Modenotizen
Eine Hommage an den Samtloafer: Den feinen Pantoffel trägt man ab kommenden Frühling draußen
Wer schon jetzt von den kalten Temperaturen genug hat, kann sich schon jetzt über den Trend für den nächsten Frühling freuen. Seit gut einem Jahr sind sie das Objekt der Begierde männlicher Modeblogger und werden nun von Kanye West rüber in den Fashion-Mainstream spaziert. Der samtige Abendslipper ist fester Bestandteil des Prep-Repertoires, also Glanzstück der Garderobe eines modebewussten Elitecollege-Absolventen und all jener, die gerne so aussehen möchten, als würden sie zur amerikanischen Upper Class gehören. Der Herrenpantoffel erobert aber nun auch die Damenmode und wird, so meine Prognose, spätestens im kommenden Frühjahr der Ballerina, dem flachen Schuhwerk der Nullerjahre, den modischen Todesstoß versetzen. Einen neuen tragbaren Alltags-Allrounder braucht die Welt – zum Kleid für einen Hauch Bohème, zur Hose für einen Schuss Chichi. Der Samtloafer wird sich zu den modischen Hauptdarstellern der Zehner Jahre gesellen: Als raffinierter Gegenspieler des Ellbogenpatches, bester Kumpel der aufgekrempelten Chino und als ewiger Geliebter der bunten Socke.
Das modische Vermächtnis Prinz Alberts
Nicht der Grimaldi, der heuer geheiratet hat, sondern der Prinzgemahl Königin Victorias hat dem Samtslipper seinen Platz in der Modegeschichte des 19. Jahrhunderts gesichert. Nach ihm wurde der Herrenpantoffel auch benannt. Der klassische Prinz Albert ist aus Samt, mit langer Zunge und innen mit rotem oder blauen Satin abgesteppt. Die Laschen sind mit royalen Monogrammen versehen oder gar mit den eigenen Initialen – interessant für alle, die sich ein handgefertigtes Modell leisten können oder geschickt mit Nadel und Zwirn umgehen. Der Slipper hat in den letzten Monaten auch schon einige Designer-Updates verpasst bekommen: mit Nieten bei Louboutin, im Leoprint bei Jimmy Choo und mit Totenkopf auf der Lasche bei Alexander McQueen. Wenn das Budget dafür nicht reicht, tun es auch die günstigeren Modelle. Der Loafer im Glitzergewand, mit Pailletten und Goldkettchen, mit und ohne Absatz – alles schon gesehen. Kombinieren kann man den Schuh besonders gut mit eingangs erwähnten Chinos, Jeans (helle Waschungen) und Zigarettenhosen. ‘Unangestrengte Perfektion’ lautet das Stichwort: nicht zu viel an verspieltem Pomp, der Slipper ist lediglich nobles Surplus für den Alltagslook!
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