11. Oktober 2011 | Meinung

Aufgeblättert: Lesen statt Lernen

 
Diogenes Verlag
Wer genug hat vom Lernen, kann sich lieber einem Roman widmen

Lesen statt Lernen – Buch-Empfehlungen für die Prüfungszeit

 

Dieser Tage sind Studierende vor allem damit beschäftigt, sich in den Lesesälen der Universitäten möglichst viel Wissen anzueignen, um die Prüfungswochen gut zu überstehen. Doch es kann nicht immer nur gelernt werden – zur Abwechslung haben wir ein paar Buchempfehlung für all jene, denen vor lauter Paukerei schon die Köpfe rauchen.

Ian McEwan – Solar
Der Name Ian McEwan ist spätestens seit seinem Roman „Abbitte“ (verfilmt mit Keira Knightley) ein Begriff. Die Werke des Schriftstellers zeichnen sich durch detaillierte Beschreibungen ihrer Protagonisten  und verquere Beziehungsgewirre aus. Auch in seinem aktuellen Roman „Solar“, der im vergangenen Jahr erschien, beschäftigt sich McEwan mit der Entwicklung eines Mannes, dessen Welt aus den Fugen gerät.

Michael Beard ist über fünfzig, dick, glatzköpfig und – Nobelpreisträger. Das einstige Genie ruht sich jedoch auf seinen Lorbeeren aus, anstatt sich weiterhin mit Hingabe der Forschung zu widmen. Nachdem ihn seine Frau verlässt und sein Assistent eine revolutionäre Entdeckung im Bereich der Erneuerbaren Energie macht, hat der Forscher nichts mehr zu verlieren und setzt alles auf eine Karte.

Ein spannender Roman über eine scheinbar gescheiterte Existenz, eingebettet in das spannende Feld der Klimaforschung. 

Rowohlt Verlag

Dirk Kurbjuweit – Die Kriegsbraut
Ebenfalls mit Existenzfragen setzt sich Dirk Kurbjuweits „Kriegsbraut“ auseinander. Der Journalist und Schriftsteller schreibt über den Krieg in Afghanistan – aus der Sicht einer jungen deutschen Soldatin.

Kurbjuweit kommt ohne pathetische Formulierungen und dem Bedienen von Klischees aus, wenn er von dem Alltag im Krieg erzählt. Seine Protagonistin, eine junge Frau namens Esther, ist nicht Soldatin aus Überzeugung. Vielmehr ist sie verloren in einer Welt, in der andere Menschen ihres Alters studieren, einer geregelten Arbeit nachgehen und feste Beziehungen führen. Ziellos und unsicher fällt ihr nur eines ein: eine militärische Laufbahn einzuschlagen.

Eindrucksvoll schildert der Autor den Alltag im Kriegsgebiet, das von Regeln und auch Eintönigkeit geprägt ist. Seine Protagonistin lernt, wieder Kraft zu schöpfen und Ziele vor Augen zu haben, verliebt sich schließlich in einen Afghanen und beschließt, ihr Leben in Ordnung zu bringen.

„Die Kriegsbraut“ berichtet aus einer ungewöhnliche Perspektive über einen Kriegsschauplatz, ist mitreißend erzählt und lässt den Leser nachdenklich zurück.

 

riva Verlag

 

Ben Mezrich – Die Gründung von Facebook

„The Social Network“ war der große Abräumer bei diversen Filmpreisverleihungen im vergangenen Jahr, die Geschichte über Mark Zuckerberg und sein Facebook begeisterte die Zuseher. Das Buch zum Film heißt „Die Gründung von Facebook“ und stammt von Ben Mezrich. Er recherchierte ausführlich, sichtete unzählige Quellen und sprach mit einigen der relevanten Personen rund um die Entstehung von Facebook und machte daraus einen Roman, der der Wahrheit möglichst nahe kommen soll.

 

Mit Mark Zuckerberg selbst konnte Ben Mezrich während der Arbeit an „Die Gründung von Facebook“ nicht sprechen, was er, neben der Erläuterung seiner weiteren Quellen, auch in der Einleitung zu dem Buch erwähnt. Ein Schönheitsfehler, der auch bei der Lektüre des Romans dem Leser nicht aus dem Kopf geht.

Für Facebook-Fans und jene, die die Geschichte des Netzwerkes interessiert ist „Die Gründung von Facebook“ eine nette Informationsquelle, die sich leicht liest. Als Film wird die Thematik jedoch spannender verarbeitet.

 

 

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Links dazu ...
Ian McEwan bei Diogenes

Dirk Kurbjuweit bei Rowohlt

Ben Mezrich bei Riva

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Fotos: Doiogenes Verlag, Rowohlt, riva Verlag

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