Liebe, Sex, Macht
Regelmäßig scheitern politische Karrieren an Liebes- und Sexaffären - hier eine kleine Auswahl
Nicht erst seit Bill Clinton und Dominique Strauss-Kahn weiß man, dass Gefühle und Triebe auch vor der politischen Kaste nicht halt machen. Denn neben herkömmlichem politischen und persönlichen Fehltritten sind es oft Liebe und Sex, die politischen Ambitionen und Karrieren ein unfreiwilliges Ende bescheren. Die Liste solcher Ereignisse ist lang. Sex- und Liebesaffären in der Politik gibt es vermutlich solange wie die Politik selbst. Hier eine kleine Auswahl.
Larry Craig am Herren-WC
Am 11. Juni 2007 begibt sich der US-Senator Larry Craig aus Idaho in ein Herrenklo am Minneapolis-St. Paul Internatonal Airport. Er setzt sich in eine Kabine und gibt dem Herren nebenan mit einschlägig bekannten Fußbewegungen, seinen Wunsch nach sexuellem Austausch zu erkennen. Was Larry Craig leider nicht ahnt, ist, dass der Herr nebenan ein Undercover-Polizist ist, der die Anbahnung als sexuelle Belästigung auffasst und den Senator festnimmt. Der Fall kommt sofort an die Öffentlichkeit. Obwohl er stets und mit Beistand seiner Familie, seine Unschuld beteuert, bekennt er sich zwei Monate später, vermutlich aus Gründen der Strafmilderung, doch schuldig. Nach wiederholten Rücktrittsankündigungen entscheidet sich Craig letztendlich bis zum Ende der Legislaturperiode im Senat zu bleiben und danach auf die Wiederkandidatur zu verzichten. Im Januar 2009 scheidet er aus dem Amt.
Die Ironie dabei ist, dass Craig als konservativer Republikaner während seiner 28 Jahre im US-Kongress stets gegen zusätzliche Rechte für Homosexuelle kämpfte. Er galt als entschiedener Gegner der gleichgeschlechtlichen Ehe. Außerdem stimmte er zweimal gegen die Anerkennung der sexuellen Orientierung als Motiv von Hate Crime, ein vom Hass gegenüber einer bestimmten sozialen Gruppe motiviertes Delikt, das in den USA unter besonderer Strafe steht.
Weinergate
Ein anderer Skandal ereignete sich im Mai 2011 und fand als „Weinergate" internationale Aufmerksamkeit. Anthony Weiner, Demokrat im Repräsentantenhaus und aussichtsreicher Kandidat für die Wahl zum New Yorker Bürgermeister, unterhielt über die Dauer von drei Jahren Internetbeziehungen zu sechs Frauen, in denen er und seine „Partnerinnen“ sich explizite Fotos und Nachrichten zusendeten. Beim Versenden eines Bildes, das seinen erregten Penis unter einer Boxershort zeigt, verwechselt Weiner allerdings irrtümlich die Twitter-Funktionen „Direct Message" und „Mention". Ein verhängnisvolles Missgeschick, denn dadurch kommt nicht nur die Adressatin, sondern nebenbei seine gesamte Twittergefolgschaft „in den Genuss" der Bilder. Vier Tage lang bestreitet Weiner daraufhin Urheber und Protagonist dieser Bilder zu sein, bis er schließlich mit einem Eingeständnis den Rücktritt als Repräsentant erklärt. Offen bleibt weiterhin, ob er für die Wahl zum Bürgermeister von New York City im Jahr 2013 kandidieren wird.
Boetticher's Jugendliebe
In den Wirren der sozialen Netzwerke hat sich auch der deutsche CDU-Politiker Christian von Boetticher verloren. Boetticher war Abgeordneter zum EU-Parlament, später Landesminister in Schleswig-Holstein und zuletzt als Spitzenkandidat für die diesjährige Landtagswahl auf gutem Wege, Ministerpräsident seines Landes zu werden, bis ihn die Vergangenheit einholte. Im Frühjahr 2010 lernt Boetticher über Facebook ein Mitglieder der CDU-Jugendorganisation kennen. Er sei von der Intelligenz ihrer Kommentare beeindruckt gewesen und habe sie auf Mitte 20 geschätzt, erklärte der Politiker später. Tatsächlich war die junge Dame an der Seite des damals 39-jährigen erst 16. Die Beziehung hält einige Monate. Nachdem im August 2011 darüber Gerüchte die Runde und den Weg in die Medien machen, erklärt Boetticher seinen Rücktritt von allen Ämtern und den Verzicht auf die Spitzenkandidatur. Seit September sitzt er als einfacher Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Holstein.
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Titelbild: mokant.at montage > foto: flickr.com/ellinad
mokant.at collage > fotos: United States Congress, flickr.com/KenichiNobusue, United States Congress, flickr.com/DaveHogg, flickr.com/Presse.Nordelbien








