Markus Floth: „Mein Schmäh kommt gut an“

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VIVA Austria-Moderator Markus Floth über Erfolg, 50 Cent und die berühmte Besetzungscouch

Egal ob im Radio, im Fernsehen oder als TV Produzent: Markus Floth kommt gut an. Zumindest bei den Deutschen, wie er meint, denn die stehen auf den österreichischen Schmäh. Von Kate Middelton bis 50 Cent hatte der „VIVA Austria Top 20“- und „VIVA Pur“-Moderator alle vor seinem Mikro. Sein Geheimnis: Er ist immer authentisch und spricht mit jedem über alles – außer über sein Geburtsjahr, das wird auf keinen Fall verraten.

mokant.at: Wie kommt man zum Traumjob des VIVA Moderators?
Markus Floth: Nun ja, bei mir war es so, dass ich 2010 erfahren habe, dass Andi Moravec MTV verlässt, um zu ATV zu gehen und da habe ich mich beworben. Es gab dann ein Casting, das ich gewonnen habe, und dann ging alles ganz schnell …

mokant.at: So einfach war das? Oder gibt es da ein Geheimnis?
Markus Floth: Klingt einfach, stimmt. Oft muss man wahrscheinlich zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle sein; und natürlich braucht es auch immer etwas Glück. Das Geheimnis, wie bei allen Dingen im Leben: Authentizität!

mokant.at: Authentizität und Glück? Wärst du eine Frau, würden Neider jetzt „Besetzungscouch!“ rufen. Welche Erfahrungen hast du in dieser Beziehung bisher gemacht?
Markus Floth: (lacht) Bei Männern hätte ich das jetzt noch nicht gehört. Aber du hast recht, witzigerweise hört man das über Mädels schnell einmal, auch wenn man in manchen Fällen weiß, dass das ganz sicher nicht stimmt. Bei mir waren es aber immer nur langweilige Castings, die es zu erfüllen gab – hab hier also leider keine spannende Story zu berichten.

mokant.at: VIVA Austria setzt auf deinen speziellen österreichischen Schmäh. Was macht deinen Humor so besonders?
Markus Floth: Ich bin ein sehr positiv denkender Mensch und sage auch gerne mal das, was mir gerade in den Kopf schießt, wenn ich es witzig finde, auch wenn es in dem Moment vielleicht nicht ganz politisch korrekt ist. Was an meinem Humor speziell ist, ist sehr schwer zu beantworten – am besten du fragst meine Kumpels, oder unsere Seher.

mokant.at: Apropos Seher, macht sich der österreichische Schmäh bei den Einschaltquoten bemerkbar?
Markus Floth: Das hoffe ich doch!

mokant.at: Gibt es da ganz konkretes Feedback für euch Moderatoren vom Sender?
Markus Floth: Ja, bei den Deutschen kommt der österreichische Schmäh voll an, die schicken gerne auch mal ein persönliches Feedback zu den Sendungen und laut unserem Vermarkter in Österreich entwickeln sich unsere Seherzahlen konstant positiv.

mokant.at: Von Kate Middelton bis 50 Cent hattest du schon alle vor deinem Mikro. Wer war bis jetzt dein Lieblingsinterviewpartner?
Markus Floth: Eigentlich 50 Cent, weil der nach seinem „Wetten dass“-Auftritt eigentlich sehr schlecht gelaunt war und im Vorfeld alle Journalisten geraunzt haben, wie schwierig das Interview mit 50 war. Doch als wir, mein Kameramann und ich, ein etwas schrägeres Quiz mit ihm gemacht haben, war das Eis gebrochen und wir hatten ein richtig lustiges Interview, bei dem er sich nachher sogar für die gute Unterhaltung bei uns bedankt hat.

mokant.at: Wen würdest du noch gerne interviewen, den du noch nicht unterhalten durftest?
Markus Floth: Da fällt mir sofort Beckham ein, den find ich irgendwie cool. Justin Bieber wäre sicher lustig, da würd ich gerne wissen, ob der Spaß versteht, wenn man ihn verarscht.

mokant.at: Werden die Stars von dir verarscht?
Markus Floth: Es wäre vermessen, das zu sagen. Ich versuche bei Interviews einfach ein bisschen Schmäh zu führen. Und manchmal eben ein bisschen mehr.

mokant.at: Schon einmal negative Konsequenzen alla Heinzl dafür zu spüren bekommen?
Markus Floth: Nein, gar nicht. Glück gehabt!

mokant.at: Lernst du durch deinen Job die Stars auch ein wenig persönlich kennen? Ergeben sich vielleicht sogar Freundschaften?
Markus Floth: Wir tun natürlich alle gerne so als ob, aber einen echten internationalen Star habe ich persönlich noch nicht besser kennengelernt.

mokant.at: Wärst du selbst gerne ein international bekannter Musikstar?
Markus Floth: Nein, mein Gesang ist schrecklich. Ich versuche das zwar öfters mal durch Lautstärke zu kompensieren, aber das wäre für niemanden ein Hit.

mokant.at: Abgesehen vom Talent, reizt der Bekanntheitsgrad?
Markus Floth: Na logo, aber nur in einem Bereich, wo man auch das Gefühl hat, dass es berechtigt ist. Ich glaube, dass dich der Bekanntheitsgrad nur dann erfüllt, wenn du das Gefühl hast, dafür auch etwas geleistet zu haben.

mokant.at: Warum wird auf der VIVA Austria Seite zu deiner Person zwar dein Geburtstag aber nicht dein Geburtsjahr verraten?
Markus Floth: Einfach so, weil das mein Geheimnis ist.

mokant.at: Kommt ein über 30-jähriger VIVA Moderator vielleicht nicht mehr gut an – gibt es da so etwas wie ein Ablaufdatum? Oder muss man mit 35 gar in Pension?
Markus Floth (lacht): Ich mach mir über so etwas keine Gedanken – ich kenne Menschen, die sind mit 20 schon älter als meine Eltern und andere, die mit 35 noch crazy wie Maturanten sind. Ich fühle mich im Moment wie ein Maturant mit Lebenserfahrung.

mokant.at: Ist man als VIVA Moderator generell immer ein bisschen der Berufsjugendliche oder hast du das Gefühl man darf auch älter und reifer werden?
Markus Floth: Wahrscheinlich ist man zwangsläufig ein bisschen berufsjugendlich bei VIVA, aber ich bin natürlich der Meinung, dass man auf jeden Fall auch reifer und älter werden darf. Das ist genau wie mit der Musik – warum soll die Zielgruppe 30 plus nicht Musik TV schauen? Ganz im Gegenteil, ich glaube hier gibt es einen richtig großen Markt, wir hören das immer wieder bei den Events.

mokant.at: Planst du schon etwas für deine Zeit nach VIVA Austria?
Markus Floth: Ich lass das jetzt mal einfach auf mich zukommen…verlockend wäre natürlich einmal in Deutschland, England oder am liebsten Australien beim TV zu arbeiten.

mokant.at: Oder Musik TV für die Generation 30 plus zu machen?
Markus Floth: Genau!

mokant.at: Du hast ja vor kurzem deine TV Produktionsfirma „Flobo“ gegründet. Wo willst du mit deiner Firma zukünftig hin?
Markus Floth: Ich will nur Dinge verwirklichen, die Spaß machen und von denen wir überzeugt sind – Geld ist nicht so wichtig!

mokant.at: Hedonismus als Lebensziel?
Markus Floth: Warum nicht?! Wir sind ja noch jung, da darf man noch träumen!

mokant.at: Apropos träumen: Ist Markus Floth noch zu haben?
Markus Floth: Wie sagt man da auf Facebook – es ist schwierig. Ich hatte eine lange Beziehung und bin jetzt wieder solo.

mokant.at: Dann darf ich dich das ja fragen: Welcher VIVA Austria Top 20 Star wäre denn dein Typ?
Markus Floth: Eigentlich gefallen mir ja dunkelhaarige Mädels immer besser, aber irgendwie fahr ich derzeit ein bisschen auf Taylor Swift ab, rein optisch, wahrscheinlich sind es die Augen…

mokant.at: Ja, wahrscheinlich. Käme so etwas für dich in Frage, eine Beziehung mit einem Star oder einem Fan? Oder trennst du Profession strikt von Privatleben?
Markus Floth: Nein, ich glaube nicht, dass man das trennen muss. Mit Fans bin ich ab und an schon etwas trinken gegangen. Mit einem Star halte ich eine Beziehung für eher unwahrscheinlich, weil eine echte Beziehung ja ein gewisses Zeitpensum für einander beinhaltet… Aber wenn mich jetzt beispielsweise Taylor Swift nach dem Interview auf ihr Zimmer einladen würde, dann würde ich schon einwilligen ein oder zwei Drinks mit ihr zu zwitschern.

mokant.at: Über Armin Assinger war einmal in der Presse zu lesen, dass er von seinen weiblichen Fans sogar Unterhosen geschickt bekommt. Passiert dir so etwas auch?
Markus Floth: Es kommt schon vor, dass Fans hin und wieder mal etwas von mir haben wollen: ein Autogramm, meinen Hut oder ein T-Shirt – aber umgekehrt habe ich, außer dem einen oder anderen Plüschtier, bisher noch nichts bekommen.

mokant.at: Welches Geschenk würde denn bei dir Eindruck machen?
Markus Floth: Schwer zu sagen, am meisten Eindruck hinterlässt ja grundsätzlich immer etwas Persönliches. Mir fällt jetzt zum Beispiel eine Videobotschaft oder ein nettes Foto mit coolen selbstgeschriebenen Lyrics ein. Ich hab aber auch schon einmal selbstgebackene Cupcakes bekommen und mich sehr darüber gefreut!

mokant.at: Wenn du auf deine bisherige Karriere zurückblickst, bist du stolz? Oder gibt es etwas, dass du unbedingt noch erreichen möchtest?
Markus Floth: Stolz? Keine Ahnung. Ich freue mich auf jeden Fall sehr, dass ich einige Möglichkeiten, die mir das Leben geschenkt hat, genutzt habe. Alles andere lasse ich auf mich zukommen.

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Manuela Griessbach ist als Leiterin des Ressorts Gesellschaft für mokant.at tätig. Kontakt: manuela.griessbach[at]mokant.at

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