Aufgeblättert: The Bro Code

Foto: (c) riva Verlag

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Barney Stinsons „Der Bro Code“ von Matt Kuhn

Wer schon einmal die Serie „How I met your mother“ gesehen hat, dem ist, in Verbindung mit charmantem Frauenheld Barney Stinson, der sogennante „Bro Code“ bestimmt ein Begriff. Laut Barney Stinson eine heilige Schrift, die die wichtigsten Regeln beinhaltet, nach denen ein Mann einem anderen ein „Bro“ sein kann. Doch um verstehen zu können worum es hier überhaupt gehen soll, muss natürlich erst einmal der Begriff geklärt werden, um den sich hier alles dreht. Barney zufolge ist ein Bro „ein Mensch, der sich ein Bein dafür ausreißen würde, euch zu helfen, jemand anderem ein Bein auszureißen“ – oder eben einfach ein richtig guter Freund. Der Leitfaden, an den sich so ein Freund halten sollte, ist im „Bro Code“ in kurzen, prägnanten Artikeln zusammengefasst und gibt einen Überblick darüber, wie Barneys Vorstellung von einem „echten Kerl“ aussieht.

Frauenheld Barney über das Bräute abschleppen
Wichtig scheint es vor allem ein möglichst „männliches“ Erscheinungsbild abzugeben und dabei dennoch Klasse und Stil zu bewahren. Natürlich geht es, wie könnte es bei Barney anders sein, primär darum „Bräute abzuschleppen“ und das möglichst en masse. Eine Möglichkeit dazu ist das klassische „Blind Date“, bei dem man das oftmals peinliche Ansprechen einer fremden Person vermeidet. Doch was tun wenn sich bei der Verabredung plötzlich herausstellt, dass der Freund, der das Blind Date inszeniert hat, einen absolut grauenhaften Geschmack hat, das Date langweilig oder vor kurzem noch im Gefängnis gesessen ist? Sollte man dann, der Höflichkeit wegen, den gesamten Abend absitzen in dem Wissen, dass die Verabredung nirgendwo hinführt, beiderseits unnötig Zeit und Geld verschwendet? „Nein“, sagt Barney Stinson. Es gibt noch eine andere Möglichkeit: die Zitronenklausel. Sie ist als Schlupfloch bei besonders schlechten Dates zu verwenden und darf innerhalb der ersten fünf Minuten in Kraft treten. Dabei wird dem Gegenüber eine Karte mit der Inschrift „Tut mir leid, aber die Verabredung ist vorbei“ und einer ausführlichen Erklärung der erwähnten Zitronenklausel vorgelegt. Dies dient dem Zweck beiden einen absolut miserablen Abend zu ersparen. Neben den ausschneidfertigen Zitronenklausel-Kärtchen findet man im „Bro Code“ auch eine Auswahl an Rätseln, die einem etwa nach einem Filmriss helfen sollen, herauszufinden, was auf der Party am Vorabend geschah und zu welchem Gesicht die Nummer gehört, die man gerade in seiner Hosentasche gefunden hat. Viele der Artikel beziehen sich vor allem auf das äußere Erscheinungsbild eines „Bros“, wie etwa der Artikel 3, der besagt: „Wenn ein Bro sich einen Hund zulegt, muss ihm dieser im ausgewachsenen Zustand mindestens bis zum Knie reichen.“ Das ist ein Umstand, der auch mit gefährlichen Namen wie etwa „Brutus“ nicht zu umgehen ist – ganz anders ist es da mit der Annahme, dass ein „Bro“ zwingend ein Mann sein muss. Laut Barney haben Frauen als „Bros“ nämlich einen erheblichen Vorteil: sie kennen sich in den verwirrenden Gedankenwelt des eigenen Geschlechts aus und können einem Mann daher schwer zugängliche Informationen mit vergleichsweise wenig Aufwand beschaffen.

Foto: (c) filmstarts.de

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In einem Anzug, sieht die Welt gleich besser aus
Neben allgemeinen Verhaltensregeln finden sich im „Bro Code“ auch zahlreiche Artikel darüber, wie sich „Bros“ untereinander zu verhalten haben. Artikel 1, „Bruder vor Luder“ erklärt zum Beispiel „Das Band zwischen zwei Männern ist stärker, als das Band zwischen Mann und Frau, weil Männer normalerweise stärker sind als Frauen. Das ist eine wissenschaftliche Tatsache.“ Der gesamte „Bro Code“ ist in ähnlicher, unterhaltender Manier gehalten, wobei allerdings explizit darauf hinzuweisen ist, dass die deutsche Version dieses Buches, aufgrund schwierig zu übersetzender Wortspiele, viel an Charme und Unterhaltungswert einbüßt. All jene, die der englischen Sprache mächtig sind, sollten lieber zum Original greifen. Grundsätzlich ist der „Bro Code“ ein Fanartikel der Serie „How I met your mother“, weshalb diejenigen, die mit der Serie nichts anfangen können, vermutlich auch dieses Buch nicht sonderlich schätzen werden. Ohnehin begeisterte Zuschauer werden sich von diesem Ratgeber kaum losreißen können, höchstens um sich in das weiterführende Werk „Der Bro Code für unterwegs“ zu vertiefen. Ein Buch für alle „Bros“, die Verhaltenstipps für das Büro, den Strand oder das Autofahren brauchen oder einfach gerne lachen.

Titelbild: flickr.com/vagueonthehow

Alexandra Gritsevskaja ist Geschäftsführerin von mokant.at. Zuvor war sie auch als Redakteurin tätig.

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