Demo für Josef S.: „Unsere Solidarität könnt ihr haben“

Foto (c): Katharina Egg

Am Samstag ist die Demonstration gegen das erstinstanzliche Urteil im Fall Josef S. ruhig verlaufen. Zwischen 1000 und 2000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen vom Graben zum Burgtheater. 

Der Deutsche Josef S. soll im Zuge der Ausschreitungen rund um den WKR-Ball im Februar mehrere Straftaten begangen haben. Anfang der Woche wurde er zu einem Jahr teilbedingter Haft wegen schwerer Sachbeschädigung, versuchter schwerer Körperverletzung und Landfriedensbruch verurteilt. Er kündigte an, Berufung einzulegen. Der Prozess wurde auch über unsere Grenzen hinaus stark kritisiert und hat eine Debatte über österreichische Polizei und Justiz ausgelöst.

Zwischen 1000 und 2000 Antifaschistinnen und Antifaschisten taten ihre Meinung am Samstag mit einem Protestmarsch kund. Der Zug startete um 18:30 am Graben, zog über die Freyung und den Ring Richtung Burgtheater, wo der Student im Februar verhaftet wurde. Dabei gab es an drei Orten weiteren Orten, die im Prozess eine Rolle spielten, Zwischenkundgebungen.

Doch die Solidarität mit Josef S. war nicht der einzige Grund für die Demonstration. In diesem Prozess gehe es um mehr als nur ein Urteil, so Inhalt der zweiten Kundgebung: „Es geht nicht um eine individuelle Straftat, sondern (…) um die Linie, die der Rechtstaat damals (im Februar, Anm. d. Red.) gefahren ist.“  Es sei seitens der Polizei und Staatsanwaltschaft willkürlich gehandelt worden und  der Prozess ein Versuch antifaschistisches Engagement zu kriminalisieren.

Der Akademikerball als Auslöser für die Demonstration – Was war damals eigentlich los? Hier nachlesen.

Unsere Eindrücke der Demonstration in Bilder gibt es hier zum Durchklicken:

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Katharina Egg leitete zwei Jahre lang das Ressort Politik. Jetzt ist sie als außerordentliche Redakteurin bei mokant.at tätig und untersucht als Publizistik-Studentin Wirkungen Sozialer Netzwerke auf Politische Kommunikation. Ihre freie Zeit verbringt sie am liebsten am Fahrrad, auf Reisen und im Wiener Nachtleben. Kontakt: katharina.egg[at]mokant.at

2 Comments

  1. chris

    28. Juli 2014 at 18:05

    Ich finde es arg dass der jetzt verurteiltworden ist wo man nicht mal genau weiß ob er schuldig ist. Den Paragrafen mit dem landfriedens Bruch finde ich auch seltsam. 12 Monate für einschlagen von Scheiben? Hab das Gefühl dass man einfach ein Exempel statuieren wollte zur Abschreckung

  2. mp

    29. Juli 2014 at 07:55

    Es ist befremdlich, wie lange in manchen Fällen U-Haft verhängt wird. Ob schuldig oder nicht, der Typ ist ja kein gesuchter Schwerstkrimineller. Das erinnert an die Tierschützer-Geschichte und riecht ein bischen nach politischem Machtmissbrauch um abzuschrecken. Demokratisch ist das genausowenig wie die Ausschreitungen beim WKR-Ball.

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