H2O: Wasser als perfekter Durstlöscher

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An heißen Sommertagen ist das Bedürfnis den Durst zu löschen besonders groß. Der Griff zum Wasserglas ist dabei nie verkehrt. Da die Anzahl an verschiedenen Mineralwassermarken jedoch groß ist, fällt die Kaufentscheidung nicht immer leicht. Um die Wahl künftig ein wenig zu erleichtern, hat mokant.at dem Mineralwasser auf den Zahn gefühlt.

Ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen ist bekanntlich lebensnotwendig. Besonders Wasser gilt unter Experten als gesündester Durstlöscher. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Diverse Mineralwässer gelten als geeignet für natriumarme Ernährung, andere werden sogar als Heilwasser bezeichnet. mokant.at hat eine Tabelle mit den gängigsten Mineralwassersorten Österreichs erstellt und sich von Ernährungswissenschaftlerin Julia Pabst von resize.at, Physiologen Ao. Univ. Prof. Dr. med. Wolfgang Marktl von der Wiener Internationalen Akademie für Gesundheitsmedizin sowie Julia Carstens vom forum-trinkwasser.de die Unterschiede genauer erklären lassen.

Wie viel täglich trinken und warum?
Der Mensch besteht zu rund zwei Dritteln aus Wasser. Laut Julia Pabst verliere der Körper täglich rund 2,5 Liter davon auf natürliche Weise über Schweiß, Harn und Atmung. Diese Menge müsse durch Flüssigkeitszufuhr ersetzt werden um den Wasserhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Etwa ein Drittel – also rund 0,75 Liter – nimmt der Mensch durch feste Nahrung wie Gemüse, Obst aber auch durch Suppen oder Soßen auf. Wer zusätzlich 1,5 bis 2 Liter pro Tag trinke, sei laut Julia Pabst also auf der sicheren Seite. „Die Trinkmenge hängt in erster Linie vom Flüssigkeitsverlust ab“, erklärt Dr. Wolfgang Marktl und fügt hinzu: „Bei sportlicher Betätigung an warmen bis heißen Tagen können mehrere Liter an Flüssigkeit verloren gehen. Um in solchen Situationen leistungsfähig zu bleiben und eine adäquate Herz-Kreislauf-Tätigkeit aufrechterhalten zu können, muss für einen dementsprechenden Flüssigkeitsersatz gesorgt werden.“ Bei starker Hitze wie im Moment, könne sich der Flüssigkeitsbedarf laut Julia Carstens sogar um das bis zu Dreifache auf 4,5 bis 6 Liter erhöhen.

Wasser

(c) Dominik Knapp

Vorsicht vor Bleirohren
Der Großteil des Wiener Leitungswassers kommt aus zwei Hochquellenleitungen aus dem Rax-Schneeberg-Gebiet in Niederösterreich. Der gesundheitliche Wert von Leistungswasser hänge laut Dr. Marktl von der Reinheit des Wassers ab: „In dieser Hinsicht befindet sich Österreich in einer sehr guten Situation. Wir verfügen über riesige Mengen an Wasser von an sich hoher Qualität, darüber hinaus sorgen strenge gesetzliche Bestimmungen dafür, dass unser Leitungswasser eine hohe Qualität aufweist.“ Einzige Ausnahme sei laut Julia Pabst Leitungswasser, das im Haus aus Bleirohren komme. In diesem Falle empfiehlt die Expertin lieber auf Mineralwasser zurückzugreifen.

Mineralwasser als Alternative
Wem Mineralwasser besser bekommt als Leitungswasser, der hat im Supermarkt die Qual der Wahl. Zig Mineralwassermarken stehen in Österreichs Supermärkten bereit. Nicht alle kommen auch aus Österreich. Französisches, italienisches, slowenisches, ja sogar norwegisches Mineralwasser gibt es hierzulande zu kaufen. Mineralwasser wird in der Regel direkt am Quellort in Flaschen gefüllt. Dabei handle es sich laut Forum Trinkwasser um Regenwasser das über lange Zeit durch den Boden in die Tiefe gesickert sei. Im Gegensatz zu Leitungswasser, das aufgrund gesetzlicher Bestimmungen aufbereitet werde, müsse Mineralwasser laut Dr. Marktl eine ursprüngliche Reinheit aufweisen und werde aus diesem Grund auch nicht aufbereitet. Der Mineralstoffgehalt sei laut Ernährungsberaterin Julia Pabst in Mineralwasser deutlich höher als in Leitungswasser, schwanke aber auch hier je nach Mineralwasser-Marke gravierend. Ob mit Kohlensäure oder ohne sei aus gesundheitlichen Aspekten beinahe egal: „Ob mit oder ohne Kohlensäure ist für den Gesundheitswert egal. Wer mit Magenproblemen zu kämpfen hat, sollte aber lieber stilles Mineralwasser trinken“, meint Julia Pabst.

Geeignet für natriumarme Ernährung
Mineralwasser enthält – wie der Name schon sagt – zahlreiche Mineralstoffe und Spurenelemente. Der Gehalt an diesen Mineralstoffen ist von Marke zu Marke unterschiedlich und hänge vom Entstehungsort des Mineralwassers und den dort vorkommenden Gesteinsarten ab. Einige Beispiele für solche Mineralstoffe und Spurenelemente wären Natrium, Calcium, Magnesium, Jod oder Lithium. Da Mineralstoffe und Spurenelemente in gewisser Dosierung für den menschlichen Körper unerlässlich sind, ist die Aufnahme dieser Stoffe über Mineralwasser aus ernährungsphysiologischer Sicht also durchaus sinnvoll. Auf einigen Mineralwassermarken – nämlich jenen mit weniger als 20 mg Natrium pro Liter – findet sich die Zusatzinformation geeignet für natriumarme Ernährung. „Die Tageszufuhr an Natrium sollte bei 550mg liegen. Es gibt Mineralwässer mit über 250 mg pro Liter Natrium, hier wäre mit 2 Litern Mineralwasser pro Tag die Zufuhrgrenze rein übers Trinken schon erreicht, zusätzlich wird aber auch noch Kochsalz (Natrium-Chlorid; Anm. d. Red) übers Essen aufgenommen“, erklärt Ernährungsberaterin Julia Pabst. Personen mit Bluthochdruck sollten daher auf natriumarmes Mineralwasser zurückgreifen, rät die Ernährungsexpertin. Physiologe Dr. Wolfgang Marktl widerspricht diesem Rat: „Im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Fehlmeinung liegt Natrium in Mineralwässern nicht vorwiegend als Kochsalz, sondern in Verbindung mit Hydrogencarbonat vor.“ Grundsätzlich gebe es im Hinblick auf die Hauptmineralstoffe zwei Typen von Mineralwässern. Einerseits jene die Calcium-und Magnesiumverbindungen enthalten und andererseits jene mit Natriumverbindungen. Die Bindungspartner für die genannten Mineralstoffe seien Hydrogencarbonat, Sulfat und Chlorid. Natriumreiches Mineralwasser könne laut Dr. Marktl also auch bei Bluthochdruck bedenkenlos getrunken werden. Hypertonie (Bluthochdruck, Anm.) hänge laut Julia Pabst jedoch von vielen verschiedenen Faktoren wie Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen, Stress und falscher Ernährung ab und nur in den seltensten Fällen vom Konsum natriumreichen Mineralwassers. Außerdem sei der Einfluss von Natrium auf  Bluthochdruck laut Ergänzung der Expertin mittlerweile höchst umstritten: „In der Praxis zeigt sich, dass etwa die Hälfte der Blutdruckpatienten positiv auf eine Reduktion der Natriumzufuhr reagieren, die andere Hälfte reagiert darauf nicht.“

Heilwasser schmeckt salzig
Gewisse Marken dürfen sich sogar als Heilwasser bezeichnen. Diese Sorten weisen einen besonders hohen, natürlichen Gehalt an Mineralstoffen auf und lassen eine wissenschaftlich nachgewiesene gesundheitsfördernde oder heilende Wirkung erwarten. Für die Anerkennung eines Wassers als Heilwasser sind in Österreich die Bezirkshauptmannschaften zuständig. Geschmacklich ist Heilwasser meist etwas gewöhnungsbedürftig, weil es aufgrund des hohen Mineralstoffgehalts meist etwas salzig schmeckt.

Bei Hitze – Wasser und Elektrolytgetränk
Bei sportlicher Betätigung oder enormer Hitze verliert der Körper mehrere Liter Flüssigkeit und schwitzt dabei auch zahlreiche Mineralstoffe aus. Gegen Elektrolytgetränke im Supermarkt sei laut Dr. Marktl bei sportlicher Betätigung zwar nichts einzuwenden, könne auf Dauer aber sehr kostspielig sein. Als kostengünstigere Alternative schlägt er die Mischung von Mineralwasser mit einem Fruchtsaft vor. Moderne Untersuchungsmethoden hätten laut Frau Carstens gezeigt, dass die sogenannte Bioverfügbarkeit (Messgröße die an gibt wie schnell und in welchem Umfang ein Stoff vom Körper aufgenommen wird; Anm. d. Red) von Mineralstoffen aus Wasser sehr hoch sei. Calcium würde aus Wasser beispielsweise ebenso gut vom Körper aufgenommen, wie etwa aus Milch. Wie aus diversen Untersuchungen hervorgehe, würden Mineralstoffe aus Mineralwässern mindestens ebenso gut, zum Teil sogar besser aufgenommen werden, wie aus fester Nahrung.

Mineralstoffgehalt im Überblick
Zur leichteren Orientierung hat mokant.at auf der zweiten Seite eine Tabelle mit den Inhaltsstoffen der in Österreichs Supermärkten gängigsten Mineralwassermarken erstellt.

Titelbild: (c) Dominik Knapp

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Dominik Knapp ist seit März 2013 als Redakteur und stellvertretender Chef vom Dienst (Korrekturleser) bei mokant.at tätig. Neben dem Studium der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften beschäftigt er sich vorwiegend mit Sport in all seinen Facetten sowie dem Eurovision Song Contest. Kontakt: dominik.knapp[at]mokant.at

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