Cannabis kaufen: „Heute bin ich dran“

(c) Julian Haas
hanf, gras, drogen

In den Niederlanden, Tschechien oder Colorado ist es kein Problem mehr, sich das eine oder andere Gramm zu besorgen. Hierzulande ist das noch etwas komplizierter. Wir haben einen THC-Konsumenten begleitet

Es riecht nach Zimt und Keksen. Im siebten Wiener-Gemeindebezirk erfüllt der Geruch zweier Weihnachts-Duftkerzen die stickige Luft im Vorraum einer Genossenschaftswohnung. Der winzige Garderobenständer ist überfüllt. Ein grauer, elegant-geschnittener Wintermantel liegt direkt darunter auf dem Boden. Mehrere Schuhpaare drängen sich, noch nass vom Wetter, auf der schwarzen Plastik-Abtropfmatte. Die Tür zum Wohnzimmer wird geschlossen gehalten. Trotzdem hört man „Die Fantastischen Vier“ aus den Boxen der Anlage dröhnen: „…Du atmest ein, Du atmest aus…“

„Heute bin ich dran“
Das Wohnzimmer ist klein. Das blaue Sofa dafür umso größer. Man muss sich an der Wand vorbeidrücken um sich setzen zu können. In der Mitte der Sitzlandschaft steht ein glänzender Ikea-Tisch vollgeräumt mit Kleinkram. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es sich dabei um Rauch-Utensilien handelt: Zigarettenschachteln, Tabakdosen, Papers, Filtertips, Aschenbecher und zwei Metall-Döschen, die sich später als Grinder zum Zerkleinern von Cannabis, herausstellen. Unter dem Tisch befindet sich eine Vorratskammer für den kleinen Hunger: Drei Chips-Packungen, zwei Cola-Flaschen, eine Dose Dr.Pepper, ein paar Tafeln Schokolade und eine Großpackung Gummibärchen.

Stefan (Name von der Redaktion geändert) ist gerade dabei Geld von seinen zwei Freunden einzutreiben, die es sich auf dem Sofa gemütlich gemacht haben. Sie geben ihm jeweils einen zwanzig Euro Schein und lassen sich zurück auf den Kissenhaufen fallen, der vorher sorgfältig in der Mitte der Couch gestapelt wurde. „Normalerweise ist es recht einfach in Wien an Gras ranzukommen. Trotzdem geht immer nur einer. Heute bin ich dran.“ Das Geld wird ordentlich in der Hosentasche platziert und sich verabschiedet: „Baut keinen Scheiß. Ich bin bald wieder da.“ Mit diesen Worten fällt die Wohnzimmertür zu und Stefan zieht sich seinen eleganten, grauen Mantel an.

Gras statt Bier
Stefan wurde in Wien geboren. Er ist nicht arm und auch nicht arbeitssuchend. Mit dem Biologie-Studium ist er bald fertig. Seine Diplomarbeit hat er bereits abgegeben. Vor etwa fünf Jahren begann er regelmäßig zu kiffen. Nicht nur er. Auch seine zwei Kollegen, mit denen er sich beinahe täglich trifft. „Andere treffen sich auf ein Bier. Wir auf einen Joe (Synonym für Joint, Anmerkung der Redaktion).“ Manchmal spielen sie bis spät in die Nacht Playstation und reden über das Studium, die Frauen und darüber mit dem Gras-Rauchen aufzuhören. „Ich will nicht ewig weiter rauchen. Mit der Zeit geht das ja ins Geld. Und das könnte ich anderswo besser brauchen. Ich spare zurzeit auf eine Eigentumswohnung.“

Nettigkeiten und die Polizei
Es ist Samstag und ganz Wien scheint auf den Beinen zu sein. Zusammengerottet in Grüppchen logiert der Besucherstrom entlang der Gürtelbögen vor den hell erleuchteten Lokalen. Drinnen sowie draußen drängen sich die Leute dicht aneinander vorbei. Ein dumpfes Stimmengewirr ist zu hören: Irgendwo wird gelacht, wo anders geweint, dann wird nach jemandem gerufen. Doch im Grunde ist die Stimmung entspannt und jeder, der auf einen zukommt, scheint gut gelaunt zu sein. Es riecht nach Alkohol und Imbiss-Essen.

Stefan bahnt sich zielstrebig seinen Weg durch das Party-Volk. Er bleibt bei einem Schwarzafrikaner stehen, der gerade eine angeregte Diskussion mit seinem Freund führt. Als hätte er den Studenten schon erwartet, dreht sich der Fremde um, lächelt und reicht ihm die Hand. Wie zwei alte Freunde stehen sie da und tauschen Nettigkeiten aus. Stefan weiß, wie er es machen muss, um nicht auffällig zu wirken. Denn auf der anderen Seite der Straße steht in gleicher Höhe ein Polizeiauto. Daneben wird gerade ein Fahrzeuglenker kontrolliert. „Hast du Gras?“ hört man Stefan fragen. „Wieviel?“ – „Sechs Gramm.“ Der Dealer bittet Stefan kurz mitzukommen. Soviel trägt er nie bei sich. Zusammen gehen sie durch einen Durchgang auf die andere Seite des Gürtels. Stefan muss dort warten. Kurze Zeit später kommt der Dealer zurück und gibt ihm sechs kleine Päckchen in die Hand. Die vorbereiteten sechzig Euro wechseln den Besitzer. Und Stefan macht sich auf den Weg zurück nachhause.

Zimt und Weihnachten
Kurze Zeit später befindet sich Stefan wieder in der Wohnung. Nicht einmal eine halbe Stunde war er weg. Als erstes wird eine silberne Brief-Waage hervorgeholt. „Es ist eigentlich egal, was die Waage anzeigt. Wir können es ja nicht mehr reklamieren. Aber es ist trotzdem nett zu wissen ob man beschissen wurde.“ Die Ziffern an der Waage verändern sich. „Es ist ok. Die Qualität ist zwar nicht immer die Beste, aber die Menge passt meistens.“ Ein Päckchen wird aufgerissen und das Cannabis-Aroma beginnt sich zu entfalten. Das Gras wird in eines der runden Metall-Döschen gesteckt um es zu zerkleinern. Eine Bong wird aus dem Wandkasten neben dem Fernseher geholt und mit kaltem Wasser befüllt. Zigaretten werden mit einem Feuerzeug leicht getrocknet bis der Tabak seine ganze Feuchtigkeit verliert. Dadurch verbreitet sich schnell der Duft von verbranntem Papier in dem kleinen Raum und überdeckt den Marihuana-Geruch.

Beim Verlassen der Wohnung riecht es nun nicht mehr nur nach Zimt und Weihnachten. Eine würzige Cannabis-Duftnote hat sich trotz der geschlossenen Wohnzimmertür in den Vorraum geschlichen und versucht zu entkommen. Bis in den Gang schafft sie es aber nicht. Dafür kennt sich Stefan viel zu gut aus: Er zündet eine dritte Duftkerze an.

Titelbild: (c) Julian Haas

Passend dazu: 

Sandra Čapljak ist als Social Media Managerin bei mokant.at tätig. Sie studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und arbeitet als Redakteurin bei "Der Standard" im Ressort "Etat & Kommunikation". Kontakt: sandra.capljak[at]mokant.at

6 Comments

  1. James

    5. Februar 2015 at 17:53

    Genau so läuft es doch in vielen WGs oder bei Treffen mit Freunden ab. Man raucht gemütliche eine, ist gut drauf und genießt sein Leben. Im Prinzip genauso wie wenn sich Leute auf ein gemütliches Bier treffen. Da gehört schon längst eine Gesetzesänderung her…

  2. Toppie

    17. Juni 2015 at 21:24

    wietwietwiet.nl
    Frage an der Toppie (admin).
    Er schickt es mit dem Post !
    Hat schon 1 sehr zufrieden Kunde in Austria (Wien):)

  3. matthi

    27. November 2015 at 11:01

    Hallo,

    bin 73 Jahre und habe seit Jahrzenten mit WS-Problemen zu tun. Nehme deswegen hochdosiert Hydromorphon ein.
    Bislang ist es mir nicht gelungen, eine Anschrift zu nekommen, wo man THC-Gras erwerben kann.
    Könnt ihr mir weiterhelfen. Wäre euch sehr dankbar hierfür und freue mich auf eure Tipps.

    Beste Grüße

    matthi
    -Geprüfter Pharmareferent-

  4. Mena

    26. Dezember 2015 at 12:30

    Also sorry aber den artikel find ich wirklich sinnlos. Einer geht am gürtel gras kaufen und raucht es danach. Von einem ernstzunehmenden medium hätt ich mir schon ein paar echte zahlen, facts, risiken usw. erwartet..

  5. Andy C

    8. Juni 2016 at 00:53

    Witzige Story, sehr lesenswert 😀 War vor kurzem in Colorado, da kann man das an jeder Straßenecke kaufen.

  6. Stacy Alexa

    17. Juni 2016 at 19:35

    Mein Mann war mit Krebs im Endstadium diagnostiziert, die von seinem Gehirn in die Lunge und Leber ausgebreitet. er wurde so krank, dass er ihm die kleinste Aufgabe zu tun müde aus; durch einen Raum zu gehen, würde sich große Mühe und all den Atem nehmen. Ich war nicht in der Lage, seine Situation zu mehr ertragen, und ich beginnen Fragen zu Krebs in meiner Nachbarschaft und Arbeitsplatz zu fragen, vor allem ich betete, daß Gott die Heilung zu meinem Mann schicken und nehmen Sie die Trauer weg von meiner Familie, ein treuer Abend mein Nachbar die sich erst kürzlich in der Nachbarschaft kam zu mir, dass sie hörte, dass ich habe Fragen zu Krebs gefragt und erzählte mir von Jenny Kim Hanföl und wie sie geheilt ihre 9 Jahre Brustkrebs. Sie gab mir ihre E-Mail (xxx). Es war eine große Freude, an diesem Tag, und er ist mein Mann das Leben gerettet Engel, bestellte ich das Öl, und ich erhielt sie in dieser Woche und folgte seinen Anweisungen und gab mein Mann das Hanföl. Um Gott die Ehre mein Mann völlig frei von Krebs ist, und er ist gesund und stark jetzt, nach dem er berichtete, dass er den Atem gut konnte, war nicht irgendwelche Schmerzen erlebt und fühlte, wie die guten Zellen in seinem Körper. vier Tage später unser Hausarzt, Benson, berichtet es keine Anzeichen von ihm keine Probleme beim Atmen oder Probleme mit körperlichen Aufgaben und Krebs zu haben waren; Danke Herr, mein Mann mit der Hilfe Gottes Diener lebendig ist. mein Mann ist nun in der Lage voll und tief zu atmen. Sein Arzt berichtet, sagt seine Leberkrebs ist frei. Daß er scheint nicht erneut eine kleine Menge von Krebs in der Leber und der Lunge haben. Der Arzt ist an der Wirksamkeit des Hanföl erstaunt. mein Mann und ich glaube, die großen Veränderungen in seinem Körper. Natürlich leugnen wir nicht die wichtige Rolle der Diät. mein Mann Geschichte ist ein ideales Beispiel dafür, wie Hanföl Heilungswunder im Körper häufig.) Wir xx danken für seine Wunderhanföl Behandlung. kontaktieren sie mit (xxx)

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.