pilipenko: Schweißtropfentreffen mit Kommunarden

Warum pilipenko alles klein schreibt und die Band live ganz anders klingt als auf CD

Foto: (c) Raimund Appel

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Es ist kurz vor zehn, das Lokal ist vollgestopft mit Menschen. Es ist ein Diensttagabend im Chelsea. In ein paar Minuten soll die Band anfangen zu spielen. Doch welche Band? pilipenko heißt sie. So wenig man durch den Namen über die Band erfahren kann, so sehr überraschen Martin und Markus – der Bassist und der Sänger – in diesem eher ungewöhnlichen Interview. Die Band pilipenko hat jetzt ihr Debutalbum veröffentlicht und es am 26. März dem Publikum vorgestellt. Bei pilipenko wird ausschließlich auf Deutsch gesungen. Die Musik hört sich an wie eine schwer zu definierende Mischung aus Pop, Rock, Indie und Sentimentalität.

mokant.at: Warum sind so viele gestriegelte alte Leute im Publikum?
Martin: Gestriegelte alte Leute? Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir selber alte Leute sind. (beide lachen)
Markus: Ich schätz mal, wir machen auch Musik für älteres Publikum …
Martin: Viele Freunde von uns sind einfach in unserem Alter und sind brave Bürger und haben Berufe. Wobei das natürlich auch täuscht, weil ein paar von den gestriegelten alten Leuten es ganz schön faustdick hinter den Ohren haben. (lacht)
Markus: Ich bin mir sicher, dass die Band genauso gut für weniger gestriegelte und weniger alte Menschen funktioniert. Wir haben ein sehr leiwandes Konzert bei einem Freund im sechsten Bezirk auf der Dachterrasse gespielt. Und er hat gesagt, ich soll meine Freunde einladen. Aber ich sag zu ihm: „Aber da kommen nur deine Haberer.“ Das war ganz bunt gemischt, von Mitte zwanzig bis Ende fünzig. Mit oder ohne Kinder. Also total bunt gemischt. Seit dem bin ich noch mehr davon überzeugt, dass es ein Publikum für diese Band gibt. Es war ein sogenannter Feldversuch.
Martin: Was wir wahrscheinlich nicht machen, ist, sich an junge Teenie/Indie-Trends anzuhängen. Das funktioniert für uns nicht.
Markus: Das ganze Ding ist überhaupt nicht geplant. Weder die Songs noch die Richtung. Das ergibt sich einfach so.

mokant.at: Markus, du hast beim Auftritt gesagt, dass „Schweißtropfen treffen lustig“ sei. Warum?
Markus: (lacht und greift Redakteur an die Schulter) Weil es verbindet! Säfte austauschen ist doch das, was wir wollen!

mokant.at: Seit wann gibt es pilipenko?
Martin: Seit ungefähr dreieinhalb Jahren. Es hat in einer Jam-Session gestartet.
Markus: Im Studio bei einem Freund haben wir uns einmal im Monat getroffen. Immer wenn wir gedacht haben, da ist musikalisch was entstanden, hat der Freund auf Play/Rec gedrückt. Bei der nächsten Probe haben wir wieder frisch angefangen, ohne uns das Aufgenommene anzuhören. Und so haben wir uns ein ganzes Jahr lang getroffen und uns am Schluss gefragt: „Was war eigentlich? Ist da eigentlich irgendwas rausgekommen?“ Da haben wir bei zwölf oder dreizehn Proben vierzehn Nummern geschrieben.
Martin: Dann haben wir das live gemacht, aber auch noch sehr frei. Eher noch so gejammed und dann ist das zusammengewachsen.

mokant.at: Was war euer bester und schlechtester Auftritt bisher?
Martin: Das ist so verschieden, da ist jeder anders.
Markus: Eine besondere Erfahrung war schon der erste Gig.
Martin: Der war cool.
Markus: Bei einer Freundin.
Martin: Achso, der! (beide lachen)
Markus: Der Gig, bei der die Band zum ersten Mal spielte, war in Fusch an der Glocknerstraße. Auf einem Bio-Bauernhof bei einer Freundin. Und sie wollte unbedingt, dass wir bei ihr spielen. Es war unglaublich, es wurden drei riesige Zelte aufgestellt. Eines zum Essen, eines zum Trinken und eines für die Band. Aber es hat so geschüttet, dass niemand zu uns ins Zelt herüberkam. Wir haben dann alleine ein Konzert gespielt und sind im Bühnenboden versickert. Es hat nicht einmal wer bemerkt, dass das Konzert zu Ende war. Es war voll der Wahnsinn! (lacht)
Martin: Wir haben einmal bei einer Vernissage gespielt. Ohne Verstärker, nur Akustikgitarre. Und das ist überraschend leiwand geworden. Das hat super funktioniert.
Markus: Wenn es euch aufgefallen ist, was der Ed alles mit den Fingern macht, das machen normalerweise Leute mit dem Computer.

Foto: (c) Raimund Appel

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mokant.at: Auf eurer Homepage ist alles klein geschrieben. Die RAF (eine linke Terrorgruppe in Deutschland in den 1970ern, Anmerkung der Redaktion) hat auch alles klein geschrieben. Welche Parallelen gibt es da? (beide lachen)
Markus: Wir sind unbewaffnet! Sehr aufmerksam – das ist die beste Frage, die mir je gestellt wurde!
Martin: Find ich gut, aber das hat tatsächlich was damit zu tun. Jetzt nicht mit der RAF in dem Sinn, aber mit der Gleichstellung mit der Schrift, also keine Groß- und Kleinbuchstaben. Keine Hierarchien, sondern eine gleichgestellte Schrift. Jedes Wort hat seine Berechtigung.
Markus: Es gibt auch keine Hierarchien in der Band. Wir sind ein Familienkollektiv. Wir machen alles zu viert. Wir teilen alles zu viert. Genauso die Leute die zur Bühne kommen: Das sind Freunde.
Martin: Das mit den Kommunarden gefällt mir, das hat schon was. Es ist zwar nicht so, dass wir die sexuellen Experimente durchführen …
Markus: Hey, wieso nicht?
Martin: (lacht) Aber es stimmt, dass da viel von dem Geist enthalten ist.

mokant.at: Ihr schreibt: „das debutalbum braucht zeit.“ Wie lange habt ihr denn für das Debutalbum gebraucht?
Markus: Naja, eigentlich dreieinhalb Jahre. Wir haben genauso lang gebraucht, wie es uns gibt. Wie bei jeder Band, die beginnt, passieren Sachen. Zum Beispiel nach einem Jahr haben wir gesagt: „Das ist jetzt nicht nur ein monatlicher Treff. Das ist jetzt eine Band.“ Daraufhin ist der damalige Schlagzeuger gleich ausgestiegen. Damit haben wir auch den Proberaum verloren. Dann hat es wieder ein Jahr gedauert, dass wir beides wieder finden. Dafür haben wir dann alle Nummern in vier Tagen aufgenommen. Bis zum Mischen hat es dann aber wieder länger gedauert.
Martin: Was aber gut ist, weil dann kann es sich setzen. Das ist für die Qualität nicht schlecht, einerseits zumindest. Manche sagen, es ist besser, wenn man es schnell macht – zack bum und fertig.

mokant.at: Euer Bandname klingt ein wenig wie „Pipi Langstrumpf“. War das gewollt oder wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen? (lachen)
Markus: pipilenko sagen jetzt schon manche zu uns. Album Nummer zwei: pipilenko! Dann kennt sich keiner mehr aus!
Martin: Die Geschichte ist ganz einfach: Es gibt einen Herrn Pilipenko in der Ukraine, der sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, ein U-Boot in seiner Garage zu bauen. Irgendwo in der Pampa.

mokant.at: Warum sollte man in der Ukraine ein U-Boot bauen?
Martin: Eben, warum? Und das ist ein sehr sinnloses Unterfangen aber von persönlicher Begeisterung angetriebenes Unterfangen – das hat uns sehr fasziniert. Der Typ ist einfach verrückt und macht das. Es schaut auch sehr schön aus. Auf den sind wir alle gleichzeitig gestoßen.
Markus: Es gibt eine Doku von ihm: „Herr Pilipenko und sein U-Boot“. Schaut es euch an, wenn ihr Zeit habt. Es ist ein grünes U-Boot mit hellblauen Fensterrahmen. Hat auch Räder, dass es auf der Straße fahren kann. Er verwendet dafür seine ganze Pension und die seiner Frau. Die ist natürlich hundsangfressen auf ihn, dass er die ganze Pension für Batterien fürs U-Boot ausgibt. Aber am Ende der Doku fährt er aufs Schwarze Meer. Also es geht gut aus für ihn. Wir wurden schon auf Facebook angeschrieben, von einem gewissen Pilipenko aus Monaco, der hat gefragt: „Why is your band named after me?“. Und ich sag: „Naja, eh auch.“
Martin: Man muss dazu sagen, dass Pilipenko auch ein sehr geläufiger russischer Name ist. Es gibt auch ein Topmodel Pilipenko.

mokant.at: Ihr singt ausschließlich auf Deutsch, wieso?
Markus: Das haben wir uns nicht überlegt. Wir sind im Proberaum und Sachen passieren.
Martin: Es hängt schon damit zusammen, dass wir Deutsch als Muttersprache haben. Das heißt, wir können uns schon zwischen den Zeilen präziser ausdrücken. Ich persönlich mag die deutsche Sprache sehr gern. Es ist eine sehr präzise Sprache, mit der man sehr gut Zwischentöne darstellen kann.

mokant.at: Was ist für euch der Unterschied zwischen melancholisch und weinerlich – und wo würdet ihr eure Musik einordnen? (beide lachen)
Markus: Was zwischen melancholisch und weinerlich muss es sein? In der Mitte!
Martin: Also unsere Musik – weder noch. Und der Unterschied: Melancholie hat was mit den positiven Seiten zu tun, während weinerlich eher so ein Hadern mit der Vergangenheit ist.

mokant.at: Wieso muss es in fast jedem Lied dieser Welt um Liebe gehen? Um Liebe oder politische Unterdrückung?
Markus: Es sind zwei Urthemen. Ich frag mich, warum es in so vielen Filmen ums Umbringen gehen muss. Weil das ist ja jetzt wirklich kein Anliegen von vielen Menschen. Aber Liebe und die Politik betrifft einfach jeden. Um was geht’s im Leben? Um lieben und geliebt werden.

Foto: (c) Raimund Appel

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mokant.at: In Frankreich gibt es seit 1994 eine Radioquote, die besagt, dass vierzig Prozent der Musik französisch sein muss. Was haltet ihr davon?
Martin: Sehr schwierig. Ich hab einige Zeit sehr viel davon gehalten. Inzwischen glaub ich nicht mehr, dass es viel Sinn macht. Die gesamte Musik ist so global, dass es um andere Sachen geht – Sachen mischen etwa. In Österreich wär es eine Zeit lang sehr gut gewesen, weil alles sehr deutsch dominiert war und du sehr wenig Chancen hattest wahrgenommen zu werden.
Markus: Aber im Radio ned!
Martin: In den klassischen Medien hat es sich nicht geändert. Da gibt’s das Problem noch immer. Aber es gibt sehr viele österreichische Künstler, die einfach nach draußen gehen, und es funktioniert. Da ist vieles auch über die elektronische Musik gelaufen. Die haben schon in den frühen Neunzigerjahren Netzwerke gebildet. Die haben da einfach ein Parallelsystem aufgezogen neben den Majors. Das hat sich dann natürlich über das Internet multipliziert.
Markus: Wir merken erst jetzt, wo wir an die Öffentlichkeit treten, dass wir sehen, wer sich wirklich für uns interessiert. Da haben wir Menschen getroffen, die sich wirklich für die Musik interessieren. Ich sehe jetzt ganz deutlich, mit wem ich reden muss und das ist herrlich. Es ist ein ehrliches Interesse vorhanden.
Martin: Es gibt zwei große Plattformen für Musik: die Ö3-Partie und FM4. Die haben beide ganz klare Vorgaben, was gespielt wird, obwohl FM4 natürlich ein bisschen offener ist. Aber es ist ein klares Format.

mokant.at: Wie macht ihr euch bekannt?
Martin: Wir versuchen es übers Internet und versuchen Medien kennenzulernen, die eben nicht in diesen klassischen Formaten drinstecken.
Markus: Da gibt’s wieder zwei Freunde von uns, der eine ist Fotograf, der andere Regisseur, und die wollten ein Video mit uns machen. Die einzige Vorgabe war, dass es „stoak“ wird. Und dass Leute, wenn sie auf YouTube über dieses Video stolpern, sagen: „Hast des gseng?“

mokant.at: Macht ihr es euch dann nicht ein bisschen schwer, wenn ihr auf Deutsch singt?
Markus: Die meisten Menschen in Europa sprechen Deutsch. Da muss ich nicht so weit fahren. (lacht)
Martin: Es geht darum, dass wir Dinge tun, die wir machen wollen. Ich arbeite sehr viel im Studio und da gibt es ganz klare Vorgaben. Bei der Band geht’s mir darum, auf die ganzen Vorgaben zu verzichten, das kennt man alles.
Markus: Wir spielen manchmal oft eine halbe Stunde lang brachial im Proberaum. Dann trinken wir ein Bier und auf einmal schreiben wir „Sternenstaub“. Es ist so reinigend, so logisch. Ich gehe dann raus und denke mir: Ja genau! Das ist, glaube ich, wonach sich die Welt sehnt: Authentizität. Nicht irgendwer, der eine Rolle spielt und sich eine Maske aufstülpt. Genau das sind wir nicht. Wir haben unser Gewand an und spielen unsere Musik. Wir drücken die Dinge aus, die uns wichtig sind im Leben.

mokant.at: Wie gefallt ihr euch besser, auf CD oder live?
Markus: Es hat beides seine Vorteile. Ich selber bin ja ein schlechter CD-Anhörer. Ich denke mir, wenn die CD fertig ist, dann ist das für die anderen. Ich weiß eh wie es ist. Die CD muss für sich selber stehen. So wie die Band sich selbst genügen muss. Live ist wieder die andere Schiene. Wir haben nicht den Anspruch, live so zu klingen wie auf CD.

mokant.at: Ihr klingt ja auch live ganz anders als auf der CD.
Markus: Ja eh. Das Live-Erlebnis soll was Besonderes sein. Bei der CD gibt es keine Nummer, die im Studio gleich klingt. Da sind andere Versionen um zwei Minuten länger.
Martin: Wir haben dann einfach eine gewählt.
Markus: Auch im Studio war es frei und nicht fix. Natürlich gibt’s dann auch Version die nach acht Minuten abbrechen und im Nichts enden. Da sagt man dann natürlich: „Das wars jetzt ned.“

mokant.at: Habt ihr eine Lieblingsnummer?
Martin: Einfach so aus dem Bauch heraus: „Sternenstaub“.
Markus: Also ich mag auch „Sternenstau“. Das ist eine Nummer, die im Proberaum immer funktioniert, egal bei welcher Geschwindigkeit. Die haben wir schon ziemlich flott gespielt. Es funktioniert trotzdem. Mit mir kann Musik alles machen. Je nach Stimmung. Im Proberaum denke ich mir oft, Punk ist leiwand.

mokant.at: Wir haben relativ viele Bands interviewt, die nebenbei Musik machen und sonst einen Job haben. Wie ist es bei euch?
Martin: Also ich lebe von der Musik. Ich kann mir das mal mehr, mal weniger leisten. Ich komponiere seit zwanzig Jahren Filmmusik und mache Musik. Auch für die neue Platte von den Sofa Surfers arbeite ich mit. Das sind teilweise technische Arbeiten.
Markus: Er hat auch unser ganzes Album gemischt. Unser eigenes Album! Das ist echt die Pest am Arsch. Und du hast das wunderbar gemacht. Ich bin nur dabeigesessen. Das schöne ist aber, dass wir uns so einig sind. Da gibt es überhaupt keine Auseinandersetzungen. Das ist wie eine Sturzgeburt. Bei einer Band ist es ganz wichtig, dass man sich liebt. Denn Musik machen ist etwas ganz Intimes. Das wird nicht einfach so. Deswegen waren es auch großteils Freunde, die uns beim Album geholfen haben. Auch die Sabine, die wir für die Promotion für zweieinhalb Monate geholt haben, hat sich unsere Musik angehört und hat gleich gesagt, dass sie das für uns macht.

mokant.at: Und wie schaut es bei dir jobmäßig aus, Markus?
Markus: Ich geh ganz normal arbeiten. Für mich war schon vor zwanzig Jahren die Entscheidung. Ich spiele kein Instrument und kenn mich im Studio nicht aus.

Foto: (c) Raimund Appel

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mokant.at: Was machst du?
Markus: Ich bin Journalist. Also wenn ich jetzt in Amerika einreise, dann schreibe ich „Musiker“. Ich fühle mich als Musiker. Und ich habe mir, dadurch, dass ich normal arbeite, die Musik sauber gehalten.
Martin: Das ist ein Vorteil.
Markus: Da hab ich Angebote wie „Magst du nicht für eine Werbung singen?“ oder ob ich den Falco singen will. Das Gespräch war nach zwanzig Sekunden beendet. Ich hab mich schon öfters gefragt, wie sich mein Leben entwickelt hätte, wenn ich mich anders entschieden hätte. Oder bin ich zu feig, meinen Job zu kündigen und mich auf die Musik zu konzentrieren? Aber ich denke mir, wenn ich den ganzen Tag Holz hacke, dann hab ich am Abend keine Lust mehr auf eine Kunstschnitzerei. Und ich mag mir mein Holz sauber halten, da hab ich nichts zu erreichen und keine Vorgaben.
Martin: Mit dem hadere ich immer wieder. Meine Musik ist ja schon sehr kommerziell. Ich brauch dann auch immer zwei, drei Wochen um mich wieder zu besinnen. Also es nimmt dich schon mit. Mit Werbung hab ich aber komplett aufgehört. Das habe ich eine Zeit lang gemacht. Es ist zwar fürs Geldbörserl nicht so gut, aber es reinigt schon sehr.
Markus: Da fällt mir der wunderbare Satz ein: „Aber Markus, es ist nur Geld.“ Ehrlich oder?
Martin: Das sagt sich leicht. (lacht)

mokant.at: Zum Schluss noch ein paar Trivialfragen: drei Sachen die ihr in ein einsames Hotel mitnehmen würdet?
Markus: Ich würd die Leute fragen, die dort wirklich sind: „He Burschen, was brauchts ihr wirklich? I hab drei Wünsche frei. I nimm eich sowos mit!“ Ja, ein Pflaster, ein Taschenmesser, einen Gaskocher.
Martin: Klopapier.
Markus: Klopapier! Das ist immer gut.

mokant.at: Gute Überleitung zur nächsten Frage: Hängt ihr die Klopapierrolle so auf, dass das Papier hinten oder vorne runter rollt?
Markus: Vorne.
Martin: Hinten.
Markus: Wirklich? Diese Ausgewogenheit bei pilipenko ist doch ein Traum! Wirklich hinten, warum?
Martin: Weil es irgendwie einfacher zum herunterreißen ist.
Markus: Echt?
Martin: Das hängt natürlich mit dem Rollenhalter zusammen. Es gibt welche, da ist es vorne leichter. Aber hinten hat man es mehr im Griff.
Markus: „Mehr im Griff“… Da ist jetzt die Frage, wie wischst du den Arsch aus? Nach hinten oder nach vorne?
Martin: Hinten oben.
Markus: Hinten oben? (lacht)

mokant.at: Habt ihr schon mal Pferdefleisch gegessen?
Markus: Wahrscheinlich, keine Ahnung! (lacht)
Martin: Ja. Mit Absicht.

mokant.at: Gibt es noch etwas, das ihr gerne sagen würdet?
Markus: Ich würd mir wirklich wünschen, dass sich die Leute einfach auf eine neue Band einlassen. Ich glaube schon, dass wir eine anstrengende Band sind. Unsere Musik braucht Aufmerksamkeit. Ich glaube nicht, dass man die Musik nebenbei im Auto hören kann. Aber wenn man sich hinsetzt und sich das Ding anhört und dann auf‘s Konzert kommt.
Martin: Ich wünsche mir, dass wir weiterhin das machen können, was wir wollen. Natürlich hoffen wir, dass es Menschen gibt, denen unsere Musik etwas gibt.
Markus: Ich glaube, je ehrlicher man zu sich ist und man das macht, was einem gefällt ohne auf etwas zu schielen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass man jemanden trifft, dem das gefällt. Ich könnt jetzt überhaupt nicht sagen, wie ein zweites Album von uns klingt. Keine Ahnung. Vielleicht wird das Englisch, oder es kommen Geigen vor.

Interview von Manuel Fellner und Alexandra Gritsevskaja
Titelbild: (c) Raimund Appel

Martin Fellner ist als außerordentlicher Redakteur für mokant.at tätig. Kontakt: martin.fellner[at]mokant.at

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