Black Rebel Motorcycle Club: Teufelsbeschwörung

Der Black Rebel Motorcycle Club ließ am 4. April den Wiener Gasbunker köcheln – Explosion gab es allerdings keine.

Nachdem die San Diegoaner von Transfer vorgeheizt hatten, bestiegen die San Franciscoaner um 21:00 Uhr die Bühne. Los ging’s mit gesungenen rhetorischen Fragen („Whatever Happened to Rock and Roll“) und gesteigert hat man sich bis zur tintigen Teufelsbeschwörung („Beat the Devil’s Tattoo“). Das Publikum war glücklich: Die dumpfen Drums pochten irgendwo in Lungenhöhe, die Lightshow brannte lecker in den Augen, Gitarren und Gesang ließen die Bierschaumkrönchen errötet zittern.

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Danach war aber plötzlich die Luft raus: Viel (zu) neues, langsames und leises füllte die nächsten Runden. Das interessierte das gerade schön warm gewordene Publikum dann eher weniger und brachte Abkühlung. Die armen Bierschaumkrönchen erflachten ob der schwindenden Stimulation. Was man im Heimverbrauch gerne genießt und sich bei Kopfhörerdistanz lieblich ins Ohr schlängelt, funktionierte live im Gasbunker weniger. Ein bis zwei zusätzliche Nummern aus dem wohlmöglich besten Album „B.R.M.C.“ konnten die entschleunigte Stimmung nicht mehr auf volle Fahrt bringen, auch wenn love burns und die Beleuchtungswatt gaben, was sie geben konnten.

Ein netter Konzertabend war’s trotzdem, vor allem dann, wenn man sich in die ersten vierzig Minuten zurückdenkt. Wer dem neuen/alten Sound des schwarzen und (gemäßigt) rebellischen Motorradclub lauschen möchte, der sei auf das neue Album „Specter at the Feast“ verwiesen, das seit März im Handel erhältlich ist.

Altes, teuflisch gutes Zeug:

 

Titelbild: (c) Siluh Records

Sabrina Freundlich ist stellvertretende Chefredakteurin von mokant.at. Sie beschreibt sich als writeophile and fortune cookie lover. Kontakt: sabrina.freundlich[at]mokant.at

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