Trend: Poetry Slam

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Am 15. März war es wieder so weit: Diana Köhle präsentierte den SLAM B Poetry Slam

Foto: (c) Anna Konrath

Foto: (c) Anna Konrath

Eben hat er noch Gangnam-Style getanzt und von Glitzerfeen erzählt, schon weist die Moderatorin einen Slammer aus Hannover mit Seifenblasen sanft darauf hin, dass seine fünf Minuten auf der Bühne vorbei sind. Das Themenspektrum der vorgetragenen Texte an diesem Abend ist groß – man erhält Einblicke in Märchenwelten aber auch in das Gewissen eines Hundes. Andere berichten von ihren Erfahrungen mit den Leuten von der GIS oder ziehen Personen des öffentlichen Lebens durch den Kakao.

Poetry Was?
Wer noch nie von Poetry Slams gehört hat, mag das alles etwas befremdlich klingen, doch Dichtkunst muss nicht immer ernst sein. Diese sogenannten Dichterwettkämpfe kommen aus den Vereinigten Staaten. Man wollte weg von den klassischen Lesungen mit Wasserglas, bei denen die Anwesenden stets nur stille Zuhörer waren. Die Slammer und Slammerinnen lesen selbst geschriebene Texte mit denen sie um die Gunst des Publikums wetteifern.

Wie läuft das Ganze ab?
Anmelden kann sich jeder und jede entweder per E-Mail oder direkt vor der Show. Anschließend zieht eine „Glücksfee“ zwölf Namen. Nach den Auftritten von drei Teilnehmenden bestimmt das Publikum durch Klatschen und Jubeln, wer von ihnen im Finale ein weiteres Mal performen darf. Vier SlammerInnen haben dann im zweiten Durchgang die Chance, tolle Preise abzuräumen.

Kein Striptease auf der Bühne
Wie jeder Wettstreit braucht auch ein Poetry Slam gewisse Regeln. Es zählt nur die Performance der Kandidaten, es werden also ihre Texte und deren Darbietung bewertet. Hilfsmittel wie Instrumente, aber auch das Ausziehen auf der Bühne, sind nicht erlaubt. Wer sich näher für die Dos and Don’ts des Poetry Slams interessiert, liest sie am besten hier nach.

Was den Slam B so besonders macht, ist die Atmosphäre und die ausgelassene Stimmung. Das Literaturhaus bietet den passenden Rahmen dafür, eine gewisse Nähe zwischen Künstlern und Zuschauern herzustellen. Auch dieses Mal gelang es den pointierten, lustigen aber dennoch geistreichen Texten, die Gunst des Publikums zu erobern. Die Entscheidungen in der ersten Runde waren relativ eindeutig und so stand fest, dass sich vier junge Herren im Finale die Ehre geben würden. Gewonnen hat ein Slammer aus Innsbruck, der unter anderem davon erzählt hat, dass er gerne mal Personen, die noch weit weg sind, die Tür aufhält, nur um ihre Gesichter zu sehen, wenn diese zum Eingang hetzen. Klingt vielversprechend, oder?

Titelbild: (c) Anna Konrath

Alissa Hacker ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: alissa.hacker[at]mokant.at

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