Harvest of Art: Mehr als Jazz in Wiesen

Picknick im Grünen mit Indie-Klängen: Das war das Harvest of Art Festival 2013

Wiesen ist längst nicht mehr nur für sein Jazzfest bekannt, es ist seit letztem Jahr auch einen Tag lang eine Hochburg des Indierocks. Nämlich dann, wenn das Harvest of Art Festival mit seinem vielversprechenden Line-Up in der kleinen Gemeinde im Burgendland gastiert. Schon der Warm-Up-Auftakt die Woche zuvor legte einiges vor: Amanda Palmer war mächtig und grandios und Calexico spielten sich zu später Stunden in die Herzen des Publikums. Die Erwartungen an das Hauptevent waren also groß.

Picknick im Garten
Angefangen hat das diesjährige Spektakel mit der Band Giantree, gefolgt von Youth Lagoon. Da das Festival am frühen Nachmittag startete, waren viele Leute noch auf der Anreise. Aber auch der Großteil derjenigen, die schon vor Ort waren, hat den Musikern nur mit einem Ohr zugehört. Einige haben sogar noch ein kurzes Mittagsschläfchen eingelegt, um dann später am Abend umso mehr abzugehen. Gewirkt hat das Ganze eher wie ein großes Picknick im Garten mit musikalischer Begleitung.

Afrobeats in Wiesen
Mit The Eclectic Moniker ist dann zum ersten Mal richtige Festivalstimmung aufgekommen. Bei Liedern wie „Easter Island“ fällt es einfach schwer, im Gras liegen zu bleiben und nicht zu tanzen. Der sympathische Sänger hat vielleicht auch den einen oder anderen davon überzeugt, im Herbst das Konzert der Band im Wiener WUK zu besuchen. Auf The Eclectic Moniker und ihre happy Afrobeat-Calypso-Indie-Musik folgten Get Well Soon, die einen starken Kontrast dazu darstellten: Ihr Set war ruhig und kunstvoll und nicht unbedingt Festival-tauglich.

Girls Talk
Kate Nashs Auftritt brachte einen Hauch von Rock aufs Harvest of Art. Ihr neues Album „Girl Talk“ klingt nicht mehr so kommerziell und auch ihre älteren Hits („Foundations“, „Do-Wah-Doo“) wirkten bei ihrer Show nicht mehr so süß. Kate, die enthusiastisch ihre Runden auf der Festivalbühne drehte, forderte alle Mädchen auf, in der Musikindustrie mehr Präsenz zu zeigen und ist mit ihrer rein durch Frauen besetzten Band ein Paradebeispiel dafür. Dennoch kam im Publikum nur zeitweise Stimmung auf. Am Schluss holte sie sich zur Verstärkung einige Fans auf die Bühne, die sie am Ende des letzten Liedes alle herzte und umarmte.

Bühne frei für die Headliner
Wenn auch bis zu diesem Zeitpunkt immer noch einige Leute in der Wiese gesessen und gelegen sind – spätestens nach dem Soundcheck von Bloc Party waren so gut wie alle Festivalgäste auf ihren Beinen und warteten gespannt auf den ersten Headliner. Trennungsgerüchte hin oder her – Bloc Party lieferten einen souveränen Auftritt. Durch den Charme des Sängers Kele Okereke sprang der Funke zum Publikum über und die Stimmung war ausgelassen. Den Abschluss bildeten die Arctic Monkeys. Sie wurden vom Publikum schon sehnsüchtig erwartet und enttäuschten auch nicht. Mit ihrer Setlist spannte die Band den Bogen über ihre bisherigen Alben – inklusive aller Klassiker – und stellte das ein oder andere Lied ihres im Herbst erscheinenden Albums „AM“ vor. Es war in perfekter Ausklang für einen gelungenen Festivaltag. Wir sind gespannt auf das Line-Up des nächsten Jahres und freuen uns jetzt schon darauf!

Titelbild: (c) Alissa Hacker

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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