Porträt: Tierpräparation ist sein Hobby

Foto: Markus Milchram

Hier gehts zum ersten Teil des Porträts

Die Faszination der Präparation
Das Modellieren ist der Arbeitsschritt, den Markus am liebsten mag. „Der Vorgang des Abziehens der Haut ist Routine. Aber das Herrichten und das Aufstellen ist eindeutig eine Kunst, du musst den abgezogenen Körper ganz genau anschauen und das Tier kennen. Es ist aber auch wie beim Skulptur- oder Modellbauen, man benötigt viel Kreativität.“ Andererseits kann das Modellieren aber auch sehr anstrengend sein, denn Markus ist ein wenig perfektionistisch veranlagt: „Meine Tiere sind weit entfernt davon, perfekt zu sein, aber ich verschwende oft sehr viel Zeit damit, ewig an kleinen Stellen herumzudrücken, und am Ende schaut‘s blöder aus als vorher!“

Für Markus liegt die Faszination der Präparate auch darin, dass er sich selbst an das Prozedere erinnert, wenn er das fertige Werkstück betrachtet. Menschen, die sich ihre Haustiere präparieren lassen oder Präparate in die Wohnung stellen, ohne damit etwas zu verbinden, kann er nicht verstehen. „Ob ich beim Präparieren irgendwelche Glücksgefühle habe, das weiß ich jetzt nicht. Aber wenn man am Ende dann die eigene Arbeit sieht, und das eigene Ergebnis, ist das sehr schön. Auch bei Jägern kann ich es verstehen, dass sie das Erlebnis der Jagd möglicherweise mit dem fertig präparierten Tier verbinden.“

Foto: Markus Milchram

Foto: Markus Milchram

Eine missverstandene Profession
Wegen dem Bezug zur Jagd und der Arbeit mit toten Tieren werden hauptberufliche Präparatoren gelegentlich von Tierschützern kritisiert und auch angefeindet. Markus hatte diesbezüglich noch keine Probleme, da er Präparation nur als Hobby betreibt und selbst keine Tiere erlegt. Er hält es nicht für richtig, Tiere nur des Präparierens Willen zu erschießen: „Wenn ich jetzt ein selten zu sehendes Tier wie einen Baummarder erblicke, warum kann ich dem Tier nicht einfach zuschauen, nein, ich muss es erschießen, damit ich es mir daheim an die Wand hängen kann.“

Markus nimmt an, dass die Kritik vor allem die Jagd betrifft und die Tierpräparation „als Teil dieses Systems“ mit dieser zusammen in einen Topf geworfen wird: „Und das teilweise zu recht, da der Geschäftszweig Tierpräparation gerade in der Privatwirtschaft ohne Jagd nicht möglich wäre.“ Andererseits würden Kritiker oft keine Ahnung über den Gegenstand haben, meint er. Denn Präparieren werde nicht nur für Jagdtrophäen, sondern vor allem auch für wissenschaftliche Zwecke genutzt und sei eine interessante Tätigkeit. „Ich finde, es ist nicht richtig, über etwas zu schimpfen, das man nicht kennt. Ich kann auch über die Jagd schimpfen, ich finde da auch einiges reformbedürftig, aber ich bin generell ein Gegner von allem radikalen“, sagt er dazu.

Die Beschäftigung mit Tieren sei ein wesentlicher Faktor in seinem Leben, erklärt Markus, während er verzückt eine kleine Spinne beobachtet, die an der Wand auf seine Zeichnungen zukrabbelt. Doch sich ausschließlich mit Tieren zu beschäftigen und hauptberuflich als Präparator zu arbeiten, könne er sich nicht vorstellen. Aber es gäbe noch einige Tiere, die er gerne präparieren würde. „Ich werde das zwar wohl nie machen können, aber etwas größeres, wie eine Großkatze oder ein Wolf, wäre schon sehr schön. Auch ein Leopard wäre cool. Aber da würde es mir wahrscheinlich auch leidtun, dass das Tier gestorben ist.“

Titelbild: (c) Markus Milchram

lukas.unger@mokant.at'

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