Reiseguide: Manchester

Reisetipps für Manchester: Lebendige Jugendkultur im englischen Norden

Manchester ist nichts für Touristen. Manchester ist etwas für junge Reisende und diejenigen, die ernsthaft in Englands Jugendkultur eintauchen möchten. Zugegeben, die nach London größte Studentenstadt Großbritanniens steht der englischen Hauptstadt nicht nur im Hinblick auf das schier endlose Angebot etwas nach; optisch gesehen bietet Manchester beinahe nichts anderes als rote Backsteinhäuser. Das macht die Stadt jedoch dadurch wett, dass die Preise und der Stressfaktor deutlich niedriger sind. Trotzdem gibt es jede Menge Freizeitangebote. Nach einem längeren Aufenthalt bleibt das Fazit, dass sich die interessantesten Aspekte der Stadt grundsätzlich auch in ein paar Tagen abdecken lassen.

Tipp 1: Genieß die entspannte Atmosphäre!
Wo in London größtenteils Hektik und nie endende Menschenströme vorherrschen, zeichnet sich Manchester durch seine entspannte Atmosphäre aus. Wenn es das englische Wetter erlaubt, sind die öffentlichen Parks mit grillenden, trinkenden, entspannten jungen Menschen übersäht. Gastgärten und Lokale sind auch an gängigen Samstag Vormittagen gut besucht, ein entspanntes Bier um die Mittagszeit ist ebenfalls gang und gäbe.

Tipp 2: Englische Pubkultur
Generell sind die Pubs ein Brennpunkt des sozialen Lebens, die besonders abends und zu sportlichen Großereignissen (Stichwort: Fußball) von zentraler Bedeutung sind. Getrunken wird in Manchester am besten im kleinen Pub um die Ecke, oder auch in den größeren wie dem „Oxford“ und dem „Friendship“. Getränke wie Speisen sind in der Regel preiswert und (nach Zuführen einiger Gewürze) schmackhaft und die Bedienungen distanziert freundlich. Ein Tipp ist, sich durch die große Auswahl an Cider und Ale zu kosten. Es ist nämlich durchaus gängig, sich im Vorhinein kostenlos kleine Kostproben von verschiedenen Ales reichen zu lassen. Wer einen typisch österreichisch-deutschem Gaumen hat, sollte das englische Bier aber mit Vorsicht genießen.

Tipp 3: Freier Eintritt in Museen und Galerien
Manchesters Ruf lediglich eine Industrie- und Arbeiterstadt zu sein, täuscht definitiv über sein reges Angebot an Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen hinweg. Kulturelles Leben spielt sich in Kunstgallerien wie der „Manchester Art Gallery“, rund um den Unicampus sowie in Museen wie dem „Manchester Museum“ oder dem „Imperial War Museum“ ab. Der Eintritt ist wie in fast allen englischen Museen und Kunstgalerien kostenlos.

Tipp 4: Ferienbesuche vermeiden
Während der Ferien verlässt der Großteil der jungen Bevölkerung die Stadt. Mit einer Gesamtzahl von über 73.000 Studierenden fällt deren Abwesenheit dabei enorm ins Gewicht. Besonders die ansonsten so rastlosen und beinahe ausschließlich von Studierenden bewohnten Stadtteile Rusholme, Fallowfield und Withington gleichen dann einer Geisterstadt. Manchester-Besuche sollten deshalb stets während des Semesters erfolgen.

Tipp 5: Das Northern Quarter besuchen
Das Northern Quarter ist ein Stadtteil im Norden Manchesters, der besonders in der jungen, alternativen Szene beliebt ist. Er wird primär aufgrund seiner hohen Dichte an Plattenläden, Konzertlocations, Secondhand-Läden und schrägen Bars geschätzt. Shoppen und Bummeln ist hier sicherlich interessanter als in den großen Einkaufszentren.

Tipp 6: Etwaige Fußballallergien ablegen
Ob Fußballfan oder nicht: Manchester ist Fußballstadt. Sie beherbergt die Heimstadien von Manchester United („Old Trafford“), sowie das Stadion von Manchester City FC („City of Manchester Stadium“). Auch wenn das Anhängertum in Manchester inzwischen sehr gesittet geworden ist, sollten Manchester-Reisende niemals die Trikots vertauschen – der eigenen Gesundheit zuliebe. Dass Fußball „Football“ heißt und niemals „Soccer“, versteht sich dabei von selbst.

Tipp 7: Wochenticket für den Bus kaufen
Verkehrsmittel Nummer eins in Manchester sind und bleiben die Öffis. Die „Oxford Road“ zieht sich von Norden nach Süden durch die Stadt und ist eine der meistbefahrensten Busrouten Europas. An ihr liegen sowohl Stadtzentrum, Universitätscampus und Studentenviertel, außerdem einige Parks, Galerien und Museen. Ein Wochenticket spart hier viel Zeit und Stress und ab drei Tagen ist es preislich bereits günstiger als einfache Tageskarten.

Tipp 8: Abends ausgehen
In den Achtzigern und Neunzigern war Manchester der musikalische Brennpunkt Englands; daher auch der Name „Madchester“. Obwohl der legendäre Klub „The Haçienda“ inzwischen Geschichte ist, gibt es immer noch zahlreiche Klubs und Konzertlocations, in denen DJs und Bands von internationalem Rang residieren. „The Warehouse Project“ sowie die Disco „Sankeys“ gelten dabei als zwei der besten Klubs des Landes. In Sachen Gitarrenmusik können besonders die „Academy“, „MOHO live“ sowie das „Apollo“ regelmäßig durch internationale Größen aufwarten. Ein Highlight der Stadt bildet auch das „Gay Village“, das als eines der lebhaftesten Orte des Nachtlebens gilt und besonders durch die Fernsehserie „Queer as Folk“ bekannt wurde. Veranstaltungen sind regelmäßig bereits Wochen vorher ausverkauft. Daher: Nicht vergessen, Karten im Vorhinein (online) zu reservieren!

Fazit
Manchester hat auf den ersten Blick nicht viel fürs Auge, bietet unter der Oberfläche jedoch ein reiches Kultur- und Freizeitangebot. Manchester ist Arbeiter-, Studenten- und Fußballstadt und zeichnet sich nicht zuletzt deshalb durch seine bodenständige, entspannte Atmosphäre aus. Wer nicht viel Zeit hat, um in das Alltagsleben einzutauchen, muss sich keine Sorgen machen: Das Wichtigste geht sich an einem verlängerten Wochenende aus. Für Touristen bleibt London wohl trotzdem die erste Anlaufstelle in England.

Drei Insider-Tipps:

1. Anstatt der riesigen Einkaufszentren, besonders die kleineren Läden im „Northern Quarter“ erforschen.

2. Die Semesterabschlussparty „Pangaea“ besuchen. Sie gilt als eine der besten Partys des Jahres.

3. Gängige Reiseführer anzweifeln. „Sehenswürdigkeiten“ wie das „Manchester Eye“ sind schlicht und ergreifend unspektakulär.

Was du auf keinen Fall machen solltest:

1. Nachts alleine durch das Stadtviertel „Moss Side“ spazieren (Stichwort: Gangs).

2. Trinkgeld geben (gilt als grobe Unart, besonders im Pub).

3. Cricket in einem Pubgespräch als eine unverständlichere Form von Baseball bezeichnen.

Tipp: Bereite dich mit einem Englischkurs bei Humboldt optimal auf die Reise vor. (bezahlter Werbelink)

Artikel von David Prieth

Titelbild: flickr.com/Pimlico Badger (cc)

david.prieth@mokant.at'
David Prieth war als Leiter der Ressorts Musik und Kultur für mokant.at tätig.

2 Comments

  1. karlykillman783@mencrush.com'

    yurtdisi egitim

    18. Juni 2014 at 22:24

    Gibt es eine Eglish Version dieser Seite?

  2. Sofia Khomenko

    24. Juni 2014 at 11:03

    Nein, leider nicht, aber wir haben einige englischsprachige Artikel, z.b:
    http://mokant.at/1405-thanks-band-interview-english/
    http://mokant.at/1201-mq-artist-nick-farr-pm-html/

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