KopfhörerInnen: UMA – Vanity

UMA: Vanity
(VÖ: 6.12.2013 | Seayou Records)

Foto: (c) UMA

Foto: (c) UMA

Die Band UMA lebt und arbeitet in Berlin. Sie setzt sich aus dem deutsch–österreichischen Ehepaar Ella und Florian zusammen und wurde Ende 2011 eigentlich als einmaliger Supportgig für Silver Apples bei der Red Bull Music Academy gegründet. Zum Glück war dieser Abend für Ella und Florian so inspirierend, dass sie beschlossen haben weiterhin gemeinsam Musik zu machen und gleich im Folgejahr erschien die Debut–EP : Drop Your Soul (2012, Seayou Records). Als i-Tüpfelchen gab es eine Release-Tour, die in London ihr Ende nahm. Jetzt steht ihr neues Projekt vor der Tür: Vanity.

Musiktechnisch klingt es vorsichtig ausgedrückt sehr spannend, was absolut gerechtfertigt ist, denn auch die Story dahinter ist nicht weniger uninteressant: Der Track wurde mit analogem Equipment, also Synth, Drum Machine und Gitarre auf einer analogen 13 Track Bandmaschine in der Wohnung der Band aufgenommen. Diese wurde nämlich gänzlich in ein Heimstudio umfunktioniert und nun dient das isolierte Badezimmer als Vocals-Aufnahme-Zimmer und die abgedichteten Fenster verursachen im Sommer einen Sauna Effekt, da es schon mal 30 Grad plus in der Wohnung haben kann. Im sprichwörtlichen Schweiße ihres Angesichts wurde Vanity also aufgenommen und das spürt man auch, denn die Aufnahmen sind intensiv, emotional und energiegeladen.

Manchmal wünscht man sich bei der Originalversion etwas schnellere Stellen und wartet auf den Punkt, an dem der Rhythmus umschlägt und man wild durch die Gegend springen kann. Allerdings wartet man vergeblich. Denn bei Vanity handelt es sich nicht um einen Happy Peppi-heile-Welt-Song, sondern um das Zeugnis der Arbeits- und Liebesbeziehung der Ehepartner, deren schwierige Aufgabe es ist, gleichzeitig verheiratet zu sein und gemeinsam Musik zu machen.

Wem die Single Vanity alleine zu wenig ist, kann sich an einem der beiden Remixe bedienen, die all das, was als fehlend angeprangert werden könnte, aufnehmen und die Songs komplett neu verarbeiten. So möchte man beim Claude Speeed Remix am liebsten in den Tiefen eines Clubs versinken und so lange zu minimalistisch- elektronischer Musik tanzen bis einem die Füße wehtun und man bei Sonnenaufgang ohne Schuhe nach Hause läuft. (Oh Sommer, wieso bist du nur weg?!)
Der Biblo Remix wiederum verkörpert mit viel „Ah“s und „Love“ die auf das Absolute reduzierte Form von Vanity und gibt über mickrige Wohnzimmerlautsprecher aufgrund seines Minimalismus nicht wirklich viel her.
Alles in allem kann sich Vanity allerdings sehen lassen. Vor allem in der Originalversion und mit dem beeindruckenden schwarz-weiß Video von Simon Mullan. Wir freuen uns auf 2014 und das Album!

Lisa Radda ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: lisa.radda[at]mokant.at

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