Gastkommentar: Der schlechte Ruf des Feminismus

blase_leer

Ein Gegenkommentar von Frank Hornung

Wie Rebecca Steinbichler in ihrer Titelstory „Das F-Wort“ berichtet, distanzieren sich weibliche Vorbilder wie Katy Perry, Kelly Clarkson oder Susan Sarandon vom Feminismus. Der Schuldige scheint mit  „Strohfeministinnen“ in den Medien schnell gefunden: Ein Trugschluss

Die Klage über karikierte männerfressende Strohfeministinnen wirkt unfreiwillig komisch. Die Kontrast-Rolle des überzeichneten sexistischen Machos zieht sich durch die Welt des Films wie ein roter Faden. Das mediale Bild des Mannes hat sich im Laufe der Zeit natürlich geändert. Vorzugsweise zum leicht trotteligen und gutmütigen Typen der neben seiner glänzenden Traumfrau eher deplatziert wirkt.

Das von Susan Sarandon genannte Bild von der „Horde kreischender Tussis“ ist sogar recht treffend. So manche unerwünschte Veranstaltung wurde in der Vergangenheit mit Trillerpfeifen und Sprechgesängen massiv gestört. Exemplarisch sei hier ein Vortrag der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten Monika Ebeling an der Uni Mainz genannt. Die Gleichstellungs- oder Frauenbeauftragte ist ein offensichtliches Kuriosum in einer angeblich gleichberechtigten Welt. Die Bezeichnung Frauenbeauftragte ist zumindest ehrlich. Das Gefühl von Gleichheit der Geschlechter mag bei einer solchen Stelle – exklusiv für Frauen – nicht so recht aufkommen. Und wie war das noch gleich mit dem von Sabine Harrer als „wichtige Errungenschaft“ bezeichneten Wahlrecht? Ist das nur für Frauen wichtig?

Der Gesetzgeber hat also längst gleiche Rechte für Frauen geschaffen. Aber bei den Pflichten hat er offensichtlich nicht so genau hingesehen. So gilt die Wehrpflicht bis heute ausschließlich für männliche Staatsbürger. Sind dann, provokant gefragt, selbstbestimmt kinderlose Frauen die Fahnenflüchtigen der zivilen Gesellschaft? Ja selbst das jüngste Husarenstück der Gleichstellung – die Frauenquote – wirkt auf den zweiten Blick eher wie ein Treppenwitz. Das Instrument, von dem nur wenige privilegierte Frauen profitieren, sendet zu allem Überfluss noch eine unterschwellige Botschaft aus: Frauen schaffen’s ohne nicht.

Keine noch so beschworene Jahrtausende währende Benachteiligung oder gar Unterdrückung rechtfertigt heute positive Diskriminierung. Wer glaubt denn allen ernstes, dass sich durch bewusste Diskriminierung irgendwie Gleichberechtigung herstellen ließe? Diskriminierung bleibt, trotz Euphemismus, Diskriminierung. So wird aus der Strohfeministin eine Strohpuppe im doppelten Sinne. Der Versuch die Ursachen im Medienbild zu suchen scheitert im Angesicht ungerecht empfundener Privilegien und taugt bestenfalls als Ablenkungsmanöver. Der von Harrer aufgestellte Vergleich einer medial angeheizten Hexenverfolgung ist interessant. Unterstellt er doch eine systematische Jagd auf Feministinnen mit latenter Gefahr eines Endes auf dem Scheiterhaufen. Nebenbei ein gut platzierter dezenter Hinweis auf ein vergangenes Unrecht an überwiegend Frauen. Wem kommt da nicht das Opfer-Abo in den Sinn?

Nicht nur Männer sondern auch junge Frauen fühlen sich zunehmend Angriffen aus dem feministischen Lager ausgesetzt. So scheint es ein Problem zu sein wenn die erkämpften Freiheiten und Privilegien ignoriert werden. Man stelle sich nur vor: Junge gut ausgebildete Frauen möchten in einer traditionellen Ehe als Hausfrau und Mutter leben. So ganz ohne Zwang. Freiwillig! Ein Skandal?! So scheint es wenn Anita Sarkeesian in ihrem Video davon spricht, dass sie öfter junge Frauen sagen hört: „Ich glaube an Gleichberechtigung, bin aber keine Feministin!“ Der Wunsch nach „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ führte zur französischen Revolution und findet sich in abgewandelter Form in vielen Grundsatzprogrammen politischer Parteien. Grundwerte die, ganz ohne Feminismus, gelebt werden wollen.

Man kommt nicht umhin zu fragen: Warum genau sollen Männer die eigene Entrechtung auch noch fördern und unterstützen? Des guten Gewissens wegen? Und wer genau braucht eigentlich einen Feminismus, der – wie aus dem Elfenbeinturm heraus – nur nach weiteren Privilegien heischt? Wer an einen Neustart mit geschönter Oberfläche glaubt hängt einem überholten Weltbild nach, denn die Gesellschaft ist müde vom Geschlechterkampf. Und warum auch nicht? Lösungen für faire und gerechte Kindererziehung müssen Mütter und Väter gemeinsam finden.

Das Tabuthema Gewalt gegen Männer wird längst nicht mehr überall totgeschwiegen. Das Problem Gewalt gegen Menschen müssen wir als Gemeinschaft lösen. Dabei helfen uns keine Klientelstudien die einen großen Teil der Gewaltopfer ignorieren; denn jedes Opfer ist ein Opfer zu viel. Aber auch die Täterinnen und Täter benötigen psychosoziale Hilfe.

Menschen gestalten Zukunft. Nicht Ideologien.

Gastkommentar von Frank Hornung, Deutschland
Feminismus-Kritiker des Blogs too long; didn’t read

Titelbild: (c) Christina Maria Stowasser

31 Comments

  1. mp

    8. April 2014 at 09:29

    positive Diskriminierung ist schon eine interessante Wortschöpfung (da könnt sogar der Kickl neidisch werden). In der Sache hat er ja teilweise recht, aber bei manchen überzogenen Formulierungen bekommt man schon das Gefühl, dass das für Herrn Hornung ein recht emotionales Thema ist.
    Feminismus kann schon Sinn machen, wenn er sich für vernünftige Ziele einsetzt wie gleiches Gehalt für gleiche Arbeit etc…
    Wenn allerdings die Bundeshymne dann umgeschrieben wird, schütteln natürlich schon viele den Kopf, was der ganzen „Bewegung“ eigentlich eher schadet als nützt.

    • GerhardKs

      6. Oktober 2015 at 19:06

      Und immer wieder der gleiche Mythos: „wie gleiches Gehalt für gleiche Arbeit“. Zwei Punkte dazu:
      1) Überlegen wir mal. Wenn ich als Arbeitgebendes für die gleiche Arbeit für eine Frau weniger bezahlen müsste, als einem Mann, würde ich dann nicht bei dem Kostendruck heutzutage, nur noch Frauen einstellen?
      2) Wenn aber gleiche Arbeit gleich bezahlt wird, warum differiert dann das Gesamtbruttogehalt der Frauen von dem der Männer um 22%. Sieht man sich die Arbeitszeiten und Branchen an, wird schnell klar wieso. Frauen arbeiten oft Teilzeit und in Branchen die schlechter bezahlt werden. Diese Schlechterbezahlung hat aber nichts mit dem Geschlecht zu tun, denn in diesen Bereichen werden Männer nicht besser bezahlt, sondern damit das hier Menschen versorgt,gepflegt, betreut werden. Von Jung bis Alt. Und diese Menschen kann man nicht einfach im Stich lassen wie einen Computer und in Streik treten. Zudem werden diese Bereiche nicht privat geführt, sondern zumeist von der öffentlichen Hand, uns Steuerzahlenden finanziert. Es wäre als ein Leichtes den „GenderPayGap“ zu reduzieren. Dazu müsste nur der Staat mehr Geld dafür in die Hand nehmen und seine eigenen Bediensteten besser bezahlen.

      Der Mythos „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ wird nicht mal mehr von den Feministinnen laut erhoben. Jetzt heißt es „gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit“. Was ist gleichwertige Arbeit? Wer bestimmt das?

      • Lovis

        16. November 2015 at 11:24

        Da liegst du falsch..bei gleier arbeit und gleicher arbeitszeit und gleicher quallifizierung, sowie bei gleicher beschäftigungslaufzeit werden frauen schlechter entlohnt!!! Je nach beruf unterschiedlich hoch…
        Und bitte lese dir die deffinition von feminismus und von feministin doch nocheinmal durch und gleiche das mit deinem verständnis dieser begriffe ab.

    • Lovis

      16. November 2015 at 11:19

      Ja die wortschöpfung positive diskriminierung fiel mir auch auf. Was ich nicht leiden kann ist der pseutofeminismus rache für die unterdrückung früherer zeiten..das ist die generation, deren wunden unheilbar tief sitzen, die keinen frieden fanden..
      Ich denke dass diese seltsame kultur, der auch dieser artikel entsprungen zu sein scheint, sich ein paar von vielen gefühlte wahrheiten nimmt, um ihr thema hüpsch zu verpacken. Es hat schon immer massiver eingriffe bedurft um den wandel zu beschleunigen, so auch eine frauenquote, eine richtige frauenquote, orientiert an dem beispiel skandinaviens. Nicht diese vermurkste möchte-gern frauenquote.
      Wenn über gewalt geschrieben wird, finde ich es auch, wie auch im allgemeinen, wichtig die opfer individuell als menschen zu betrachten. Doch in dem punkt ist es so schön schitzophren, einerseits argomentieren antifeministen immerwieder damit, dass die feministinnen anstand der angeblich längst erreichten gleichberechtigung, gleichmacherei wollten und dies doch nicht ginge. Dann kommt immer das argument der physik, männer haben einen anderen körperbau, als frauen und da sei es doch zb bei sportwettkämpfen nötig in geschlechter zu unterteilen. (Dass die gängigen und populären sportarten größten teils in zeiten entwickelt wurden, in denen sie nur von männern ausgeübt wurden und daher auf ihre körperlichen eigenschaften abgestimmt sind hören sie dann nocht gerne, dann bin ich gleich die kampflesbe..)
      Aber dieses durchschnittlich ungleiche kräfteverhältnis ist der grund dafür warum frauen eher von häuslicher gewalt betroffen sind, die aus einem körperlich ungleichen kräfteverhältnis resultiert. Studien haben ergeben, dass sich frauen annonym genauso aggressiv verhalten, wie männer, sich aber weniger aggressiv einschätzen, als diese, die ihr aggressionspotential objektiver bewerteten. Hingegen hielten sich die weiblichen testpersonen bei der zuordnung ihrer person zu ihren aggressionen im gegensatz zu den männlichen zurück, diese zeigten keine merkliche veränderung.
      Klar liegt es am aggressionspotential und der beherrschung und persönlichkeit eines jeden induviduums persönlich, aber in einer heterosexuellen beziehung bekommt die frau doch kräftiger auf die fresse, als der mann, weil er im durchschnitt einfach stärker ist…
      Es ist furchtbar, dass in unserer gesellschaft besondere orte für frauen geschaffen werden müssen, doch sie sind nicht der grund für eine ungleichheit, sie sind eine auswirkung! Da wird gerne etwas verdreht, weil auch männer in heterosexuellen beziehungen verprügelt werden, sind nicht die frauenhäuser und prevensionsmaßnahmen gegen gewalt gegen frauen aufeinmal abzuschaffen, es sollte mehr gegen gewalt in sozialen beziehungen getan werden. Zb die abhängigkeit in der beziehung für die*den schlechter gestellte*n partner*in verringern, wenn die aufgabenverteilung so aussieht, dass ein teil sich vorrangig um kinder und haus kümmert und der andere vorrangig ums geld, es nach einer scheidung nichtmehr zu einem ausgleich dieser unterschiedlichkeit kommt. Beim ehegattensplitting steht die person mit dem geringeren einkommen mit den höchsten abgaben da und bekommt viel weniger rente, in den meißten fällen betrifft das leider immernoch die frau, da sie, wenn es kinder gibt schwanger ist, das kind austrägt und ewentuell stillt, das system ist immernoch darauf ausgerichtet und lässt die partner, die sich um unserer aller zukunft, die kinder und um das vorankommen des partners gekümmert haben quasi ausgebäutet und ausgeraubt zurück mit der aussicht auf altersarmut, diese menschen sind größten teils frauen, und bei ihnen kommt nichts von der gleichberechtigung an, die ja immer so beschrien wird!!! Sie haben die gesetze nicht gemacht, dass waren lobbyvereine und auch wenn man mir immerwieder erzählt ich wäre gleichberechtigt, wenn ich ständig auf meine weiblichen atrebute reduziert werde und mir die zukunftschancen ansehe, dann fühle ich mich einfach nicht so!!!

  2. Anna

    8. April 2014 at 12:18

    Ich denke man darf bei all der Diskussion um die Sinnhaftigkeit, Auswüchse, etc. des Feminismus heute nicht vergessen, warum er überhaupt entstanden ist – nämlich weil Frauen über Jahrhunderte hinweg in allen Bereichen völlig diskriminiert wurden!! Sie durften nicht studieren, nicht alle Berufe erlernen, sowohl in Sachen Bildung und Arbeit, als auch in der Familie waren Frauen immer und überall benachteiligt. In vielen Ländern der Welt ist es auch heute noch genauso. Ob positive Diskriminierung sinnvoll ist, weiß ich nicht. Aber es tut den Männern nicht weh, wenn es einmal sie sind, die ein bisschen benachteiligt werden, indem zum Beispiel bei komplett gleicher Qualifikation die Frau genommen wird. Bisher war es immer so, dass der Mann genommen worden ist, denn eine Frau könnte ja schwanger werden und passt dann auf die Kinder auf etc. Was die Bundeshymne angeht – ich denke das Problem dabei ist, dass solche Geschichten einfach von den wahren Problemen ablenken, nämlich etwa, dass Frauen immer noch schlechter verdienen. Aber andererseits – wem schadet es wirklich, dass die Töchter jetzt auch in der Hymne stehen?

    • Dominik Knapp

      8. April 2014 at 12:38

      Das Problem ist aber, dass durch diverse Quoten nicht nur Frauen mit „komplett gleicher Qualifikation“ genommen werden, sondern gezwungenermaßen auch Frauen mit schlechterer Qualifikation“. Und in manchen Berufen können Frauen aus genetischer Veranlagung einfach weniger leisten, daher finde ich in solchen Berufen auf die unterschiedliche Bezahlung angebracht. In anderen Berufen (wie zum Beispiel dem Journalismus, Lehrwesen, diversen Bürojobs,…) MUSS die Bezahlung natürlich gleichwertig sein und dafür würde ich mich als Feminismus-Skeptiker auch jederzeit einsetzen.

      Aber das ist lediglich meine Privatmeinung!

      • Anna

        8. April 2014 at 12:45

        Das mit der genetischen Veranlagung finde ich schon als Ausdruck sehr problematisch. Wenn damit körperliche Kraft gemeint sein soll – ok. Wahrscheinlich sinn Männer dafür besser geeignet. Was aber Geistiges angeht, so gibt es außer Vorurteilen und Meinungen keine wissenschaftlichen Studien oder Ähnliches, die wirklich beweisen, dass Männer und Frauen von ihrer Genetik her anders denken (etwas das gängige Klischee Frauen sind besser in Sprachen und Männer in Mathe). Die Hirnforschung zeit zwar, dass die Vernetzung in den Gehirnen anders ist, nicht aber, was das bewirkt.

        Im übrigen gab es z.b mal folgedes Experiment. Eine Gruppe von Asiatinnen sollte einen Mathe-Test lösen. Man teilte sie in drei Gruppen ein. Gruppe 1 füllte vor dem Mathe Test einen Fragebogen zu ihrer Identität als Frau aus, Gruppe 2 einen Fragebogen zu ihrer Identität als Asiat und die 3. keinen Fragebogen.
        Gruppe 2 (Asiaten-Fragebogen) hatten die mit Abstand besten Ergebnisse. Gruppe 3 (Frauen-Fragebogen) mit Abstand die schlechtesten. Die Einteilung war willkürlich. Es waren alles Frauen und alles Asiaten. Den Unterschied bei ihrer Leistung hat nur ausgemacht auf welchen Teil ihrer Identität sie sich konzentriert haben.

        • Dominik Knapp

          8. April 2014 at 12:52

          Es ging mir natürlich um „Kraft“. Wobei es nicht nur Kraft ist, sondern auch Schnelligkeit und alles was im engeren Sinne mit Kraft/körperlicher Leistungsfähigkeit zu tun hat. Sieht man ja im Sport recht schön, dass da die Leistungen der Frauen einfach nicht mit jenen der Männer mithalten können. Dafür können sie natürlich nichts, aber diesen Unterschied muss man halt auch finanziell ausdrücken. Natürlich auch, wenn ein Mann mehr „Kraft“ hat, als ein anderer Mann.

          PS: Dass es einen kleinen „Leistungsunterschied“ zwischen Männern und Frauen bei Sprachen/Naturwissenschaften gibt, glaube ich zwar (derzeit) schon, aber nicht aufgrund genetischer Veranlagungen, sondern aufgrund gesellschaftlicher Verankerungen. Dem Mädchen wird halt in dem meisten Fällen noch immer das Buch in die Hand gedrückt, während dem Burschen zum 1. Geburtstag ein Ball geschenkt wird. Diese gesellschaftlichen Verankerungen/Frühförderungen führen dann in Summe zu den leichten Unterschieden. Zumindest ist das meine Vermutung.

          • hagen

            8. April 2014 at 14:40

            ich kann deinem argument mit der genetischen veranlagung etc. überhaupt nicht folgen. um welche berufsbilder geht es da konkret? polizei? krankenpflege? überall da ist die körperliche kraft bei weitem nicht das einzige eignungskriterium. solche biologismen sind per se extrem problematisch, und du führst auch gleich vor, wieso. mag sein, dass frauen aus physiologischen gründen muskelmasse langsamer aufbauen als männer, das schließt aber nicht aus, dass eine individuelle frau mehr kraft hat als ein individueller mann. warum sollte es dann gerecht sein, frauen per se weniger zu bezahlen als männern?

            diese logik „weniger bezahlung für weniger körperkraft (= weniger bezahlung für frauen)“: wo wird das bitteschön praktiziert? und von welchen quoten sprichst du? so viele sind mir da noch nicht untergekommen. wie dir aufgefallen sein wird, weigert sich die privatwirtschaft ja seit jahren, genderquoten einzuführen.

    • Tolle Logik

      8. April 2014 at 12:43

      Das hat etwas von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Weil Frauen ja so lange benachteiligt wurden, sollen jetzt Männer benachteiligt werden? Mit derselben Logik könnte man auch sagen: „Die Juden sollten Europäer enteignen und verfolgen dürfen“ oder „Dunkelhäutigen Menschen sollten gegenüber Weißen ein Privileg auf Sitzplätze in Öffis haben“. Ganz toll, Gratulation!

    • Frank Hornung

      8. April 2014 at 13:09

      Hallo Anna.

      In Deutschland war 1899 Else Neumann die erste Promovendin der Berliner Universität. Der einzige größere Einschnitt seither war das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus. Im Mittelalter waren es überwiegend Frauen die Lesen und Schreiben gelernt haben. Den Männer benötigten das für die Kriegsdienste nicht. Es gibt bei dem Thema sehr viele Mythen und Legenden die von beiden Seiten erzählt werden. So standen vielen Benachteiligungen auch Privilegien gegenüber die heute gerne verschwiegen werden oder sogar noch gültig sind.

      Gleicher Lohn für gleiche Arbeit? Das sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Und genau genommen ist sie das in Europa auch. Der Gender-Pay-Gap ist nämlich kein Resultat unfairer Entlohnung sondern überwiegend der Berufswahl. Je vergleichbarer zwei Arbeitsstellen werden desto geringer fällt der Unterschied aus bis er schließlich fast vollständig verschwindet. Fast, weil Männer häufig eine höhere Betriebszugehörigkeit sowie mehr geleistete Überstunden aufweisen können. Die Frage ist also vielmehr, warum – überwiegend von Frauen ausgeführte – soziale Berufe so schlecht bezahlt werden.

      Ob eine Quote den Männern weh tut ist eine Sache. Du solltest aber bedenken, dass zu den meisten Männern auch eine Frau und Kinder gehören. Frauen können natürlich schwanger werden und fallen dann ganz aus oder sind nur noch in Teilzeit verfügbar. Hier in Deutschland werden Teilzeitwünsche junger Väter häufig aus betrieblichen Gründen abgelehnt. Der jungen Familie bleibt daher oft keine große Wahl als dass die Frau den Karriereknick hinnimmt.

      • mp

        8. April 2014 at 14:07

        Lesen und schreiben konnten damals vor allem Geistliche, in erster Linie Mönche. Das kopieren von Büchern etc.. zählte zu deren Aufgabe. Die Behauptung, dass im Mittelalter mehr Frauen als Männer Lesen konnte grenzt ja fast an Geschichtsverleugnung

        • Frank Hornung

          8. April 2014 at 14:25

          Der »gemeine Pöbel« war natürlich ungebildet. Bildung war vor allem beim Klerus, Adel und Ritterstand verbreitet. Aber gerade junge Mädchen wurden gerne in die Klosterschule geschickt.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Literalit%C3%A4t#Frauen

          • mp

            8. April 2014 at 14:40

            Da steht adelige Frauen waren manchmal gebildeter als adelige Männer und nicht, mehr Frauen als Männer konnten lesen. Und im selben Satz steht auch dass Frauen kaum Einfluss hatten.

    • mp

      8. April 2014 at 14:00

      meiner Meinung nach gibt es so etwas wie komplett gleiche Qualifikation nicht

    • SomeSome

      8. April 2014 at 14:46

      Nur blöd, dass gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit längst Realität ist:

      Mythos Lohnlücke: Wie Statistiker die Löhne der Frauen klein rechnen
      http://www.focus.de/finanzen/news/gastkolumnen/ewers_hammermann/lohnluecke-zwischen-maennern-und-frauen-wie-statistiker-die-loehne-der-frauen-klein-rechnen_id_3699496.html

      Laut Statistischem Bundesamt verdienen Frauen 22 Prozent weniger als Männer. Das Institut der deutschen Wirtschaft sagt, es sind zwei Prozent. Wie kann das sein?
      http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-03/lohnunterschied-geschlechter-statistik

      Thomas Sowell hat schon vor fast 40 Jahren die Verdienste von Männern und Frauen sowie Weißen und Schwarzen verglichen. Ergebnis: Wenn beide die gleiche Qualifikation haben und die gleiche Arbeit leisten verdienen sie gleich viel:

      Happy ‘Equal Pay Day’ from Thomas Sowell
      http://www.aei-ideas.org/2013/04/to-observe-equal-pay-day-watch-this-video-of-thomas-sowell/

      Und Sie verstehen nicht ganz was „Frauen-Quote“ bedeutet: Es wird eben nicht die Frau bei gleicher Qualifikation die Arbeitsstelle vergeben sondern, dass 30% aller Stellen für Frauen vorbehalten sind sollte zwischen den am besten qualifizierten nicht mindestens 30% Frauen sein.
      Dass Sie nun eine Diskriminierung von Männern mit der (angeblichen) Unterdrückung von Frauen in den letzten Jahrtausenden rechtfertigen wollen zeugt davon, dass Sie nicht wirklich an einer Gleichberechtigung interessiert sind.

    • Lovis

      16. November 2015 at 11:38

      Ich denke es das thema ist mit einer waage zu vergleichen, die die verhältnisse unserer gesellschafft trägt, sie hängt schon lange schief und unablässig wird sand hinauf gestreut, es ist schon vor einer weile angefangen worden auf der leichteren seite fast genausoviel sand hinzu fließen zu lassen, in schüber wird ab und zu ein kleiner haufen sand zusätzlich hinauf geschaufelt, und so kommt die waage dem gleichgewicht der rechte näher, aber solange nicht gleich viel sand auf eine ausgewogenw waage rieselt ist das angestrebte gleichgewicht eben nicht erreicht! Nun gibt es zwei arten die waage ins gleichgewicht zu bringen,
      1. Der stetig rieselnde sand wird auf der leichteren seite so schnell, dass dort mehr hinrieselt, als auf die schwerere seite und es muss bei gleichgewicht wieder angeglichen werden, was eine frage der zeit des wandels bedeutet, wie lange auch immer und wenn überhaupt, bevor die waage bricht.
      2. Es wird einfach so viel sand auf die leichtere seite geschüppt, bis die waage ausgeglichen ist und der sandfluss angeglichen! Jetzt, sofort!!!

    • Lovis

      16. November 2015 at 12:27

      Ja, das hast du schön gesagt, aber es geht doch nur darum die waage im hie und jetzt auszugleichen, wenn da privilegien bröckeln, da werden menschen ungemütlich und ich denke, dass wir ein paar texte der zeit anpassen könnten, zb die nationalhymne, oder die rechtssprechung den gesetzen oder die gesetze den menschenrechten…

  3. Elena

    8. April 2014 at 12:28

    Ich, als Frau, stimme vielem zu, was ich hier gelesen habe. Besonders die positive Diskriminierung ist meiner Meinung nach extrem aktuell!

  4. Anna

    8. April 2014 at 13:10

    Nein, so ist das nicht gemeint. Aber positive Diskriminierung meint ja auch nicht die bewusste Benachteiligung aus Rache oder sowas. Es geht einfach darum, dass bei gleicher Qualifikation die Frau genommen wird, was bisher eben umgekehrt war.

    • mitm

      8. April 2014 at 19:07

      „Es geht einfach darum, dass bei gleicher Qualifikation die Frau genommen wird, was bisher eben umgekehrt war.“

      Diese These höre ich immer wieder von Leuten, die sich nicht näher mit der Thematik befaßt haben. Bemerkungen dazu:

      1. Menschen sind Unikate. So etwas wie „gleiche Qualifikation“ erreichen nur eineiige Zwillinge, die sich ihr Leben lang nicht mehr als 5 Meter voneinander entfernt haben. Die Bevorzugung von Frauen bei „gleicher Qualifikation“ ist eine Fake-Rechtfertigung, faktisch wird sie zu einer massiven Bevorzugung von Frauen benutzt, Details und diverse Quellen s. hier:
      http://maninthmiddle.blogspot.de/p/frauenquoten.html

      2. „was bisher eben umgekehrt war.“ – könnte ich dazu einen halbwegs glaubwürdigen Beweis sehen?
      Wobei ich das Märchen von Patriarchat, das in dem alle Männer Zwangsmitglied sind, nicht glaube.
      Das schlechte Image des Feminismus kommt zumindest bei mir nicht von irgendwelchen Straw Feminists (die ich gar nicht kenne), sondern etlichen Falschaussagen, getürkten Statistiken, Argumentationstricks, die mit Fehlschlüssen arbeiten usw.

      3. „was bisher eben umgekehrt war.“ – „meint ja auch nicht die bewusste Benachteiligung aus Rache oder sowas“
      Was denn sonst?
      BISHER waren (angeblich!) die Frauen diskriminiert, ab sofort werden ein paar andere Männer (die damals nicht dabei waren) kompensatorisch diskriminiert. Das ist exakt ist das Prinzip von Sippenhaft bzw. Blutrache, die Bestrafung eines unbeteiligten Dritten, weil anno dunnemals jemand aus dem anderen Kollektiv geschädigt wurde.

      Das ist ein Frontalangriff auf unsere Grundrechte und unsere Rechtsordnung und kein Kinderkram mit irgendwelchen Filmfiguren, die eventuell zu unerwünschten Rollenmodellen führen. Insofern ist der ganze Artikel von Rebecca Steinbichler ein Ablenkungsmanöver. Die wirklich gefährlichen Feministen sitzen in einigen Parteien und ggf. in den Ministerien, die diese Parteien bestücken. Die sieht man kaum, und deswegen haben sie unsere Rechtsordnung so lange ungestört aushölen können. Die Schreihälse, die #killallmen usw. propagieren, können wir gerne außen vor lassen.

  5. Tolle Logik

    8. April 2014 at 13:17

    Ich sehe da ehrlich gesagt keinen Unterschied, außer dass deine Version das Ganze euphemistisch ausdrückt. Zwischen den Zeilen steht immer noch dasselbe.

  6. hagen

    8. April 2014 at 15:41

    die ahnungslosigkeit, die aus vielen der postings hier spricht, finde ich ziemlich erschreckend. und dieser gastkommentar ist nicht mehr als ein sammelsurium grober vereinfachungen und gehässiger parolen. zuerst einmal ist es schon eine unglaubliche vereinfachung von DEM feminismus und DEN feministinnen zu sprechen. es hat immer unterschiedliche ausrichtungen feministischen denkens gegeben, manche mehr, manche weniger radikal. auch ich habe ein problem mit einer gewissen richtung des zeitgenössischen feminismus, die dahin tendiert einen closed shop weiblicher partizipation einzurichten und männer davon auszuschließen oder höchstens als zuschauer zu dulden.

    das darf aber nicht davon ablenken, dass frauen in industrialisierten gesellschaften nach wie vor substantiell weniger freiheiten haben als männer. die gläserne decke im berufsleben, ungleiche gehälter, ungleich verteilte hausarbeit, kinderbetreuung, pflege von angehörigen, das riesenthema gewalt gegen frauen, oder auch nur wie frauen in nachtclubs von männern angegraben werden. ist das alles hier tatsächlich noch niemandem aufgefallen ?! und das sind nur die probleme in industrialisierten ländern — westlicher prägung wohlgemerkt, denn in den industriestaaten ostasiens sieht es wieder anders aus.

    bei den maßnahmen, die oft und gerne kritisiert werden (quotenregelung, gendergerechte sprache) geht es überhaupt nicht um rache für vergangene diskriminierung, sondern es geht darum, bewusstsein zu verändern. niemand kann bestreiten, dass frauen über jahrhunderte von männern benutzt und aus dem öffentlichen leben ausgeschlossen wurden. das hat natürlich spuren in sprache, gesellschaftlichen rollenbildern und betrieblichen praktiken hinterlassen, die bis heute fortdauern. das lässt sich nicht einfach vom tisch wischen, stattdessen muss frauen platz und sichtbarkeit im öffentlichen raum gegeben werden — und sei es durch eine quote (die btw immer nur als vorübergehende notlösung verstanden worden ist).

    feministische ideen stehen in der öffentlichen diskussion schlecht angeschrieben. strohfeministinnen sind eine ausprägung und ursache dieser generellen feindseligkeit gegenüber feminstischem gedankengut. ich denke aber auch, dass feministische kreise ihre agenda zum teil wirklich schlecht kommunizieren. es geht nicht darum, irgendwem irgendwas wegzunehmen oder die privilegien der einen durch die privilegien der anderen zu ersetzen. es geht darum, wie wir als gesellschaft mehr freiheit für jede_n einzelne_n von uns erreichen können. es geht darum, rollenbilder und -zuschreibungen kritisch zu hinterfragen. parolen und halbwahrheiten sind da das letzte, was wir brauchen.

    • Kim

      8. April 2014 at 18:09

      Stimme dir voll und ganz zu

    • mitm

      8. April 2014 at 19:29

      „die ahnungslosigkeit, die aus vielen der postings hier spricht, finde ich ziemlich erschreckend“

      Dieses Posting kann aber gut mithalten.

      „dass frauen in industrialisierten gesellschaften nach wie vor substantiell weniger freiheiten haben als männer“

      Weil sie keinen Wehrdienst leisten dürfen? könnte man irgendeine qualifizierte Variante diese Unfugs bekommen, eventuell mit Belegen?

      „die gläserne decke im berufsleben“

      Frauen werden durch diverse Frauenquoten massiv bevorzugt, die gläserne Decke ist eine freie Erfindung der Gender Studies, deren Unwissenschaftlichkeit oft thematisiert wurde.

      „ungleiche gehälter“
      voila Informationen über das Gender Pay Gap und damit zusammenhängende Falschbehauptungen

      „ungleich verteilte hausarbeit, kinderbetreuung, pflege von angehörigen,“

      bitte sehr: Informationen zur Falschaussage „Frauen sind dreifach durch Job, Kinder und Altenpflege belastet“

      „wie frauen in nachtclubs von männern angegraben werden“

      Ich dachte immer, das wäre der Sinn von entsprechendenden Etablissements, sich gegenseitig anzugraben und niemand gezwungen wird, dahin zu gehen.

      Wie schon mal gesagt, das schlechte Image des Feminismus kommt vom rbeiten mit Falschaussagen, getürkten Statistiken, Argumentationstricks, die
      mit Fehlschlüssen arbeiten usw., und die im Endeffekt darauf abzielen, Männer zu kriminalisieren und/oder rechtlich noch ungleicher zu stellen, als sie es jetzt schon sind.

      • Lovis

        16. November 2015 at 12:38

        Was ist in deinem kopf explodiert? Ich geh tanzen, weil ich tanzen will, mein mann passt dann auf die kinder auf.. aber es ist wirklich interessant, wenn ich dann sexuell belästigt werde, ist es dann meine mehrfache schuld, meine kleidung, mein aufentaltsort, mein tanzstiel? Ich geh doch nicht zum speed one night standing!!! Denk mal über deinen satz nach, wenn du männer als von der justitz benachteiligt gegenüber frauen siehst, dann erleben wir in unterschiedlichen rechtssystemen!!! Kranke scheiße,das mir dem tanzclub!!!

    • Michael

      8. April 2014 at 20:26

      Hallo hagen,

      Ihre von feministischer Propaganda verblendete und verzerrte Sicht der Dinge finde ich erschreckend.

      Frauen haben in industrialisierten Gesellschaften mehr Freiheiten als Männer. Während der Junge sich zwangsweise an besonders lukrativen Berufsfeldern orientiert, da er weiss, dass er später von niemanden Unterstützung erwarten darf, tendieren Mädchen zu Wunschfächer wie „irgendwas mit soziales“. Dass sie dann hinterher weniger verdienen (woran sie selber Schuld sind – sie hätten ja auch einen gutbezahlten, schweren Beruf wählen können) kümmert sie dabei kaum, denn wenn das Geld knapp wird, findet sich bestimmt ein Mann, der sich um sie kümmert. Nicht alle Frauen mögen so denken, aber Frauen haben nunmal die Wahl. Der Mann hat eine solche Wahl nicht.
      Im besonders feministischstem Land Norwegen z.B. welches jährlich etliche Millionen für Förderungen von Frauen in technischen Berufen ausgibt, ist der Anteil von Frauen in technischen Berufen sogar geringer als in Indien. Der Grund ist einfach: in Indien haben die Frauen keine so große Wahl und müssen das tun was das meiste Geld bringt.
      Lustig ist auch, dass Frauen – dank ihrer ständigen Bevorzugung seit Kindesbeinen an (eine Frau schlägt man nicht, aber Frauen dürfen gerne Ohrfeigen und Tritte verteilen und ernten Applaus dafür) – sehr schnell „Unterdrückung“ schreien, wenn man sie mit den reellen Anforderungen des Arbeitslebens konfrontiert. Männer kämen nie auf die Idee, sich benachteiligt zu fühlen, lernten sie doch von Kleinauf, keine Schwäche zu zeigen. So kann es schnell passieren, dass eine Frau gegenüber dem Chef klagt, weniger als die männlichen Kollegen zu verdienen (natürlich nur als Vermutung, aber man hört ja immer davon, dass es so sei) wobei dann eine anschließende Erhebung der tatsächlichen Zahlen im Kollegenkreis aufzeigt, dass sie eigentlich am meisten verdient (ist so geschehen). Wobei „verdient“ immer so eine Sache ist, denn wenn Frau mal nicht weiterkommt, findet sich immer ein männlicher Kollege, der z.B. am Computer hilft, auch wenn dies bedeutet, dass seine Arbeitsleistung dadurch sinkt. Man kann Frauen nicht vorwerfen, dass sie sich helfen lassen, erleichtert dies das Leben doch ungemein und stören tut es auch niemanden, denn Frauen hilft man gerne.
      Dass Karriere für den Mitarbeiter jede Menge Überstunden und ein hartes Gerangel im Arbeitsleben bedeutet – wobei nicht nur Frauen es nicht bis ganz nach oben schaffen, sondern auch 99% der Männer nicht – scheinen Frauen und Feministen auch nicht zu begreifen und missinterpretieren das Resultat als „gläserne Decke“. Dass es meistens ein Mann ist, der es bis ganz nach oben schafft ist nur das logische Ergebnis, da sich Jungen eben von Kleinauf beweisen müssen, während bei Mädchen „lieb gucken“ meist ausreicht, um zu bekommen was sie wollen (funktioniert erstaunlich gut auch im späteren Leben, aber eben nicht bei der Karriere).
      Frauen ziehen es im übrigen häufiger vor nur Teilzeit zu arbeiten, wie zahlreiche Studien längst belegt haben, was auch nicht gerade karriereförderlich ist, und dazu noch dazu führt, dass dem Mann nichts anderes übrig bleibt, als die finanzielle Hauptlast zu tragen. Ihm dann noch vorzuwerfen, er würde _zusätzlich_ zur Arbeit wenig zum Haushalt beitragen, ist so gesehen der reinste Hohn.
      Männer müssen im Beruf erfolgreich bleiben, da sie im Gegensatz zur Frau nicht einfach auf Partnersuche gehen können, um jemanden zu finden, der sie dann „aushält“. So etwas klappt nur umgekehrt. Wer jetzt sagt „aber ich kenne da eine, da ist das anders“ missachtet schlicht, dass Ausnahmen die Regel bestätigen.
      Nicht nur der Mythos, dass Frauen angeblich weniger verdienen (bei gleicher Arbeit), auch der Mythos, Frauen seien besonders von Gewalt betroffen, hält sich ausgesprochen hartnäckig. Wer möchte, kann sich beim Bundeskriminalamt davon überzeugen, dass 70% aller Gewaltopfer Männer sind. Selbst bei häuslicher Gewalt ist das Verhältnis Mann/Frau bei ungefähr 50%. Im übrigen ist diese Zahl durch mehrere hundert weltweite Studien belegt.

      Es waren schon immer die Männer, die ihr Leben riskiert haben, um den Frauen und Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen, Männer die neue und gefährliche Dinge ausprobiert haben und damit den Fortschritt in unserer Zivilisation voran gebracht haben. Auch heute noch sind über 90% der Todesopfer im Beruf Männer. Dass Männer grundsätzlich das höhere Risiko tragen (müssen) ist so, weil es in den Anfängen der Menschheit für den Fortbestand des Menschen besser war, wenn die Frau überlebt. Das mag heute nicht mehr so gelten, aber die Rollenverteilung hat sich nicht geändert.
      Das Ergebnis ist dadurch nicht weiter verwunderlich: Wir leben in einer Welt, die von Männern gestaltet und geprägt wurde und wird. Wie gesagt: Dies hat nichts mit einer angeblichen Unterdrückung der Frau zu tun.

      Beim Feminismus mag es wahrscheinlich nicht um Rache gehen. Wie Sie richtig erkannt haben geht es um Bewußtseinsänderung. Im übrigen ist das bei Propaganda das selbe. Und wie es aussieht hat sie ja bei Ihnen ausgesprochen gut funktioniert. Aber dieses neue Bewußtsein, dass dank feministischer Propaganda recht verbreitet ist, hat mit der Realität nichts zu tun und führt zu einer (noch) stärkeren Benachteiligung der Männer.
      Da kann man nur hoffen, die Leute würden endlich aufhören, sich über Mainstream-Medien zu „informieren“ und statt dessen im Internet etwas tiefer zu graben.

    • Dominik Knapp

      8. April 2014 at 20:52

      Hagen, ich möchte noch einmal kurz zu deiner Anmerkung oben eingehen.
      Ich bin ein Vertreter des Leistungsprinzips. Derjenige der am meisten leistet (leisten kann) soll auch dementsprechend belohnt werden. Wenn eine Frau mehr leisten und all die physiologischen „Nachteile“ überwinden kann, dann soll sie gefälligst auch mehr verdienen als ein Mann. Ich sehe es nur als Fakt an, dass diese physiologischen Nachteile nicht so gering sind, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Als gutes Beispiel betrachte ich immer die Welt des Sports, wo in keiner Sportart der Welt die beste Frau besser ist als der beste Mann. Egal ob es da um Kraft, Geschicklichkeit, Ausdauer oder sonst was geht (die meisten Sportarten – wie auch Berufe – bilden ja eine Kombinationen aus mehreren Anforderungen). Möglich, dass dieses Faktum (das sich vom Sport eben auch auf andere Lebensbereiche übertragen lässt) auch mit gesellschaftlichen Rollenbildern zusammenhängt. Dann ist es aber die Aufgabe, diese Rollenbilder zu entfernen und nicht Quoten oder ähnliches einzuführen um schwächere/weniger Leistung zu fördern.
      Ist ja schön, wenn sich ein 15-jähriges Mädchen dazu entschließt eine Lehre als Automechanikerin anzufangen. Nur muss sie dann halt eben damit rechnen, dass es immer Männer geben wird, die diesen Beruf (aus den verschiedensten Gründen) besser ausüben und sie unter Umständen auf dem Arbeitsmarkt übrig bleibt. Für angeborene oder gesellschaftlich bedingte Schwächen kann die jeweilige Person selten etwas. Diverse Quoten führen nun aber dazu, dass eben auch Leute mit einem nicht so idealen Anforderungsprofil gute Jobs/Stellen erhalten.
      Und wenn ich mir die Maria Fekters, Maria Vassilakous, Elisabeth Gehrers, Susanne Winters, Ulrike Haiders und Claudia Schmieds in der Politik ansehe (extra von beinahe jeder Fraktion mindestens eine gewählt), dann graust mir beispielsweise vor einer Frauenquote in eben dieser. (was natürlich nicht heißt, dass komplett alle Männer so tolle politische Arbeit leisten)

      • Manuel

        12. April 2014 at 13:14

        „Und wenn ich mir die Maria Fekters, Maria Vassilakous, Elisabeth Gehrers, Susanne Winters, Ulrike Haiders und Claudia Schmieds in der Politik ansehe (extra von beinahe jeder Fraktion mindestens eine gewählt), dann graust mir beispielsweise vor einer Frauenquote in eben dieser.“

        Hahahahaha, ja KHG, Jörg Haider, Faymann, Spindelegger, Schüssel etc. etc. sind ja um soviel besser. Ein hoch auf die tollen Männer dieses Landes! /sarcasm off/ Und das Argument bzgl. Leistungsprinzip ist ja wohl ein schlechter Witz. Denn das bezieht sich wenn überhaupt dann nur auf gewisse Berufe mit körperlicher Kraftanstrengung. Und was ist mit den ganzen anderen Berufen?

        An Hagen: Thumbs up, du erwähnst sowohl die negativen und positiven Seiten und bringst das meiner Meinung nach am Objektivsten. Du überwirfst beide Artikel (die beide nur so von Klischees strotzen), indem du die Sache am besten auf den Punkt bringst.

    • Lovis

      16. November 2015 at 12:31

      Induvidualität, danke für deinen kommentar!!!

  7. Holger

    8. April 2014 at 17:12

    Liebe/r Hagen,

    aus IHREM Posting spricht Ahnungslosigkeit.

    Was die angeblich ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen angeht, möchte ich auf SomeSomes Kommentar weiter oben verweisen.

    Übrigens: Würden Frauen für die gleiche Arbeit tatsächlich ungleich bezahlt, wäre das verfassungswidrig und Klagen vor den Arbeitsgerichten könnten leicht gewonnen werden… wo bleiben diese Klagen? Richtig – es gibt keine, weil gleiche Arbeit gleich entlohnt wird. Das Frauen im Schnitt etwas weniger verdienen liegt hauptsächlich an ihrer Berufswahl. Seriöse Studien gehen von einer Lohndifferenz von 2 – 8 Prozent aus. Ich z.B. (m) bin Sozialarbeiter und verdiene weniger als ein Ingenieur… man kann beklagen, dass soziale Berufe zu schlecht bezahlt werden… aber das nichts mit einer Geschlechter-Diskrimierung zu tun.

    „Gläserne Decke“, siehe hier:
    http://sciencefiles.org/2012/09/15/ende-einer-genderphantasie-die-glaserne-decke-in-scherben/

    „Gewalt gegen Frauen“… Frauen sind in Beziehungen genauso häufig (körperlich!) gewalttätig wie Männer. Auch das lässt sich leicht überprüfen, wenn man sich die Mühe macht, ein wenig zu recherchieren.

    Und haben Sie ne Ahnung, wie dumm man gelegentlich von Frauen angegraben wird… 😉

    lG,
    Holger

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.