KopfhörerInnen: Sophie Hunger – Supermoon

Sophie Hunger – Supermoon
(VÖ: 24.04.2015 | Caroline)

(c) Caroline Records

(c) Caroline Records

Sophie Hunger meldet sich vom Mond. Oder der Mond meldet sich bei uns: „I was cut out of your stone, I am empty but I’m never alone“ singt er im Lied Supermoon, das das gleichnamige Album eröffnet. Sophie Hunger jongliert nicht nur mit Stilen, sondern auch mit Sprachen. Englisch, Französisch (La Chanson d’Hélène) und (Schweizer-)Deutsch (Heicho) sind auf dem Album vertreten.

Fernweh
Supermoon startet melancholisch. Mad Miles klingt nach Fernweh: „Take me away, away, away where no one can see me“, singt Sophie Hunger. Ihre Stimme ist voll und klingt gar nicht nach herkömmlicher Autotune-Popmusik. Die Sängerin hat es nach Kalifornien gezogen. Obwohl sie eine Pause vom Musikmachen nehmen wollte, entstand dort das neue Album. Zuhause ist die gebürtige Schweizerin überall. Die Lieder, die auf Supermoon zu hören sind, hat sie in AirBnB-Wohnungen geschrieben, aktuell lebt die Sängerin in Berlin.

Stilmix
Es ist schwer, Hungers Musik in ein Genre einzuordnen. Pop als Überbegriff ist zu weit, es gibt einige Brüche im Album. Zum Beispiel, wenn nach den sehnsüchtig klingenden Mad Miles und Love Is Not The Answer Lieder wie Superman Woman folgen: an dieser Stelle ist das Album lebhaft, swing-beeinflusst und vor allem tanzbar. Es ist jedoch nur ein kurzes Intermezzo. Das Lied Ganze Welt ist das erste deutschsprachige Lied der Platte. Es nimmt das Tempo wieder völlig raus.

Ein weiterer Bruch ist das Lied The Age Of Lavender, das durch den Rhythmus fast experimentell wirkt. Gefolgt wird es von Hungers Cover von La Chanson d’Hélène, damals von Romy Schneider und Michel Piccoli gesungen, begleitet nur von zarten Geigen und Klavier. Die Singer-Songwriterin mischt nicht nur die Sprachen, sondern auch die Genres. Gemeinsam ist allen Liedern Sophie Hungers klare Stimme.

Brennende Schmetterlinge
Ohrwurmfaktor hat der Track The Living. Vor allem die Textzeile „When the butterflies burn“, die Hunger so oft wiederholt, bleibt solange im Gedächtnis hängen, dass man sie schließlich tagelang vor sich hin singt. Craze bietet eine Ladung Indie-Gitarren-Begleitung und zeichnet sich gerade durch seine Einfachheit aus. Insgesamt wirkt das ganze Album nicht durch elektronische Stilmittel überladen, sondern schlicht. Keine autogetuneten Sängerinnen, kein Mainstream-Pop, aber doch irgendwie Popmusik. Keine Lieder, die man ständig hört, weil sie im Radio gespielt werden – schade eigentlich.

Titelbild: (c) Caroline Records

 

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.