25. Mai 2012 | Musik

Vive la vie!

 
mokant.at > foto: magdalena reuss
ZAZ verleiht Flügel und Lebensfreude von A bis Z
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ZAZ gab ihr erstes Konzert auf österreichischem Boden

ZAZ im Gasometer  - Die Nouvelle-Chanson Sängerin machte einen Abstecher nach Wien


Die 32-jährige Isabelle Geoffroy – besser unter ihrem Künstlernamen ZAZ bekannt – gab 2010 ihr erstes Album heraus und wurde aufgrund ihrer rauchig-rauen Stimme von Frankreich schnell in Verbindung mit Edith Piaf gebracht. Und tatsächlich interpretiert ZAZ an dem Abend auch den Chansonklassiker „Dans ma rue“ („Auf meiner Straße“), den einst Edith Piaf zum
Besten gab.   

 

Französische Energie lockert auf

Übersprudelnde Energie und tiefe Leidenschaft begleiten ZAZ von Anfang an auf der Bühne. Wie aufgezogen tanzt sie von einem Ende zum anderen und kommuniziert mit Band und Publikum. In das etwas verträumte Hüftenschaukeln auf den Stehplätzen kommt allmählich mehr Schwung und spätestens bei „Je veux“ erheben sich auch die Stimmen. Ruhig soll es an dem Abend nicht zugehen, „lauter“ fordert die Sängerin auf zu singen und lebt sich aus. Auch das Publikum muss sein Stimmvolumen von der Schokoladenseite präsentieren: ZAZ sucht auf ihrer Tournee nach dem Land mit dem besten „cri primal“ (Urschrei), das mit einem Lied in der jeweiligen Landessprache belohnt werden soll.

 

ZAZ ist, was sie singt

Selbstverwirklichung, Freiheit und Menschlichkeit sind Werte, die in den Chansons von ZAZ immer mitschwingen und ihre persönlichen Überzeugungen so nach außen projizieren. Die Harmonie zwischen Gesungenem und Gefühltem ist beim französischen Wirbelwind perfekt. ZAZ beweist eine enorme Sensibilität bei der Interpretation ihrer Hits und lädt uns ein uns ihr anzuschließen: „Bienvenue dans NOTRE realité“ („Willkommen in UNSERER Realität!“) heißt es bei „Je veux“ an dem Abend und ihre Freiheit soll unsere werden. In einem Interview sagte sie einmal, sie hätte den kindlichen Traum, die Welt zu verändern. Zumindest die Fans im Gasometer hat sie am 14. Mai mitreißen können und vielleicht die Tore zu mehr Einfühlsamkeit weiter geöffnet. Jedenfalls nimmt sie ihr Publikum gerne in „ihre“ Realität auf, in der sich Sensibilität, wahre Gefühle und natürlich Feen tummeln.

 

Die Trompete ZAZ

Das lautstärkste und außergewöhnlichste Instrument ist ZAZ selber. Eine gefinkelte Handformation und die eigene Stimme erzeugen trompetenähnliche Klänge, die den Chansons eine Extraportion Pepp und Exklusivität verleihen.  Dem teilweise erstaunlich jungen Publikum wird die montägliche Negativstimmung aus den Köpfen trompetet. Ein très gelungener Abend.

 

Artikel von Sophia Schnack


Fotos von

 

 

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