Reiseguide: Triest

Reisetipps für Triest: ein paar Tage in Italiens kleinem Wien

Triest zählt nicht zu jenen Städten, deren Gassen in den Sommermonaten von Touristen nur so wimmeln. Die hochgestreckten Fahnen der Fremdenführer bleiben aus. Vergebens sucht man nach Restaurants, deren Speisenkarten mit ausgeblichenen Fotos die reisende Kundschaft lockt. Selbst die glitzernden Taschen und funkelnden Sonnenbrillen wird man nicht aus den Ständen der Strandpromenade herausquellen sehen.

Tipp 1: Pizza – Pasta – Gelato
Auch wenn die Gebäude Triests denen in Wien ähnlicher sind als jenen in Rom, wird in den Restaurants klassisch italienisch gekocht. Das nicht allzu große Zentrum zu Fuß durchquerend, hat man die Qual der Wahl. An jeder Ecke duftet es verlockend. Die unter freiem Himmel aufgebauten Tische und Sessel wirken einladend. Entscheidet man sich für einen Ort, gilt es nun zu bestellen: am besten auf Italienisch. Reichen die paar Brocken Schul-Italienisch nicht aus, verständigt man sich einfach mit Händen und Füßen.

Tipp 2: Lieber mit dem Auto!
All jene, die bereits nach Italien mit dem Zug gereist sind wissen bescheid: lieber mit dem Auto! Aber auch in Triest selbst ist das Auto von Vorteil. Die vollgestopften Buslinien sind das einzige öffentliche Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen. An einem heißen Nachmittag, am Heimweg vom Meer passiert es häufig, dass erst der dritte vorbeifahrende Bus Platz für neue Passagiere hat. Wer es schafft sich zwischen die anderen verschwitzen Fahrgäste zu quetschen, der erspart sich allerdings einen Euro dreißig. Denn sich den Weg zum Buschauffeur freizukämpfen, um dann ein Ticket zu kaufen, ist aussichtslos.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Tatsache, dass Triest in einen Berg hineingebaut wurde. Die Steigung mancher Straßen kann einen Nervenkitzel für einen ungeübten Autofahrer bedeuten. Und nicht nur die Steigung, sondern auch das Fahrverhalten des gemeinen Triesters zaubert Schweißperlen auf die Stirn. Wer nicht auffallen will, der sollte besser immer eine Spur zu schnell, mit der Hand parat auf der Hupe unterwegs sein. Auch das Parkplatzsuchen stellt eine große Herausforderung dar. Findet man nach der dritten Runde eine kleine Parklücke, kann man froh sein wenn das Auto mit einer einwandfrei-funktionierenden Handbremse ausgestattet ist.

Tipp 3: Der Aperitivo
Wer sich fragt wieso die Restaurants sich erst gegen zehn Uhr Abends füllen, muss den Aperitvo kennenlernen. In fast jeder Bar der Stadt erhält man ab dem frühen Abend ein Glas Wein und dazu Nüsse, Chips und Oliven. Die Schüsseln werden nie leer, denn mit jedem neuen Getränkewunsch wandern neben der Bestellung auch neue Snacks auf den Tisch.

Jeden Sonntag findet im benachbartem Ort an der Bucht von Sistiana ein großer Aperitivo statt. Sinkt die Sonne und weicht die Hitze versammeln sich hier am Strand die jungen Triester und Triesterinnen. Zu elektronischen Beats – die eher ins Badeschiff nach Berlin passen würden – sitzt man zusammen, redet und trinkt. Wer lange genug bleibt, der wird überrascht sein, wenn die Kellnerin plötzlich nicht mehr nur Getränke serviert, sondern auch im knappen Bikini tanzend ihre Gäste motiviert.

Tipp 4: Geheimtipp – Strand
Wer Tipp 2 Beachtung schenkt, erreicht gemütliche Strände mit dem Auto in kurzer Zeit. Die Grenzen zu Slowenien und Kroatien (Pass nicht vergessen!) sind nicht weit. Für einen Tagesausflug zahlt sich die etwas längere Fahrt zur abgelegenen Bucht „Mesecev zal“ nach Slowenien aus. Der Abstieg durch den Wald ist allerdings etwas ungemütlicher. Erreicht man allerdings nach der zehnminütigen Wanderung steil bergab die Bucht, wird man sich mit offen stehendem Mund über den Aufwand freuen.

Drei Insider-Tipps:

1) Die beste Pizza gibt es bei D’Napoli. Spezialität ist die Art Pizza bei der auf die typische Tomatensauce verzichtet, und stattdessen eine Basis aus „fior di latte“ verwendet wird. Doch auch für all jene die lieber gewohnt Pizza mit Tomate essen, gibt es genug Auswahl.
2) Eissalons gibt es Unzählige, doch nur zu einem findet der Triester mit verbundenen Augen: Zampolli. Für Verwirrung kann die Beschriftung der verschiedenen Sorten sorgen. Bestellt man das Falsche, hält die Enttäuschung nicht lange an, denn alle Sorten sind hervorragend.
3) Damit auch der dritte Tipp nicht aus der Reihe tanzt: den besten Fisch gibt es bei Salumare. Gleich zu verspeisen, aber auch gleich frisch zu kaufen und mitnehmen.

Was du auf keinen Fall machen solltest:

1) Davon ausgehen, dass du im Auto nicht von rechts überholt wirst. Die italienischen Moped-Fahrer können ganz unerwartet von beiden Seiten hervorschießen.
2) Die Iso-Matte vergessen. Die Strände in und um Triest sind in den seltensten Fällen Sandstrände und eine weiche Unterlage kann auf alle Fälle nicht schaden.
3) Mit einem Auto mit kaputter Handbremse nach Triest fahren.

Titelbild: (c) flickr.com/John W. Schulz

Klara Kostal ist als Redakteurin für mokant.at tätig. Kontakt: klara.kostal[at]mokant.at

1 Comment

  1. maki

    3. August 2014 at 17:46

    also ich habe das gefühl in triest spricht jede/r zweite/r deutsch!

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