Film/riss: The Riot Club

Auch wenn sich der Titel für den ein oder anderen nach einem Girly-Film anhören mag, The Riot Club ist nichts für zimperliche Kinobesucher.

(c) Thimfilm

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Verwöhnt. Reich. Sexy. Verdorben. Im Grunde sagt das Plakat des Films schon alles über den Inhalt aus. Der Riot Club, das sind zehn Oxford-Studenten aus wohlhabenden Familien, die sich der Dekadenz verschrieben haben. Ihr Ziel: eine Legende werden. In diesen exklusiven Club kommen nur die schlausten, reichsten und exzessivsten Männer. Im neuen Studienjahr sucht der Club zwei weitere Mitglieder. Die Wahl fällt auf Alistair (Sam Claflin), dessen Bruder bereits Mitglied war und Miles (Max Irons), einen verhältnismäßig bodenständigen Jungen. Bei dem jährlichen Dinner des Clubs, das von Verschwendung und Überfluss nur so strotzt, gerät die Party der Elitestudenten außer Kontrolle. Drama, Baby!

Den Part des erhobenen Zeigefingers übernimmt Lauren (Holliday Grainger), Miles Freundin. Sie stammt aus der Arbeiterklasse und hält den Riot Club für kindisch und die Mitglieder für arrogant. Generell zieht der Film klare Linien zwischen Gut und Böse. Lauren sowie alle anderen Leute aus der Arbeiterklasse verurteilen den Riot Club und sind ihm moralisch überlegen. Die durchschnittlichen Oxfordstudenten kennen den legendären Club nur vom Hörensagen, was wohl den Reiz daran ausmacht. Miles, der aus nicht ganz so guten Verhältnissen, wie die übrigen Mitglieder, sieht im Laufe des Films die Fehler und zählt somit auch zu den Guten. Alistair scheint hingegen das Böse in Person zu sein und wird von Szene zu Szene hassenswerter.

Der Film lebt von der Darstellung des Exzesses und folgt dem Schema der meisten College-Filme (viel Party + wenig lernen = schlauste Studenten der ganzen Universität). Hinter all der Inszenierung findet sich wohl auch Gesellschaftskritik, ohne dabei aber belehrend zu wirken. The Riot Club zeigt auf, wie weit man mit guten Connections kommen kann. Verfeinert wird das Ganze durch eine ordentliche Portion Dramatik und Top-Schauspieler.

The Riot Club basiert auf dem Theaterstück Posh von Laura Wade, das seit 2010 im Londoner West End aufgeführt wird. Für die Regie zeichnet sich die dänische Filmemacherin Lone Scherfig (One Day, An Education) verantwortlich. Gemeinsam haben Wade und Scherfig das Stück für die große Leinwand adaptiert. Der Film wurde innerhalb von sechs Wochen unter anderem in Oxford und London produziert – man sollte ihn also schon allein wegen des British Englishs in Originalfassung ansehen.

(c) Thimfilm

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In den heimischen Kinos ist The Riot Club ab 09. Oktober zu sehen.

 

Titelbild: (c) Thimfilm

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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