erfahrung ist von 70 Liter Backpacks abzuraten, denn wenn diese einmal vollgefüllt sind, kann das Tragen bei über 30 Grad mit einem Workout für Fortgeschrittene verglichen werden. Die beste Methode ist, so einzupacken, als ob man ein bis zwei Wochen verreisen würde. Dies lässt Platz für Mitbringsel und beugt Rückenschmerzen vor!

Tipp 2: Es war eine Mutter, die hatte vier Kinder – Jahreszeiten beachten!
Grundsätzlich sollte man sich vor einer Reise nach Australien bewusst sein, dass die Jahreszeiten dort genau umgekehrt sind, als in Europa. Die Sommer (Dezember-Februar) sind extrem heiß und im tropischen Norden feucht, weil dort die Regenzeit beginnt. Ebenso startet am oberen Teil der Ostküste ab Oktober bzw. November die Quallensaison, die das Schwimmen im Meer eher ungemütlich macht. Im Winter (Juni-August) hingegen kann es in den südlicheren Gegenden kalt und windig werden. Die südlichste Stadt Melbourne ist ohnehin bekannt dafür, an einem einzigen Tag alle vier Jahreszeiten unterzubringen. Regenschirm einpacken!

Faszination - Unterwasserwelt am Great Barrier Rief (c) Katharina Rustler

Faszinierende Unterwasserwelt am Great Barrier Reef

Tipp 3: Ohne Sonnencreme bleibt man besser zu Hause
In jedem noch so kleinen Ort in Australien sind unzählige Kliniken zu finden, die auf die Behandlung von „skin cancer“ (dt.: Hautkrebs) spezialisiert sind. Und dies nicht grundlos, denn die Sonne im sommerlichen Down Under kann einem zum Verhängnis werden. Da der Kontinent nahe dem Äquator liegt und das Ozonloch immer größer zu werden scheint, leiden die meisten Menschen weltweit in Australien an Hautkrebs. Um die eigene Haut zu schützen und auch kleinen Sonnenbränden vorzubeugen, sollte man sich vor jedem längeren Aufenthalt im Freien, aber vor allem am Wasser eincremen. Am besten mit den Lichtschutzfaktoren 30 oder 50plus. Oft bekommt man dort sowieso keine schwächere Lotionen zu kaufen.

Tipp 4: Spontanität muss sorgfältig geplant werden
Bevor eine monatelange Reise angetreten wird, muss einiges erledigt werden. Beispielsweise sollte ein Visum organisiert, zumindest der Hinflug gebucht oder eine Reiseversicherung abgeschlossen werden. Bei der weiteren Planung sollte man jedoch nicht zu voreilig sein und Touren oder Reiserouten nicht von zu Hause aus buchen. Dies ist vor Ort nicht nur billiger und einfacher, sondern lässt auch Platz für spontane Planänderungen. Ob dann beispielsweise mit dem Bus, Mietwagen oder per Mitfahrgelegenheit weitergereist wird, kann dann noch immer entschieden werden.

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Die Ostküste ist länger, als man denkt – genügend Zeit einplanen!

Tipp 5: Die Nadel im Heuhaufen suchen – Touren buchen an der Ostküste
Wenn die Reise dann endlich begonnen hat und man vor Ort Touren buchen möchte, muss man sich im Klaren sein, dass dies kein einfaches Unterfangen wird – denn die Ostküste Australiens ist alles andere als ein Geheimtipp! Dort wimmelt es von Reiseagenturen, die versuchen ihre Produkte zu bewerben und meist überteuert an Touristen zu verkaufen. Preisvergleich ist das oberste Gebot auf der Suche nach den besten Touren. Ein Blick ins Internet kann auch nie schaden, da dort Restplätze oft billiger angeboten werden.

Tipp 6: Early bird oder Nachtschwärmer? – Feiern in Down Under
Grundsätzlich ist das öffentliche Leben in Australien durch viele Regeln geordnet und jegliches Vergehen wird meist mit hohen Geldstrafen geahndet. Jene Ordnungsätze variieren jedoch von Staat zu Staat. Beispielsweise wird der Konsum von alkoholischen Getränken in der Öffentlichkeit, also außerhalb einer Lokalität, in keinem Staat geduldet. In New South Wales, der Staat in dem sich Sydney befindet, werden Nachtlokale verpflichtet ihre Pforten vor zwei Uhr morgens zu schließen. Anders in Melbourne, das in dem liberaleren Victoria liegt. Hier soll in „berlinähnlichen“ Clubs bis in die frühen Morgenstunden gefeiert werden können.

Spezialtipp: Auf dem Pazifik in See stechen – Segelturn zu den Whitsundays
Eine Tour, die jeder Backpacker an der australischen Ostküste gemacht haben sollte, ist ein unvergesslicher Segelturn zu der Inselgruppe der Whitsundays. Die insgesamt 74 Inseln liegen ungefähr 80 Kilometer vor dem Festland und werden in den meisten Fällen von Airlie Beach angesteuert. Sie sind streng naturgeschützt und bieten wunderschöne weiße Sandstrände, zu denen unter anderem der berühmte Whitehaven Beach zählt. Die meisten Segeltouren dauern zwei bis drei Tage und besuchen neben atemberaubenden Buchten und Stränden auch tolle Schnorchelspots. Vorsicht jedoch bei der Buchung, es gibt kleinere Abenteuer-Segler, große Luxusschiffe sowie laute Partyboote. Wer an Seekrankheit leidet, lieber Tabletten gegen Übelkeit einpacken!

Whitehaven Beach - Eines der beliebtesten Reiseziele an der Ostküste.  (c) Katharina Rustler

Whitehaven Beach – Eines der beliebtesten Reiseziele an der Ostküste.

Drei Insidertipps:
1. Da man in fast jedem Hostel Wäsche waschen kann, es aber kaum Platz zum Trocknen der nassen Kleidung gibt, sollte man eine eigene Reise-Wäscheleine dabei haben!
2. Immer einen Lichtbildausweis mitnehmen! Auch wenn es nachmittags in ein Pub geht, die Australier gehen gerne auf Nummer sicher und kontrollieren ausnahmslos.
3. Die Tatsache, dass die Ostküste gut von Deutschen besucht ist, macht das Vorhaben dort sein Englisch zu verbessern zu einer utopischen Aufgabe. Sorry.

Was man nicht machen sollte:
1. Kettenraucher sein! Die Australier hassen Rauchen und versuchen dies mit allen Mitteln zu verhindern. Die billigsten Zigaretten kosten umgerechnet zirka 13 Euro pro Päckchen und dessen Konsum ist beinahe überall verboten.
2. Sand oder Muscheln von naturgeschützten Stränden mitnehmen! Mit auch nur einer kleinen Menge Sand des berühmten Whitehaven Beaches im Gepäck, bekommt man mehr Ärger, als mit der gleichen Menge Kokain.
3. Warnschilder am Strand ignorieren! Die Hinweistafeln, die vor Krokodilen, Quallen oder Haien warnen, stehen dort nicht ohne Grund.

Titelbild, Fotos und Grafik: (c) Katharina Rustler


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