Reiseguide: Interrail

(c) Barbara Bürscher

Du willst dich nicht für nur ein europäisches Reiseziel entscheiden? Dann kauf dir doch einfach ein Interrail-Ticket: denn ob Luxus- oder Low-Budget-Urlaub – Interrail bietet für jeden Geldbeutel das Richtige.

Mit einem Interrail-Ticket kann man verschiedene Orte in Europa besuchen. Für unter 26-jährige kostet ein Global-Pass, mit dem 30 Länder bereist werden können, 192 Euro. Beliebt ist diese Art des Reisens vor allem bei jungen Menschen. Billige Hostels können spontan zum Beispiel übers Smartphone gebucht werden. Das Ticket kann bequem übers Internet bestellt oder bei größeren Bahnhöfen gekauft werden. Dann braucht es eigentlich nur noch einen Rucksack und es kann schon los gehen.

Tipp 1: Planen oder nicht planen?
Zumindest eine grobe Reiseroute solltest du dir zurechtlegen, denn für manche Züge sind Reservierungen notwendig. Viele Züge kann man drei Monate im Voraus reservieren. Da kann es schon einmal passieren, dass du zwei Wochen vor Reiseantritt keinen Platz mehr im Liege- oder Schlafwagen buchen kannst. Eine Alternative ist eine Reservierung im Sitzabteil. Das ist viel günstiger, aber auch unbequemer. Willst du dir die Fahrt mit ein paar Bier angenehmer machen, solltest du dich vor der Reise darum kümmern. Die Zugbar ist meist nicht für eine Partynacht ausgestattet.

Tipp2: Erholung? Nein, danke!
Die Erholung bleibt auf einer Interrail-Reise eher auf der Strecke. Besonders entspannend ist es nicht, alle zwei bis drei Tage den Ort und vielleicht auch das Land zu wechseln. Das ständige Herumreisen macht dich aber zu einem richtigen Profi, was das Rucksackpacken angeht. Mit jedem Ortswechsel geht das schneller. Achte dabei immer darauf, dein Ticket griffbereit zu haben. Es macht nämlich keinen Spaß im Zug den ganzen Rucksack danach abzusuchen.

Auf einer Interrail-Reise wirst du weite Strecken zu Fuß zurücklegen – ob mit oder ohne kiloschweren Rucksack auf dem Rücken – gutes Schuhwerk zahlt sich also aus!

Tipp 3: Der Weg ist das Ziel
Für viele Züge sind zusätzlich zum Interrail-Ticket nicht nur Reservierungen nötig, sondern auch Aufschläge zu bezahlen. Mit dem Thalys zum Beispiel reist man in weniger als dreieinhalb Stunden direkt von Amsterdam nach Paris. Die Alternative, bei der du etwa 25 Euro Aufschlag sparst, ist eine etwa acht-stündige Fahrt mit drei bis vier Umstiegen. Es lohnt sich aber durchaus auf langsamere Züge auszuweichen. Beim gemütlichen Tuckern im Zug sieht man so viel von den bereisten Ländern, wie es mit anderen Verkehrsmitteln kaum möglich ist.

(c) Gerhard Rieder

(c) Gerhard Rieder

Tipp 4: Smart mit Smartphone
Bevor deine Reise losgeht, solltest du unbedingt auch dein Smartphone reisefit machen. Neben der Rail Planner App, die europaweit Zugfahrpläne offline verfügbar macht, gibt es noch weitere sinnvolle Helferlein. Die solltest du aber nur verwenden, wenn du Wlan-Empfang hast, da es sonst teuer werden kann. Couchsurfing, Airbnb und Hostelworld geben dir die Möglichkeit unterwegs Unterkünfte zu finden. Und damit du dich nicht verläufst, kannst du dir auf Google Maps Stadtpläne offline verfügbar machen.

Zu 100 Prozent auf dein Smartphone verlassen solltest du dich aber trotzdem nicht. Der ständige Ortswechsel kann das kleine Gerät schon mal verwirren. Dann verkündet es dir voller Stolz, dass es die Zeitzone automatisch erkannt hat und dreht die Zeit dabei einfach mal so um zweieinhalb Jahre und ein paar Stunden zurück.

Tipp 5: Übernachten
Auf einer Interrail-Reise wirst du nie lange am selben Ort sein, du hast daher auch nicht übermäßig viel Zeit dich zurechtzufinden. Durch Couchsurfing kannst du ortsansässige Menschen kennen lernen, die dir die viele tolle Tipps gegeben können. Es lohnt sich also mal etwas mehr Zeit in die Suche nach einem netten Gastgeber zu investieren. Vor allem im Sommer ist es schwierig in beliebten Reisezielen wie Paris jemanden zu finden, der ein Plätzchen frei hat. Da kann es schon mal nötig sein an die 30 Leute zu kontaktieren ehe du fündig wirst. Im besten Fall wirst du dann aber mit einer tollen Aussicht auf den Montmartre und das Pantheon belohnt. Doch Achtung: Lies das Profil der Gastgeber, sonst landest du noch bei einem 60-jährigen Nudisten und musst an der Türschwelle nicht nur die Schuhe ablegen.

Für mehr als zwei Personen wird es oft schwierig einen Gastgeber zu finden, der sein Wohnzimmer zur Verfügung stellt. Größere Gruppen kommen am einfachsten und am billigsten in einem Hostel unter. In der Hauptreisezeit kümmerst du dich aber am besten schon ein bisschen früher um eine Unterkunft sonst heißt es: „Wir sind leider ausgebucht.“

Drei Insider Tipps:

  1. Sei Mitreisenden gegenüber hilfsbereit. Im besten Fall fallen ein paar frische Kirschen für dich ab.
  2. Interrail ist kein Entspannungsurlaub. Zum Kaffee trinken bleibt da oft wenig Zeit. Zum Glück gibt es den Cappuccino auch in Form von Koffeintabletten.
  3. Bei der Auswahl des richtigen Trekkingrucksacks solltest du darauf achten, dass er nicht zu groß ist. Vergiss nicht: du muss ihn quer durch Europa tragen. 50 bis 60 Liter sind vollkommen ausreichend.

Was du auf keinen Fall machen solltest:

  1. Auf eine erholsame Nacht im Sitzabteil des Nachtzugs hoffen.
  2. Bei über 30 Grad den Rucksack packen und dann in den Norden fahren.
  3. Zu viele Bücher einpacken. Du kommst sowieso nicht zum Lesen.

 

Titelbild: (c) Barbara Bürscher

 

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Barbara Bürscher ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: barbara.buerscher[at]mokant.at

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