Trend: Bin ich glücklich?

mokant.at begibt sich auf die Suche nach dem Glück und stößt dabei auf interessante Fakten

Bin ich glücklich? Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt. Ab wann ist ein Mensch glücklich? Ist ein Mensch, der alle Ziele in seinem Leben erreicht hat, glücklich? Gibt es vielleicht sogar eine allgemeine Glücksformel?Genau solche philosophischen Überlegungen können einige zur Verzweiflung bringen. Denn der Philosophie als Wissenschaft wird ja unter anderem nachgesagt, dass sie versuche, eine schwarze Katze in einem dunklen Raum zu finden, die gar nicht da ist.

Das Glück ist fast so alt wie der Mensch
Das Ausdruck „Glück“ findet seinen Ursprung in dem mittelniederdeutschen Wort „gelucke“.  „Gelucke“ bedeutete, dass ein bestimmtes Ereignis ein gutes Ende nimmt. Während theoretisch gesehen der Betroffene weder ein bestimmtes Talent, noch Eigeninitiative haben musste, sah es praktisch gesehen anders aus. Denn erfahrungsgemäß hängt die Fähigkeit, Glück zu empfinden, von äußeren Einflüssen sowie der individuellen Einstellung ab.

Es gibt unzählige Persönlichkeiten, Bücher, Filme und Reportagen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Der wahrscheinlich erste Philosoph, der eine gesamte Glücksphilosophie entwarf, war Aristippos von Kyrene (circa 435 v. Chr. bis 355 v. Chr.). In seiner Philosophie unterscheidet er zwei Zustände der menschlichen Seele: Zum einen die Lust als sanfte und zum anderen den Schmerz als raue Bewegung der Seele. Der Weg, um Glück zu erreichen, ist die Lust zu maximieren und dem Schmerz auszuweichen. Neben Aristippos gibt es noch weitere Philosophen, wie Aristoteles, Demokrit, Platon, Epikur oder auch Kant, die sich mit der Frage des Glückes beschäftigten und interessante Thesen und Theorien aufgestellt haben.

Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück
Der französische Psychiater und Schriftsteller François Lelord veröffentlichte 2002 den Roman „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“, in dem er dieses Thema recht einfach und anschaulich darstellt. Der Psychiater Hector beschließt eine Reise um die Welt zu machen, um dem Geheimnis des Glücks auf die Spur zu kommen. Manche Patienten sind nämlich unglücklich, obwohl ihnen kein Unglück widerfahren ist, sie weder Geldsorgen noch Gesundheitsprobleme haben. Dabei stellt er 23 Thesen auf, die ihm das Glück besser begreiflich gemacht und den Umgang mit manchen schwierigeren Patienten erleichtert haben.

In dem Buch findet man anspruchsvolle Thesen wie „Vergleiche anzustellen ist ein gutes Mittel, sich sein Glück zu vermiesen“ oder  „Es ist ein Irrtum zu glauben, Glück wäre das Ziel“. Aber auch leicht verständliche Thesen , wie „Glück ist, wenn man ein Haus und einen Garten hat“ oder „Glück ist, wenn es der Familie an nichts mangelt“. Die Glücksthesen sind im Buch anhand von Erlebnissen dargestellt, die der Protagonist Hector erlebt. Das Unbewusstsein des Lesers assoziiert dadurch die Aussagen mit Erzählungen, die dafür sorgen, dass die Glücksthesen besser im Bewusstsein haften und so in Erinnerung bleiben können. Ein weiterer Vorteil ist die einfache Struktur, die das Buch ausmacht. Der Autor versucht keinen krampfhaft niveauvollen Schreibstil durchzusetzen und komplexe Beispiele zu nennen. Denn für das allgemein bessere Verständnis des Lesers ist es angenehmer, das Thema auf eine einfache Weise vermittelt zu bekommen, anstatt sich mit komplizierten Theorien und Fremdwörter plagen zu müssen.

Das Glück des einfachen Volkes
Gibt es eigentlich eine Definition von Glück? Wir befragten einige Menschen zum Thema. Auf die Fragen „Was bedeutet für dich Glück?“ und „Würdest du sagen, dass du glücklich bist?“ hatte fast  jede Person eine Antwort parat. Für den Großteil ist es wichtig, Familie und Freunde um sich zu haben, um glücklich zu sein. Ein Mädchen meinte, dass man das Glück nicht allgemein definieren kann, da es verschiedene „Vorkommens-Bereiche“ gibt, wie zum Beispiel das Glück in der Liebe oder das Glück im Spiel. Aus diesem Grund gäbe es keine Glücksformel, die jeder anwenden kann. Junge Leute gaben die Antwort noch auf der Suche des Glücks zu sein und deshalb noch nicht zu wissen, was es bedeutet, glücklich zu sein.
Ohne dass mokant.at den Beteiligten an der Umfrage etwas von dem Buch „Hectors Reise oder die Suche nach dem Glück“ erzählt hat, findet man Parallelen zwischen den Antworten und einigen Thesen. So kann man die Aussagen mit den Lektionen „Glück ist, mit den Menschen zusammen zu sein, die man liebt“, „Glück ist eine Sichtweise auf die Dinge“ und „Manchmal bedeutet Glück, etwas nicht zu begreifen“ gut vergleichen. Es ist vielleicht eine gar nicht so schlechte Idee, sich das Buch einmal zur Hand zu nehmen und für sich persönlich zu überlegen: Was ist Glück?

Titelbild: (c) flickr.com/Klaus Friese

Barbara Tiefenbacher ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: barbara.tiefenbacher[at]mokant.at

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