Film/riss: SpongeBob Schwammkopf (3D)

(c) Paramount Pictures

Schwere Kost für die Kleinen. Ein süßes Endzeitszenario gefüllt mit Zuckerwatte und Shining für die Großen – das ist SpongeBob (3D) im Kino. Mahlzeit .

Ein typischer Handlungsstrang, der allen Kennern der SpongeBob-Serie bekannt sein dürfte, ist das unaufhörliche Streben Planktons nach der Geheimformel, die den Krabben-Burger dazu macht, was er eben ist: SpongeBobs Lebensinhalt.

Das Abenteuer beginnt wider Erwarten in der realen Welt, mit dem Piraten Burger-Beard. Auf einer kleinen Insel ergattert er ein magisches Buch, in dem es um die Stadt Bikini Bottom und die aktuellen Umstände unter Wasser geht. Aufgebaut wie eine Märchenstunde wird ein normaler, gezeichneter SpongeBob-Alltag gezeigt, inklusive der Beinahe-Eroberung der Geheimformel durch Plankton. POOF – und das Objekt der Begierde ist weg. In diesem Moment ist der Zuschauer genauso ratlos wie die Figuren selbst.

Eine Frage des Alters
Und hier beginnt die komplizierte Abfolge der Handlungsstränge, die vielleicht sehr junge Kinobesucher aus dem Konzept bringen kann, den gelben Spaß für sie allerdings nicht mindert.

Erwachsene müssen sich hierbei einer visuellen Herausforderung stellen. Statt der Vorhersehbarkeit tritt eine Reizüberflutung neuer Möglichkeiten und Charaktere ein, die eine Kampfansage an unsere Sinne zu sein scheint. Eine Auflockerung erfährt die Handlung durch eingebaute Anspielungen auf verschiedene Klassiker, wie etwa auf die gruseligen Zwillinge von Shining, die sich, getarnt als Eislutschka, in SpongeBobs Hirn verstecken. Ebenso durch den interdimensionalen, allwissenden Delphin Bubbles, abgezweigt aus der Odyssee Per Anhalter durch die Galaxis.

Apokalypse und Zeitreisen
Genauso schnell wie der „heilige Gral“ der Unterwasserbewohner verschwindet, bricht über der sonst so fröhlichen Stadt die Apokalypse aus. Die Jagd nach dem vermeintlichen Dieb beginnt und ausgerechnet SpongeBob hilft dem grünen Zwerg bei der Flucht.

Während die Unterwasserwelt in Anarchie versinkt, steht für den Quadratschädel ein Brainstorming an. Das naheliegende Ergebnis ist natürlich: Zeitreisen! Durch einen Defekt der Do-It-Yourself-Zeitmaschine lernen der gelbe Schwamm und sein mittlerweile loyaler Freund Plankton den vorher erwähnten Delphin Bubbles kennen. Dieser wacht seit 100.000 Jahren allein über die Menschheit und den Kosmos.

Diesmal ohne Wasser
Der Landgang der Hauptcharaktere wurde schon in einer Folge der Serie thematisiert. Bislang brauchten die Meeresbewohner jedoch Wasser, um an Land überleben zu können. Durch SpongeBobs neue, interdimensionale Bekanntschaft, die kurzum erscheint, ist das nicht mehr nötig und das Eintauchen in die reale Welt wird für die Figuren und die Animatoren erleichtert.

Die Animationen sind süß, allerdings durch den beibehaltenen Zeichentrickstil – der nur für das einzige Säugetier der Gruppe nicht gilt – auf Dauer unspektakulär. Da hilft auch kein magisches Aufpumpen auf Menschengröße. Das Zusammenspiel der realen Schauspieler und der Trickfilmhelden ist jedoch trotzdem eine gelungene Inszenierung.

Inhaltlich gesehen…
Wenngleich es manchmal so scheint, als ob die Handlung aus einigen Folgen der Serie zusammengepappt wurde, haben die Macher einen Weg gefunden, die Geschichte nahtlos ineinander greifen zu lassen – obwohl dazu ein sprechender Delphin und einige wirre Szenen nötig sind. Der Umstand, dass nur einmal gesungen wird, ist ebenso positiv auszulegen.

Zusammengefasst ist SpongeBob Schwammkopf (3D) ein gelungener Familienspaß, der auch unter älterem Publikum seine Fans sucht und verdient.

Kinostart Österreich: 19. Februar

Titelbild: (c) Paramount Pictures

Sandra Čapljak ist als Social Media Managerin bei mokant.at tätig. Sie studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und arbeitet als Redakteurin bei "Der Standard" im Ressort "Etat & Kommunikation". Kontakt: sandra.capljak[at]mokant.at

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