KopfhörerInnen: The Boys You Know – Purple Lips

The Boys You Know – Purple Lips
(VÖ: 09.05.2014 | wohnzimmer records)

(c) wohnzimmer records

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Wer regelmäßig mokant.at liest, kennt diese Boys (und Sophie!) tatsächlich schon: Im Interview hat Sänger Thomas gestanden, dass ihm seine Texte manchmal peinlich sind. Dafür gibt es auf ihrem zweiten Album Purple Lips kaum einen Grund – in vielen Liedern versteht man den Sänger ohnehin nicht. Das Augenmerk des Albums scheint auf den Gitarren zu liegen. Die Stimme wird anfangs fast übertönt.

Nach dem ersten Reinhören in Purple Lips hat man das klischeehafte Bild einer Schülerband im Kopf, die ihre Platte in der elterlichen Garage aufgenommen hat. Die ersten Lieder klingen nach klassischem Alternative-Rock mit viel Gitarre und Lärm. Einen sensiblen Sänger, der süße Worte säuselt, findet man bis dahin auf dem zweiten Album von The Boys You Know nicht. Diesem rockigen Stil folgt auch der vorab veröffentlichte Track The Cult, zu dem es ein sehr interessantes Video gibt:

Vom Indie-Rock des Vorgängeralbums (wie beispielsweise in Wake Up) hat sich die Band entfernt. Purple Lips klingt rauer und düsterer. Auf vergleichsweise ruhige Titel wie Bowie folgen sofort wieder rockigere Nummern, um das neue Image aufrecht zu erhalten. Das titelgebende Lied des Albums verdeutlicht den Fokus durch das hervorstechende Wheeeeee der Gitarren besonders. Auch die rein instrumentalen Stellen prägen den Sound des Gesamtwerks.

Am Anfang wirkt das Album vielleicht etwas eintönig. Das Spektrum der Musiker reicht aber über den Alternative-Rock hinaus. Besonders die Indie-Fans unter uns sollten sich das Werk bis zum Ende anhören. Das Beste kommt hier nämlich zum Schluss. Mit Wax und Losing You schlagen The Boys You Know ruhigere Töne an. Eine gute Mischung zwischen Gesang und Musik stellt Lonely dar – bis es dann unerwartet in Geschrei endet.

Tendenziell ist das Album wohl besser für Live-Auftritte geeignet, als für ruhige Momente zuhause. Mit einer Horde Rockfans im Publikum zu stehen und den Gitarrenriffs der Band zu lauschen ist sicherlich unterhaltsamer, als Purple Lips auf seinen mp3-Player zu laden und durch die Straßen zu schlendern. Davon kann sich aber jeder sein eigenes Bild machen, zum Beispiel am 08.05.2014 in der Fluc Wanne in Wien oder am 06.06.2014 in der Red Box in Mödling.

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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