Serienjunkies: Welcher Stereotyp bist du?

Dr. House oder Breaking Bad? Vampire Diaries oder doch lieber Sherlock? mokant.at hat eine kleine Auswahl an Seriensehern typologisiert und bedient dabei allerlei Stereotype.

Typ 1: Der liebestolle Couch-Potato / Dramaserien
Von seinem unspektakulärem bis inexistenten Liebesleben versucht sich der Couch-Potato mithilfe einer Packung fettreduzierter Chips, Coke Zero und dreistündigen Dawson’s Creek-Sessions abzulenken. Die Sofakartoffel fiebert leidenschaftlich gerne mit dem Schicksal ihrer Serienhelden (Stichwort: Dreiecksbeziehungen) mit, füllt Quiz-Bögen mit dem Titel „Welcher Seriencharakter bist du?“ aus und verfasst im Extremfall sogar eigene Fanfiction. Die Nachricht über das Absetzen ihrer Lieblingsserie berührt sie beinahe mehr als das Ableben ihres Haustiers, sodass sie verzweifelt Phrasen wie „Was soll ich mit meiner Zeit jetzt anfangen?“ auf Facebook postet und auch Jahre nach Serienende darauf wartet, dass eine Fortsetzung in Film- oder Fernsehform geplant wird.

Typ 2: Der pseudolustige Möchtegern-Barney / Sitcoms
Er stellt den Meister der Imitation dar: der Sitcomseher. Abgesehen davon, dass seine Karriereplanung jüngst Berufe wie Experimentalphysiker, Angestellter der Goliath National Bank oder Jingle-Komponist einschließt, vergrämt er sein Umfeld gerne mit (virtuellen) Ausrufen wie „LE-GEN-DÄR“. Ja, solche Leute soll es tatsächlich geben. Ihn ermüdet es nicht Episoden von How I met your mother, Malcolm Mittendrin, The Big Bang Theory et cetera in Endlosschleife im TV zu sehen. Zu Anlässen wie Geburtstag oder Weihnachten freut er sich besonders über Fanartikeln der Sorte Playbook oder dem Bro Code.

Typ 3: Der Hobby-Detektiv / Crimeserien
Egal ob CSI, NCIS, Criminal Minds, The Mentalist oder Law and Order – der Hobbydetektiv kennt sie alle. Zusammen mit Familie und/oder Freunden berät, analysiert und löst er in Sherlock Holmes-Manier Mordfälle. Der Pseudo-Columbo reduziert den Kreis der Verdächtigen dabei bereits binnen kürzester Zeit auf eine Person, sodass ein triumphales „Ich hab’s gleich gewusst!“ ertönt, wenn das Rätsel um den Mord gelöst ist. Seine Fähigkeit sich problemlos in Serienmörder und Psychopathen hineinversetzen zu können, lässt ihn ab und an unruhig schlafen.

Typ 4: Der Groupie, der Misanthrop und der Spaßvogel / Krankenhausserien
Das Krankenhaussetting beherbergt ein breites Spektrum an Jünglingen. Da wäre zum einen der Zirkel an McDreamy-Groupies, der sich über Jahre hinweg für On-and-Off-Beziehungen begeistern kann, kuriose Herz-OPs mit „iiiii“, „wei“ oder „pfui“ kommentiert und sich trotz seiner Aversion gegen menschliche Körpersäfte aus Hoffnung auf ein ähnlich attraktives Kollegium an der Medizinaufnahmeprüfung versucht (hat). Dann wäre da auch noch der Menschenfeind. Der, weil frustriert, genüsslich beobachtet, wie der Arzt seine Patienten im Sinne des Houseismus mit schwarzem Humor und Sarkasmus verblüfft. Der Misanthrop ist Wutbürger durch und durch, weshalb ihm auch die Rolle des Dr. Perry Cox aus Scrubs so imponiert. À la Cox stampft der Scrubsfan immer wieder neue Spitznamen für sein Umfeld aus dem Boden oder aber er postet seinem liebsten Bro den Link zum „Guy Love“-Song an die Pinnwand.

Typ 5: Der Voyeur / Reality-TV
Der Voyeur liebt das Gaffen und steht dazu. Zu finden ist er gleichermaßen unter Philosophiestudenten, Polizisten wie Bankangestellten. Kraftausdrücke und das mittlerweile alltagstaugliche „Oida“ seitens der Protagonisten bestätigen ihn darin, um wie viel gebildeter und nobler er dem gemeinen Volk gegenüber ist. Seine Erhabenheit versucht der Voyeur stets, ja unermüdlich, im Rahmen von Diskussionen über den gesamtgesellschaftlichen Verfall zu unterstreichen. Nichtsdestoweniger sieht er fremden Menschen um die 20 für sein Leben gern beim Betrinken, Schmusen und Stänkern zu.

Typ 6: Der Allover-Serienliebhaber
Der Serienliebhaber diskriminiert nicht. Von Downton Abbey, über Sex and the City bis hin zu Supernatural – vor keinem Genre wird Halt gemacht. Streamen im O-Ton, nächtliche Serienmarathons sowie sorgfältige Quartalsplanung mittels einer Serienplaner App zeichnen ihn aus. Seinen Freunden steht er dank seines umfangreichen Wissens immer mit typgerechter Beratung zur Seite, sodass serientechnische Fehlgriffe vermieden werden können. Unangenehmer Nebeneffekt: Der Serienaficionado protzt bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit seinem Wissen. Aussagen wie „Kenn ich schon“, „Hab ich schon gesehen“ sind fixer Bestandteil jeder Unterhaltung über Film und vor allem Fernsehen.

 

katja.lehner@mokant.at'
Katja Lehner ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Sie ist Studentin der Publizistik- und Kommunikationswissenschaften sowie der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Kontakt: katja.lehner@mokant.at

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