Anti-Freizeit-Tipps: Mac
Warnung! Du bist im Begriff einen absolut miserablen Freizeittipp zu lesen. Zum Wohle deiner eigenen Lebensqualität: Bitte nicht nachmachen!
Es ist nicht so, als wäre ich mit meiner computertechnischen Ausstattung unzufrieden gewesen. Ganz im Gegenteil: Windows war mein Freund. Und dann ist es trotzdem passiert: Ich wurde ge-applet.
Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. So muss man sich fühlen, wenn man nach dreißig Ehejahren den Partner für einen anderen verlässt und dann draufkommt, dass der Neue auch nur ein Mensch ist. Ich ließ mich blenden von verbotenen Früchtchen, beleuchteten Tastaturen und dem Bedürfnis, ein Bobo sein zu wollen. Kann ja nicht so schwer sein, dachte ich. Macs bedienen kann schließlich jeder, ich bin ja nicht neunzig und schwer von Begriff.

Dachte ich. Und so verbringe ich Stunde um Stunde damit, einst so vertraute Funktionen auf dem Instrument des Teufels zu suchen. Wie schließe ich Programme? Warum nicht durch das rote Ampelzeichen? Was zum Teufel ist der Finder und wie krieg ich die Uhr wieder vom Desktop? Fragen über Fragen.
Die Lautstärke meines Macbooks ist schon lang auf Minimum gestellt, was zwar den Genuss von Videos unmöglich macht, meinem Seelenheil umso zuträglicher ist: Das Drücken auf F5 zum Aktualisieren einer Seite hat regelmäßig dieses Vorlese-Sprach-Tool-Dingens aktiviert, was mich mehrere Male an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte. Wo die Programme sind, die ich mühselig runtergeladen habe, weiß ich auch nicht. Deshalb öffne ich jedes Mal den Download-Ordner und suche mühselig nach ihnen, wenn ich sie brauche.

Mac stiehlt mir meine Kaffeepausen
Tja, damals, zu Windows-Zeiten, war alles einfacher. Zwischen Drücken des Startknopfes und tatsächlichem Hochfahren des Rechners konnte ich problemlos in die Küche gehen, mir einen Kaffee machen, ein Brot schmieren und mich damit vor den Bildschirm setzen. Bis der Startvorgang tatsächlich abgeschlossen war, hatte ich gegessen, getrunken und abgewaschen. Und jetzt? Geht es „wrrmm“ und das Ding ist an. Mac bringt mich um meine Kaffeepausen.
Eine Errungenschaft, auf die ich als Neo-Apple-Userin wirklich sehr stolz bin, ist die Fähigkeit, eckige Klammern zu tippen. Der Beweis: {}(8 ... naja. Grad vorhin konnte ich es noch. Echt jetzt!
Warum ich das Teufelsding nicht einfach verkaufe und meiner alten Ratterkiste treu bleibe? Weil ich mittlerweile dermaßen verwirrt bin, dass ich mich auch mit Windows nicht mehr auskenne. Danke, Herr Jobs!
PS: Und zum Geburtstag wünsch ich mir eine rechte Maustaste.
Vergeudete Zeit: Unzählige frustrierende Stunden. Langeweilefaktor: Nicht vorhanden. Dauernd passieren ungeahnte Dinge!
Peinlichkeitsfaktor: Durchaus vorhanden. Vorzugsweise dann, wenn man seine Mac-gewöhnten Mitmenschen Dinge fragt und diese fassungslos den Kopf schütteln, sich wortlos umdrehen und gehen.
Wahrscheinlichkeit, dass der Satz „Nie mehr wieder“ fällt: Hooooooch! Schuster, bleib bei deinen Leisten.
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