UFWC: Österreich als Fußball-Weltmeister?!

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Nach Uruguay, Argentinien und Schweden könnte nun auch Österreich wieder inoffizieller Weltmeister werden

„Österreich hat sehr gute Chancen Fußball-Weltmeister zu werden.“, ein Satz bei dem der durchschnittliche Fußball-Fan nur die Augen verdrehen kann. Dieses Mal jedoch zumindest ein bisschen zu unrecht. Im freundschaftlichen Länderspiel gegen Uruguay (Mittwoch, 5.3.2014) geht es nämlich tatsächlich um einen Weltmeisterschaftstitel, wenn auch nicht den richtigen, der alle vier Jahre ausgespielt wird. Der Sieger des Duells darf sich aber immerhin inoffizieller Fußball-Weltmeister nennen.

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Offizielles Logo der UFWC
(c) Paul Brown

Wer bis jetzt noch gar nichts verstanden hat, der steht damit sicher nicht alleine da. Es geht dabei um die sogenannten Unofficial Football World Championships (UFWC). Diese UFWC basieren auf dem Gedanken, dass man den Weltmeister nicht durch ein Turnier küren sollte. Vielmehr sollte jene Mannschaft Weltmeister sein, die den amtierenden Weltmeister im direkten Duell schlägt. Unabhängig davon, ob es sich um ein Freundschafts- oder Bewerbsspiel handelt. Im Falle eines Unentschiedens bleibt der Titel bei seinem alten Träger. Ein System also, wie man es zum Beispiel aus dem Boxsport kennt.

Die Idee dazu entstand laut Angaben auf der offiziellen UFWC-Website in den 1960er Jahren. Der britische Journalist Paul Brown war es dann, der das Ganze 2003 mehr oder weniger in die Tat umsetzte. Ausgehend vom ersten inoffiziellen Weltmeister recherchierte er sämtliche späteren Titelspiele und –träger seiner fiktiven Meisterschaft, um sie auf der besagten Website festzuhalten. Durch einen Artikel im englischen Fußball-Magazin FourFourTwo verbreitete er die Idee auf der britischen Insel. Im restlichen Europa hielt sich die Aufmerksamkeit bisher jedoch in Grenzen.

Erster inoffizieller Weltmeister war nicht Uruguay (Gewinner der erste offiziellen FIFA-Weltmeisterschaft 1930), sondern England. Die Engländer waren nämlich die erste Nation, die ein Fußballländerspiel gewinnen konnte. Im Jahr 1873 setzte sich England mit 4:2 gegen Schottland durch, wurde also zum ersten inoffiziellen Weltmeister. Bis 1931 wanderte der inoffizielle Weltmeistertitel fast ausschließlich zwischen Schottland und England hin und her. 1931 gelang es dann Österreich den Titel erstmals von der britischen Insel zu entführen. Auf der Hohen Warte in Wien konnte der amtierende inoffizielle Weltmeister Schottland mit 5:0 geschlagen werden. Österreich konnte den fiktiven Titel immerhin über ein Jahr behaupten und musste ihn erst 1932 wieder an England abgegeben.

In der Folge wanderte der Titel durch die ganze Welt, um schließlich am 16.10.2013  von Uruguay (3:2 gegen Argentinien) übernommen zu werden. Seither sind die Urus ungeschlagen. Was das bedeutet dürfte zumindest den Fußballfans mittlerweile klar geworden sein: Die UFWC stehen im eingangs erwähnten freundschaftlichen Ländermatch zwischen Österreich und Uruguay auf dem Spiel. Mit einem Sieg würde Österreich die Ehre des inoffiziellen Weltmeistertitels zum erst dritten Mal zuteil werden. So schnell bekommt Österreich die Chance auf einen Weltmeistertitel im Fußball wohl nicht wieder.

Titelbild: (c) Marco Verch

Michael Nowak ist als Chef vom Dienst und stv. Chefredakteur für mokant.at tätig. Er studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Geschichte an der Universität Wien. Kontakt: michael.nowak[at]mokant.at

7 Comments

  1. dhddhfj

    3. März 2014 at 12:02

    gegen urugay habts ihr eh keine chance. der nächste weltmeistertitel bei den ihr keine rolle spielen wird.

    • mp

      3. März 2014 at 16:58

      wäre nicht das erste mal, dass der Österreichische Fußball unterschätzt wird (siehe Ajax Amsterdam)

    • fußballfan

      4. März 2014 at 11:08

      Glaube, dass die österreichische Mannschaft gute Chancen hat zu gewinnen. Die Quali war ja wirklich sehr knapp, sie hätten es genauso gut schaffen können, aber da hat halt wieder mal die letzte Konsequenz gefehlt, obwohl sie wirklich gut gespielt haben.

  2. dhddhfj

    3. März 2014 at 17:09

    für red bull spielne auch fast keine österreicher.

    • mp

      3. März 2014 at 17:24

      ilsanker, hinteregger, schiemer, leitgeb….
      ach der eine oder andere spielt noch international bei nicht allzu schlechten Mannschaften (Bayern…)

  3. mp

    3. März 2014 at 17:24

    Die APa hat anscheinend den Artikel abgeschrieben, sowohl NS als auch heute haben vor drei Stunden sehr ähnliche Artikel veröffentlicht

    • Michael Nowak

      3. März 2014 at 17:37

      Ja, kann gut sein, dass es eine APA-Meldung geworden ist, so oft wie darüber heute geschrieben wurde. Aber zumindest von uns haben sie den Artikel leider nicht abgeschrieben. Die SN haben einen ähnlichen Artikel sogar noch eine Stunde vor uns gebracht. Geschrieben war er sicher zuerst bei uns, aber halt nicht veröffentlicht. Das ist der Nachteil eines Wochenmagazins gegenüber einem tagesaktuellen Medium…

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