Reiseguide: Las Vegas

Laut, schrill und künstlich – ein Trip in die Stadt, die wirklich niemals schläft

Foto: (c) Lisa Radda

Foto: (c) Lisa Radda

Wieso sollte man sich zwischen Paris, Venedig, Luxor, New York oder San Francisco entscheiden, wenn man alles auf einmal haben kann? Las Vegas ist nicht nur die Stadt der unbegrenzten (Glücks-)Spielmöglichkeiten, sondern auch the place to be. Spätestens nach den drei Hangover-Filmen möchte doch jeder einmal dorthin. Die Metropole punktet mit Sonne, Palmen und Urlaubsfeeling kombiniert mit Alkohol, Parties und Strippern. Sightseeing ist im Casino-Hotelhopping sogar schon inbegriffen.

Tipp 1: Was macht man in Vegas – außer spielen?
Wer nicht sofort nach dem Aufstehen die Casinos stürmen will, kann sich die Zeit natürlich auch anders vertreiben, denn Vegas ist ein Shoppingparadies. Alleine in den Miracle Mile Shops im Planet Hollywood Ressort oder in den Las Vegas Premium Outlets kann frau einen ganzen Tag verbringen. Wer jedoch auf Nervenkitzel aus ist, besucht die Hochschaubahn im „New York – New York“ oder geht zum Indoor Skydiving ins Rivera, wo man in einer vertikalen Freifall-Anlage einen Fallschirmsprung simulieren kann. Den besten Ausblick beim Nervenkitzel hat man übrigens beim sogenannten Thrill Ride, einer Achterbahn auf dem Dach des Hotels Stratosphere.

Selbstverständlich kann man es auch etwas ruhiger angehen und sich die Ausstellung „Titanic: The Artefact“ im Luxor oder die Gallery of Fine Arts im Bellagio anschauen. Doch wer denkt in Las Vegas schon an Kultur? Wenn es dunkel wird, sind vor allem der künstliche Vulkanausbruch im Mirage oder der legendären Brunnen vor dem Bellagio sehenswert. Letzterer ist besonders beeindruckend, da sich die Dancing Fountain im Takt der Musik bewegt. Apropos Musik: Kopfhörer und MP3-Player sind in Vegas unnötig. Die ganze Stadt ist nämlich auf magische Art und Weise mit ziemlich gut versteckten Lautsprechern versehen, die stets die aktuellen Charthits spielen.

Tipp 2: Das Sechs-Dollar-Foto
Wenn man durch die Straßen von Las Vegas geht, sieht man allerhand verkleidete bis halbnackte Menschen, die sich mit Fotos etwas dazuverdienen möchten. Besonders beliebt sind knappe Playboybunny- oder Showgirloutfits, die vor allem männliche Besucher anlocken sollen. Aber auch mehr oder minder berühmte Persönlichkeiten sind hier anzutreffen: Von Mickey Mouse und Hello Kitty über Alan Garners plus Baby aus den Hangover Filmen bis hin zu Klassikern wie Michael Jackson, Elvis Presley oder Marilyn Monroe sind alle dabei. Von einem bereits angetrunkenen Captain Jack Sparrow und einem erstaunlich überzeugend wirkenden Willy Wonka haben wir erfahren, dass die meisten nur übers Wochenende hier sind und pro Foto um die sechs Dollar verlangen. Die Johnny-Depp-Imitationen waren übrigens alle Studenten aus Los Angeles.

Tipp 3: Stripper oder Shows
Abends hat Las Vegas natürlich mehr zu bieten als nur Clubs und Feiern. Neben den normalen Diskos gibt es selbstverständlich auch die berühmten Stripclubs und andere Etablissements diverser Art. Sobald die Sonne untergeht, werden vermehrt kleine Kärtchen mit nicht bekleideten Frauen und Männern ausgeteilt, auf denen Handynummern stehen. Auch wird einem oft „buy two – pay one“ vorgeschlagen. Wir haben bei diesem Trip darauf verzichtet, herzauszufinden, ob sich das Angebot auf den Eintrittspreis oder die Zahl der Stripper bezieht. Entschließt man sich nun aber gegen einen Club, bleiben noch geschätzte hundert andere Möglichkeiten offen: David Copperfield oder Chris Angel? Celine Dion oder Britney Spears? Burlesque Show oder Cirque du Soleil?

Tipp 4: Die anti-alkoholische Variante
Solltest du genug von Party, Musik und Strippern haben, eignet sich ein Tagesausflug zum Grand Canyon, um Abstand zum Stadtleben zu bekommen. Diese organisierten Trips werden überall auf der Straße angeboten, wo man für umgerechnet 150 Euro einen Hubschrauberflug buchen kann und über die 450 Kilometer lange Schlucht fliegt. Wem es zu unsicher ist, organisierte Ausflüge bei Fremden auf der Straße zu buchen, wendet sich am besten an die Hotellobby. Dort gibt es zahlreiche Varianten dieser Ausflüge, die zwar allesamt ihr Geld wert sind, aber nur einen flüchtigen Eindruck des Naturwunders vermitteln. Anstelle der berühmten Berglöwen sieht man leider nur haufenweise fotografierende Asiaten. Trotzdem bekommt man auf jeden Fall einen tollen Eindruck von den farbigen Gesteinsschichten.

Wer dann doch ganz gerne ein paar Tiere sehen möchte, kann sich seinen Weg durch das Labyrinth aus Gängen des Hotels Mandala Bay bahnen, um das Shark Reef Aquarium zu besichtigen. Dieser etwa dreißigminütige Ausflug in eine ziemlich beeindruckende Unterwasserwelt ist vor allem für Kinder oder Junggebliebene interessant.
 
Drei Insider-Tipps:
1. Zum Trinken ins Casino: Selbst wenn man nur einmal an den leuchtenden Knöpfen der Automaten drückt, sind die Getränke erheblich günstiger.
2. Immer eine Wasserflasche mit dabeihaben! Nicht nur um der Dehydrierung durch den Alkohol entgegenzuwirken, sondern auch weil Las Vegas mitten in der Wüste liegt und es dementsprechend heiß ist.
3. Den eventuell teuren Besuch im Stripclub sollte man sich zwei Mal überlegen, denn in jeder beliebigen Bar gibt es eine kostengünstigere Variante: Dort tanzen leicht bekleidete Mädchen in den Fenstern. Je später die Stunde, desto weniger haben sie an.

Was du auf keinen Fall machen solltest:
1. Abseits des Strips, also des Teils des Las Vegas Boulevards, auf dem sämtliche Luxushotels und Casinos angesiedelt sind, alkoholische Getränke konsumieren. Das ist verboten.
2. Außerhalb eines Restaurants Cocktails bestellen. Die Cocktails werden nämlich nicht wie bei uns zubereitet, sondern sind bereits fertig zusammengerührte Eismassen, in denen nur noch die entsprechende Spirituose hinzugefügt wird. Der Geschmack erinnert an zerschmolzenes Eis mit ein wenig Alkoholzusatz.
3. Länger als drei Tage bleiben. Irgendwann hat man wirklich genug von dem ganzen Geblinke, Geleuchte und dem Dauerlärm.

Titelbild: flickr.com/David Stanley

Lisa Radda ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: lisa.radda[at]mokant.at

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