Reiseguide: Hamburg

Hamburg

Hamburg hat viel mehr zu bieten als Musicals und die Reeperbahn.

Aufgrund der zahlreichen Kanäle und Wasserstraßen wird Hamburg auch als „Venedig des Nordens“ bezeichnet. Die Hansestadt bietet dir die Möglichkeit auf einen maritimen Urlaub, ohne bei 40 Grad zu schmoren. Auch als Liebhaber von Städtereisen kommst du auf deine Kosten. Den Bikini tauscht du in der norddeutschen Metropole aber besser gegen eine Regenjacke.

Tipp 1: Das Gängeviertel
Beim Spazieren vorbei am Hamburger Rathaus durch das Stadtzentrum entdecken wir das Gängeviertel. Ein offenes, tolerantes Stückchen Hamburgs. 2009 wurde der Verkauf an einen holländischen Investor verhindert. Seither bietet es unter dem Motto „Komm in die Gänge“ die Möglichkeit historische Bauten zu bewundern und ist Raum für Kunst und Kultur. Auch abends finden Veranstaltungen statt, erzählen uns Partygäste des Punkkonzerts am Vorabend, die den Sonnenschein genießen und in Plauderlaune sind.

Tipp 2: Speicherstadt und Gruselgeschichten
Am Hafen befindet sich die Hamburger Speicherstadt, der weltweit größte Lagerhauskomplex. 2015 wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Früher wurden in erster Linie Kaffee, Tee und Gewürze gelagert und teilweise weiterverarbeitet. Heute beherbergt sie zusätzlich eine Vielzahl an Museen z.B. das Speicherstadtmuseum. Im Hamburg Dungeon kannst du die dunkle Seite der Hamburger Geschichte erleben. Gruselig geschminkte Schauspieler sorgen für Gänsehaut bei den Besuchern.

Tipp 3: Hamburg und der Pudel
In der Nähe des Fischmarkts an der Elbe befindet der Goldene Pudel. Ein Club in einem ehemaligen Schmugglergefängnis. Von außen haben wir fast den Eindruck vor dem Haus der Hexe aus Hänsel und Gretel zu stehen – aus Holz. Die Menschen an der Kassa freuen sich über den Besuch aus Wien. Die Wände des Underground-Elektroklubs sind bekritzelt und es ist angenehm warm im Inneren des Häuschens. Hier kann man bis in die Morgenstunden tanzen und sich unterhalten. Danach stärken wir uns noch auf dem weltbekannten Hamburger Fischmarkt mit einem Fischbrötchen und Kaffee. Dabei genießen wir die einzigartige Morgenstimmung und die Musik einer Mariachi Band.

Tipp 4: Der Hafen
Wegen der etwas längeren Partynacht kommen wir am nächsten Tag erst am späten Nachmittag zum Hafen. Für eine touristische Hafenrundfahrt ist es zu spät. Deshalb erkunden wir den Hafen mit den zum öffentlichen Verkehrsnetz gehörenden Fähren. Das ist außerdem ein ziemliches Schnäppchen: um 6 Euro kann man die öffentliche Verkehrsmittel den ganzen Tag benutzen. Mit mehreren verschiedenen Fährlinien kannst du den drittfrößten Seehafen Europas abfahren. Leider hat bei unserer Reise die Zeit für einen Besuch des U-Boot-Museums nicht mehr gereicht. Das von der russischen Marine pensionierte U-Boot ist bei unserem nächsten Hamburg-Trip ein Fixpunkt.

Tipp 5: Spuren von Piraten am Elbstrand
Mit der Fährlinie 62 Richtung Finkenwerder schippern wir von den Landungsbrücken zum Elbufer. Gleich neben der Station Neumühlen liegen 20 Oldtimer Schiffe in einem Museumshafen vor Anker und erinnern an frühere Zeiten – irgendwie auch an Piraten. Vielleicht kommt dieser Eindruck aber auch von den zahlreichen St. Pauli-Totenkopf-Fahnen, die uns in ganz Hamburg immer mal wieder begegnen. Obwohl das Hamburger Wetter den Badeausflug wortwörtlich ins Wasser fallen lässt, ist der Elbstrand den Ausflug wert. Entlang der Elbe verläuft ein herrlicher Sandstrand, getrennt von einer satten, grünen Hecke verbirgt sich dahinter ein ganz besonderes Hamburger Viertel. Perfekte Häuser und satte grüne Gärten mit meist hohen Hecken erwecken bei uns fast den Eindruck, dass hier in Wirklichkeit gar keine Menschen leben.

Insider-Tipps

  1. Es lohnt sich Hamburg zu Fuß zu erkunden. Dabei kannst du viele Kleinigkeiten entdecken. Sei es eine Klobürste in der Eingangstür eines Cafes in St. Pauli, die an die Proteste Anfang 2014 erinnert oder ein kostenlos zu bewundernder Museumshafen (siehe Tipp 5)
  2. An vielen Stellen Hamburgs bringen Straßenmusiker ihre Stücke zum Besten. Einfach mal stehen bleiben, zuhören und die Atmosphäre genießen zahlt sich aus.
  3. Sowohl Liebhaber von Currywurst als auch Veganer müssen in Hamburg keinen Hunger leiden. Mittags ist es besonders günstig – viele Lokale bieten als Mittagstisch besonders günstige Menüs an. Vor allem rund um das Schulterblatt hast du die Qual der Wahl.

Was du auf keinen Fall machen solltest

  1. Sich am Gehsteig in Sicherheit wähnen. Die Hamburger fahren Rad – und zwar auf dem Gehsteig. Durch unterschiedliche Pflasterung unterscheidet sich dabei der Geh- vom Radweg.
  2. Jedes Mal einen Schluck Bier trinken, wenn du auf der Reeperbahn einen Junggesellenabschied siehst.
  3. Die Regenjacke zuhause lassen.

 

Titelbild: (c) Barbara Bürscher

Barbara Bürscher ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: barbara.buerscher[at]mokant.at

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