ÖH vs. Burschenschaften: Grenzen der Meinungsfreiheit

Burschenschaften-Demo

Die ÖH Uni Wien fordert ein Couleurverbot für Burschenschafter und löst eine Debatte um freie Meinungsäußerung und Bekleidungsvorschriften aus.

„Rassistisch, sexistisch, ekelhaft – das ist die deutsche Burschenschaft“, hört man von der einen  Seite. Plakate mit „Kein Mal und nie wieder“ und „No WKR“ Aufschriften werden hochgehalten. Auf der anderen Seite starre Blicke, die von bunten Kappen geschützt sind. Einen Banner mit der Aufschrift „Bunt statt Rot – gegen das Couleurverbot“ halten sie. Sie wirken leicht eingeschüchtert, aber dennoch sind sie präsent. Das wöchentliche Burschenschaftertreffen auf der Rampe der Universität Wien wird von Demonstrationen gestört. In den Kampf zwischen ÖH Uni Wien und Burschenschaften haben sich nun auch linke Organisationen eingemischt. „Man muss ihnen den letzten öffentlichen Platz auch noch nehmen“, meint ein Demonstrant.

FUJI2293_by_JULIAN_HAAS_mid

(c) Julian Haas

Das Burschenschaftertreffen auf dem Gelände der Universität Wien ist der ÖH Uni Wien schon länger ein Dorn im Auge. Bei dem Treffen wollen die Studentenverbindungen einerseits Präsenz zeigen sowie neue Mitglieder anwerben. Eine „Distanzierung von rechtsextremistischem Gedankengut“ und ein Couleurverbot — das Tragen von Mütze und Band in den Farben der Verbindung — wird von Seiten der ÖH Uni Wien in einer Aussendung von der Universitätsleitung gefordert. Verfassungsrechtlich und auch meinungsfreiheittechnisch ist die Forderung allerdings schwer durchführbar, sagt Verfassungsrechtler Bernd-Christian Funk in einem Interview mit derstandard.at: „Es gibt keinen sachlich zureichenden Grund, die Burschenschafter tragen keine verbotenen Abzeichen. Die Universität hat einen öffentlichen Status und unterliegt einem Diskriminierungsverbot und einem Gleichbehandlungsgebot.“

Burschenschaft ist nicht gleich Burschenschaft
Zudem ist es wichtig, Burschenschaften* nicht als Ganzes zu betrachten, sondern zwischen den verschiedenen Arten zu differenzieren. Burschenschaften sind eine Art Studentenverbindung, deren Großteil sich zu den Prinzipien der Urburschenschaft aus dem Jahr 1815 bekennt. Als „Burschenschaft“ bezeichnen sich allerdings mittlerweile verschiedenste Studentenverbindungen, die die Prinzipien auf individuelle Weise interpretieren. Den grundlegendsten Unterschied könnte man zwischen katholischen und deutschnationalen Burschenschaften sehen. Unter den deutschnationalen gibt es wiederum schlagende als auch nicht-schlagende Verbindungen. Laut der deutschnationalen Burschenschaft „Gothia“ unterscheidet Burschenschaften von anderen Studentenverbindungen der „Lebensbund unter den Bundesbrüdern“ sowie „die moralische Anforderung an ihre Mitglieder“.

Rund 10-15% aller Studentenverbindungen in Österreich können als deutschnationale Burschenschaften gesehen werden. Der Begriff „deutschnational“ bezeichnet das „Bekenntnis zum deutschen Vaterland als der geistig-kulturellen Heimat des deutschen Volkes“. Schlagende Burschenschaften führen eine Mensur mit anderen schlagenden Studentenverbindungen, während nicht-schlagende diese Tradition meist aus religiösen Gründen ablehnen. Die Mensur ist ein traditioneller Fechtkampf, bei dem zwei männliche Mitglieder gegeneinander antreten. Sie ist unter anderem neben Heimatverbundenheit und Deutschbewusstheit eine der wichtigsten Werte deutschnationaler Verbindungen. Das Motto „Ehre —Freiheit —Vaterland“ hat laut der Websites verschiedener Burschenschaften oberste Priorität. Deutschnationalen Verbindungen wird oftmals eine Nähe zu Rechtsextremismus vorgeworfen. So geriet etwa die vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) als rechtsextrem eingestufte Burschenschaft „Olympia“ schon oft in Kritik, unter anderem aufgrund ihrer Infragestellung des NS-Verbotsgesetzes. Hauptkritikpunkte der ÖH Uni Wien an deutschnationalen Verbindungen sind „Homophobie, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus“.

Nicht-schlagende Burschenschaften in Österreich sind vorwiegend katholische Burschenschaften. Sie begründen die Ablehnung der Mensur mit den christlichen Werten der „Nächstenliebe“. Katholische Burschenschaften sind in Dachverbänden wie dem Mittelschüler-Kartell-Verband oder dem Cartellverband (CV) organisiert. Zu differenzieren sind deutschnationale und christliche Burschenschaften vor allem wegen den grundlegend unterschiedlichen Wertvorstellungen. Die Grundprinzipien des ÖCV (Österreichischer Cartellverband) bestehen aus religio (Katholozität), patria (Vaterlandsliebe), scientia (Wissenschaftlichkeit) und amicitia (Lebensfreundschaft). In die Mitgliedsverbindungen des ÖCV werden keine Frauen aufgenommen, was von der ÖH ebenfalls stark kritisiert wird.

(c) Julian Haas

(c) Julian Haas

Farbe bekennen
Was alle Burschenschaften gemeinsam haben: sie tragen die Couleur, bestehend aus einer Mütze, einem Band und einem Zipfelbund, in den Farben der Studentenverbindung. Sie ist ein Teil ihrer Identität als Korporierter, ein Teil ihres Auftretens. Ob es nun als Kleidungsstück oder politisches Symbol gesehen werden kann, hängt vom Auge des Betrachters ab. Die ÖH Uni Wien hat sich die Couleur zum Anlass genommen, Burschenschaften und ihre Hintergründe wieder zu thematisieren. Die Forderung ist auf deutschnationale Burschenschafter ausgerichtet, ein Couleurverbot würde allerdings auch katholische Verbindungen betreffen. Rechtsextremismus-Forscher Heribert Schiedel betonte in einem Interview mit mokant.at die Notwendigkeit der Differenzierung verschiedener Arten von Burschenschaften: „Gerade im politischen Alltag sollte doch genau unterschieden werden, ob man es mit einer konservativen oder rechtsextremen Verbindung zu tun hat.“ In einem Kommentar im unimag bezeichnet Philipp Hartberger von der katholischen Mittelschulverbindung Badenia das Vorgehen der ÖH daher als schwere Themenverfehlung: „Nämlich deshalb, weil 80 Prozent der Studierenden die er trifft, dem christlichen und nicht dem deutschnationalen Lager zuzuordnen sind.“ Auch wenn die ÖH in der Aussendung vom 28.10. klarstelle, dass diese zu differenzieren sind, lasse sie zugleich Toleranz Andersdenkenden gegenüber vermissen, meint Philipp. „Ein demokratiepolitisch korrekter und nachhaltiger Weg kann nur in einer ehrlichen und tiefgreifenden Auseinandersetzung mit dem Farbstudententum als Ganzes erfolgen“, ein Weg dazu wäre seiner Meinung nach ein persönlicher Dialog.

Die ÖH Uni Wien lehnt die Einladung auf einen Dialog mit Burschenschaften in einem Antwortkommentar im unimag allerdings gänzlich ab: „In Räumlichkeiten in denen Doppelkopfadler, Dollfuß-Portraits und/oder Ähnliches hängen, wollen wir unsere Zeit nicht verbringen“, meinen die Vorsitzenden. Gründe dafür werden nicht genannt, es wird lediglich erwähnt, dass Rechtsextremismus, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus keinen Platz an einer Universität haben sollten. Die Universitätsleitung wird aufgefordert, ein klares Statement abzugeben und sich von deutschnationalen Burschenschaften sowie dem wöchentlichen Burschenschaftertreffen zu distanzieren. „Eine freie Universität kann aber ausschließende Ideologien, wie sie die Burschenschaften eindeutig an den Tag legen, keinen Platz liefern. Eine freie Universität ist eine eindeutig antifaschistische, eine, die ein solidarisches Miteinander einfordert und Ausgrenzung keinen Platz liefert.“ Ausschließend seien die Ideologien deshalb, weil sie Werte wie Sexismus, Homophobie und Rassismus beinhalten würden, meint der Vorsitz der ÖH Uni Wien im Kommentar. Eine Einladung von mokant.at zu einem Streitgespräch zwischen dem RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) Vorstand und dem ÖH Uni Wien Vorstand wurde von Seiten der ÖH ebenfalls abgelehnt.

„Die letzte öffentliche Plattform muss ihnen genommen werden“

(c) Julian Haas

(c) Julian Haas

Zurzeit engagieren sich verschiedene Gruppen von Burschenschaftsgegnern vor Ort des wöchentlichen Treffens für das Couleurtrageverbot und die Verdrängung der Burschenschafter von der Uni Rampe. Mehrere Demonstrantengruppen haben sich vergangenen Mittwoch vor dem Haupteingang der Universität Wien versammelt, während die Burschenschafter von der Polizei vom Café Einstein zum Eingang eskortiert werden. Für Fragen von mokant.at waren letztere allerdings nicht offen: „Wir haben kein Interesse an einem Interview.“

Ausrufe, Parolen und Gesänge von den linken Protestgruppen haben sich schließlich nach knapp 20 Minuten bewährt. Die Burschenschafter werden wieder unter Polizeischutz wegeskortiert, Jubel bricht in der Demonstrantenmenge aus. Unter den Demonstranten befindet sich ein junger Mann von der autonomen Antifa, der erklärt, wieso die Proteste gegen Deutschnationale und das Couleurverbot wichtig sind: „Dass man mit solchen Ideologien und politischen Symbolen nichts zu tun haben will, sehe ich nicht als Bekleidungsvorschrift, sondern als Statement der Uni das besagt: ‚Von diesen Ideologien grenzen wir uns ab, sowas tolerieren wir nicht.’“ Eine andere Demonstrantin ist gleicher Meinung, sie sehe Deckel und Scherpe nicht als Bekleidung, sondern als politisches Symbol, von dem man sich distanzieren solle. „Es wäre wünschenswert, wenn eine postnazistische österreichische Gesellschaft Deutschnationalismus und Faschismus generell ablehnen würde“, meint sie.

Baldige Lösung?
Der Rektor der Universität Wien, Heinz Engl, sieht kein Couleurverbot in naher Zukunft vor. „Für eine solche Vorgangsweise gäbe es keine rechtliche Basis. Die Universität Wien will und kann ihren Studierenden keine Bekleidungsvorschriften machen, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegen“, meint er in einer Stellungnahme gegenüber derStandard.at. Seine Lösung liegt im akademischen Diskurs der Beteiligten, von dem sich beide Seiten allerdings bei ihrem Zusammentreffen wenig begeistert zeigen. Der RFS (Ring freiheitlicher Studenten) hatte angeboten, im Streit zwischen beiden Seiten zu vermitteln. Falls das für die ÖH nicht in Frage kommen sollte, wäre eine Mediatorenlösung ebenfalls eine Möglichkeit, die vom RFS unterstützt wird, so der Vorsitzende Alexander Schierhuber. Die ÖH Uni Wien lehnte dies allerdings ab, da er „keine neutrale dritte Position inne hat, sondern klar von Burschenschaften geprägt ist“ – laut einer Presseaussendung. Ob sich die Beteiligten letztendlich doch zu einem Diskurs einigen können, wird sich zeigen.

*Anmerkung: In diesem Artikel wurde der gebräuchliche Begriff „Burschenschaft“ auch für katholische Verbindungen verwendet. Der korrektere Ausdruck  wäre „Studentenverbindung“ oder „Korporation“.

Titelbild: (c) Julian Haas

Passend dazu:
ÖH Uni Wien im Interview: „Versteifen uns nicht auf Verbote“

Interview mit Heribert Schiedel zum Thema Burschenschaften und WKR-Ball
Akademikerball-Demo: Wer ist schuld an der Gewalt?

 

mokant_schiffchenHat dir dieser Artikel gefallen? Jetzt kannst du Mitglied werden und damit jungen unabhängigen Journalismus fördern!

Kiana Fathi ist als Redakteurin für mokant.at tätig und studiert Publizistik an der Universität Wien. Kontakt: kiana.fathi@mokant.at

27 Comments

  1. mp

    11. November 2014 at 10:38

    Finds immer schwach, wenn die Leute zu feig oder bequem sind für eine ernsthafte Diskussion oder wenigstens eine Stellungnahme. Vor allem bei der ÖH find ich das enttäuschend.

    • sarah

      11. November 2014 at 15:04

      Man muss nicht mit allen diskutieren, bei manchen meinungen kann es keine diskussion geben

      • Nkay

        14. November 2014 at 14:19

        Da hast du vielleicht Recht, wenn man aber den Punkt dort zieht, wo die eigene Meinung aufhört, ist das etwas bedenklich.
        Gegen den ÖCV lässt sich aber wohl wirklich nichts aktuelles finden, was veranlassen würde das Tragen von Couleur zu verbieten…

      • Vetinari

        20. Januar 2015 at 18:04

        das hat Stalin auch praktiziert. Er hat mit dieser Methode ja nur 30 Mio umgebracht.
        Es kann kein Diskussionsverbot geben!!!!!!

  2. MVH

    11. November 2014 at 12:48

    1. Wird in diesem Artikel ein beliebter Fehler gemacht: den Begriff „Burschenschaft“ als Oberbegriff aller Studentenverbindungen zu nehmen. Als Burschenschaften sehen sich wirklich nur jene, die sich auch als solche bezeichnen, diese sind national.

    2. Sollte jedem vernunftbegabten Wesen in Anbetracht der Geschehnisse einleuchten, wie sich die Fronten verhalten. Die Linke ist ja recht unverblümt: gegen Staat, Polizei. etc. und „for communism“, wie auf Plakaten steht und es skandiert wird. Bei welcher Seite es sich um die Feinde unserer Republik und unseres Rechtsstaats handelt, ist augenscheinlich.

    • anton

      11. November 2014 at 15:59

      Also ganz ehrlich, ich finde in diesem Artikel wird sehr wohl differenziert. es ist durchaus üblich alle korporationen und verbindungen als burschenschaft zu bezeichnen. und in diesem artikel hat man sich sehr bemüht eben nicht alle in einen topf zu werfen, so wie das die öh tut.

      • MVH

        11. November 2014 at 20:06

        Es ist dennoch inkorrekt, alle Studentenverbindungen als Burschenschaften zu bezeichnen. Nur weil viele die Begriffe nicht unterscheiden können und falsch gebrauchen, wird es deswegen nicht richtig.

      • Mo

        13. November 2014 at 10:14

        Anton: Dieser Artikel ist deshalb so verwirrend, weil er einerseits Zwischen Verbindungen unterscheidet aber dennoch alle Burschenschaft nennt. Der Leser kann also nie wissen ob grade eine echte Burschenschaft oder doch die Verbindungen im Allgemeinen gemeint sind. Ansonsten bin ich aber auch der Meinung, dass hier ein ordentlicher Artikel vorliegt!

        • Zoran Sergievski

          27. November 2014 at 22:38

          Einfach mal das Sternderl am Ende des Textes lesen, dann erübrigt sich diese Debatte.

    • mp

      11. November 2014 at 17:04

      Das ist ja echt mal eine primitive Argumentation. Nationalistische Ideen haben Europa Anfang des 20. Jahrhunderts 2 mal in Schutt und Asche gelegt. Damit meine ich jetzt nicht nur die Nazis sondern den Nationalismus ganz allgemein, wie er auch im 1. Weltkrieg von ALLEN Seiten propagiert wurde. Eine Idee, die eine Nation an die Wand fährt, kann ja wohl unmöglich gut für ebendiese sein.

  3. freigeist

    11. November 2014 at 13:38

    „Ausrufe, Parolen und Gesänge von den linken Protestgruppen haben sich schließlich nach knapp 20 Minuten bewährt.“

    Bewährt hat sich das nicht. Der Bummel des WKR dauert seit Jahrzehnten genau 15 Minuten. Wenn man so will, hat der WKR sogar 5 Minuten dazugewonnen.

  4. Unangenehm

    11. November 2014 at 14:57

    Der ÖH der UNI Wien ist lange nicht der pluralistische Verband der er sein sollte. Ich habe selten so viele unangenehme, mit dunklen Sonnenbrillen, Halstüchern und Mützen vermummte Menschen an einer Universität gesehen. Da wird einem ja Angst und Bange bei diesen aggressiven Tönen im Schulterschluss mit der ÖH. Viele meiner Bekannten fühlen sich auch schlicht schlecht oder gar nicht vertreten durch diese Menschen.

  5. L_Alpha

    11. November 2014 at 14:58

    Wie ahnungslos muss man eigentlich sein, um zu ÖCV Verbindungen „Katholische Burschenschaften“ zu sagen? Eine 5 Sekunden lange Google Suche würde ausreichen, um zu erfahren, dass man katholische Verbindungen nicht „Burschenschaften“ nennt.

    Und toll, dass ihr beim Wiederkäuen des Vorwurfs, dass keine Frauen aufgenommen werden, gezielt sämtliche Frauen-Verbindungen für Studentinnen oder Schülerinnen weglasst bzw. auch den Fakt, dass es durchaus gemischte Verbindungen gibt.

    Super Qualität eurer Recherche, Mokant.

    • maja

      11. November 2014 at 16:01

      ich finde in dem artikel wird ganz klar unterschieden nicht so, wie bei der ÖH

    • Zoran Sergievski

      27. November 2014 at 22:40

      ein genau 5 Minuten langes Lesen des Textes und die eigene Ahnungslosigkeit/Ignoranz würde am Ende des Artikels aufgelöst.

  6. El Jefe

    11. November 2014 at 15:29

    1.) Aufgrund mangelhafter Differenzierung ein ziemlich schwach recherchierter Artikel: Ohne auch nur einmal das Gespräch mit den sogenannten „Burschenschaftern“ zu suchen werden schlicht alle (!) als Burschenschafter abgestempelt – egal ob konfessionell oder nicht UND egal ober männlich oder weiblich. Ja! Es gibt auch gemischte bzw. rein weibliche Studentenverbindungen! Sind die dann auch frauenfeindlich bzw. anti-feministisch eingestellt? Der Überbegriff für solche Vereine sollte mE Korporation oder Studentenverbindung und nicht salopp Burschenschaft heißen. Das hier zeugt nicht gerade von akademischer Herangehensweise und Bearbeitung eines Themas.

    2.) Einladungen auf einen Dialog gänzlich abzulehnen ist mE nicht die Aufgabe einer Studentenvertretung – die btw auch eben diese Personen vertreten muss. Universitäres Leben soll doch geprägt sein von Toleranz und humanistischer Aufklärung sowie Wissens- und Forscherdrang? Offensichtlich nicht bei der ÖH.
    Vielleicht wollen „die Burschenschafter“ auch nicht in ÖH Räume kommen, denn dort hängen zwar keine Dollfuß oder Doppelkopfadler-Bilder, aber vielleicht doch das ein oder andere Anarcho-/Che Guevara war so toll-/Nieder mit dem Kapital-/Marx-Poster.

    3.) Offensichtlich widerspricht sich da wer selbst, denn wer eine freie Universität fordert darf sich nicht wundern, wenn dort Leute auftauchen, die andere Meinungen vertreten. Einerseits soll Ausgrenzung kein Platz gegeben werden, hier fordert man aber selber die Ausgrenzung Andersdenkender – also von allen Korporierten… Also irgendwie beißt sich die Katze da schon in den Schwanz, oder? Außerdem geht die ÖH Streitgesprächen aus dem Weg… Wer grenzt hier jetzt wen aus? „Andere Ideologien tolerieren wir nicht“ – abgekürzt der sympathische Antifa-Demonstrant: super tolerante Einstellung!

    Also mE kommt der Faschismus wieder zurück, aber nicht als Faschismus, sondern getarnt im Anti-Faschismus! Was kommt denn als nächstes? Beschmierte Wände mit der Aufschrift:“Studenten, geht nicht zu Verbindungen?“ Klingt sehr ähnlich geläufigen Sprüchen auf jüdischen Geschäften in Deutschland und Österreich vor Ausbruch des 2. Weltkrieges: „Deutsche, kauft nicht bei Juden!“… Und das dann endlich noch gut heißen, wie die SA Aktionen der HJ gut geheißen hat! Wehret den Anfängen!!!

    • die Maus

      11. November 2014 at 17:13

      Haben SIe den Artikel nicht gelesen oder sind Sie der Deutschen Sprache nicht mächtig? Zweiteres möchte ich einem offensichtlich Deutschnationalem nicht unterstellen:

      Zitat 1: „Burschenschaft ist nicht gleich Burschenschaft
      Zudem ist es wichtig, Burschenschaften nicht als Ganzes zu betrachten, sondern zwischen den verschiedenen Arten zu differenzieren.“

      Zitat 2: „In einem Kommentar im unimag bezeichnet Philipp Hartberger von der katholischen Mittelschulverbindung Badenia das Vorgehen der ÖH daher als schwere Themenverfehlung: „Nämlich deshalb, weil 80 Prozent der Studierenden die er trifft, dem christlichen und nicht dem deutschnationalen Lager zuzuordnen sind.“

      Zitat 3: „Eine Einladung von mokant.at zu einem Streitgespräch zwischen dem RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) Vorstand und dem ÖH Uni Wien Vorstand wurde von Seiten der ÖH ebenfalls abgelehnt.“

      Wer dem Artikel vorwirft, unausgewogen zu sein, ist in Wahrheit selbst voreingenommen.

      • El Jefe

        12. November 2014 at 10:49

        Danke für das – ein wenig stupide – Wiederholen des Textes… Jetzt habe ich es nämlich wirklich verstanden! Dafür, dass ich scheinbar des Lesens nicht mächtig sein soll, haben Sie mir jetzt aber so richtig die Leviten gelesen…

        Zum Rekapitulieren der Antwort auf den Kommentar:
        Der Kommentar mit dem Inhalt des kommentierten Artikels beantwortet und dann wird offensichtlich angenommen, dass man sein Gegenüber deswegen argumentativ überholt hat.
        Dann wird gesagt, man sei voreingenommen, weil man auf die Unausgewogenheit des Artikels eingegangen ist. Allein deswegen, weil man sagt, dass der Artikel unausgewogen ist, ist man also voreingenommen. Mhmm… Also mE ist diese interessante Replik auf meinen Kommentar an sich ziemlich haltlos und mehr als schwach argumentiert…
        Entschuldigung, gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie keine 200€ ein.
        Vielleicht beim nächsten Mal… 😉

  7. rm

    11. November 2014 at 16:05

    Dafür, dass der Beitrag von einer Publizistik-Studentin stammen soll, mangelt es ja schon an der elementarsten Recherche zum Thema. Vielleicht sollte sich die Autorin einmal als Basis die Wikipedia-Artikel zum Thema Verbindungen zu Gemüte führen.

    Nochmal, ganz langsam zum Mitschreiben: eine Burschenschaft ist ein spezieller Typ von Studentenverbindung, der allerdings NICHT als Überbegriff für sämtliche (auch nicht bei rein männlichen) Verbindungen verwendet werden kann, weil er dort schlicht fehl am Platz ist. Zum Vergleich: ein Skoda ist ein Auto. Deswegen sind nicht alle Autos Skodas.

    Wenn es allerdings Absicht war, um wie üblich alle in eine Ecke zu rücken: ganz toll gemacht. Wunderbar tendenziös.

    • maja

      11. November 2014 at 16:40

      also ganz ehrlich: tendeziös sind ja wohl Sie. Man kann nicht alles an einem Begriff aufhängen. Ich habe eher das Gefühl, dass die ÖH in diesem Artikel ziemlich schlecht wegkommt. Es werden Unterschiede zwischen verbindungen sehr klar hervorgehoben. den begriff burschenschaft auch für katholische zu verwenden ist durchaus üblich und vermutlich gewollt. Aber wer das Ganze als tendeziös wahrnehmen will, soll es tun.

      • rm

        11. November 2014 at 17:02

        „[…] durchaus üblich und gewollt.“

        Genau da haben wir es, Sie sagen es ja sogar selbst. Und der Artikel ist deshalb aus meiner Sicht tendenziös, weil er ausschließlich der Begriffsverwendung von Verbindungskritikern folgt und trotz aller vermeintlichen Differenzierung alle auf den Begriff der Burschenschaft zusammenführt. Und es ist ja wohl jedem, der Diskussionen zu diesem Thema verfolgt hat, klar, dass dieser Begriff in der öffentlichen Meinung negativ vorbelegt ist. Insofern resultiert aus der Begriffswahl allein schon eine Abwertung, wenn konsequent eine falsche Bezeichnung verwendet wird. Oder wäre es wirklich unzumutbar, die richtigen Begriffe wie Studentenverbindung oder Korporation zu verwenden?

        • maja

          11. November 2014 at 17:06

          es wäre nicht unzumutbar. ich würde aber niemandem vorwerfen tendenziös zu sein nur weil er einen nicht ganz korrekten begriff verwendet, wenn ansonsten deutlich auf unterschiede hingewiesen wird, um eben zu differenzieren und nicht alle in einen topf zu werfen.

      • rm

        11. November 2014 at 17:04

        Ansonsten muss ich Ihnen aber recht geben: der Versuch, das Thema einigermaßen emotions- und vorurteilsfrei zu beleuchten ist recht gut gelungen. Wenn da eben nicht die kleinen Spitzen wären, wie in meinem vorigen Beitrag angemerkt.

      • Unangenehm

        12. November 2014 at 00:04

        Es ist nicht üblich und nicht gewollt. Bitte einen Fehler, auch wenn er ausversehen gemacht wurde, einfach eingestehen und umändern. Da können Sie jeden Verbindungsstudenten fragen. Ganz normale Leute, die nicht mit der Thematik vertraut sind nennen schlicht aus Unwissen jedes Mal Studentenverbindungen „Burschenschaften“. Dadurch wird es aber immernoch nicht richtig. „Katholische Burschenschaften“. Es soll wohl „Katholische Deutsche Burschenschaften“ geben. Das sind aber insgesamt 5. Die 56 ÖCV Verbindungen, als auch die 125 CV Verbindungen in Deutschland werden, wurden noch nie und werden auch in Zukunft nie mit der Kennzeichnung „Burschenschaft“ versehen werden.

        • Garfield

          12. November 2014 at 09:43

          Diese I-Tüpferl Reiterei erinnert mich an die blöde Binnen-I Diskussion oder das Töchter in der Bundeshymne. Geht doch jedem am Allerwertesten vorbei, was der korrekte Überbegriff sein soll.

          • Nkay

            14. November 2014 at 14:34

            Nein absolut nicht. Burschenschaft ist ein Begriff mit einer furchtbaren Konnotation, warum sollen andere Studentenverbindungen, die nichts mit dem in der DB behandelten Gedankengut zu tun haben mit dem gleichen bezeichnet werden, nur weil es einfacher ist begrifflich nicht zu differenzieren.

  8. derpetto

    11. November 2014 at 19:56

    Eine Universität muss allen zugänglich sein. Egal ob die Schwul, Rassisten, homophob, Lesbisch,rechts oder links, obdachlos (in Klagenfurt gibt’s das) oder sogar glauben dass sie die Widergeburt von Hitler persönlich sind. Jeder von den genannten hat genau dasselbe Recht auf Bildung und darf nicht von einer Gruppe ausgeschlossen werden die politisch anders denkt.
    Die Vertreter der ÖH Uni Wien lassen Sitten wie es sie während des Nationalsozialismus gegeben hat wieder aufleben. In über 60 Jahren Demokratie haben wir es weit gebracht, wieder autoritäre politische Entscheidungen durchsetzen probieren…

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.