12. Juli 2012 | Kultur

Sommerkino 2012: Kino unter Sternen

 
Bild oben: flickr.com/Yaisog Bonegnasher
„Kino unter Sternen“ vor der pompösen Karlskirche
mokant.at collage > fotos: flickr.com/dierk schaefer, flickr.com/Michael Schanbacher (cc), flickr.com/Rory Hyde (cc), sabrina freundlich
Gute Nacht, Frau Karl. Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut

mokant.at zieht weiter in die nächste Sommerkinoarena: zum Karlsplatz

 

Der Karlsplatz lockt im Rahmen des Projekts Kino unter Sternen seit Jahren mit spektakulärer Freiluftkulisse direkt vor der Karlskirche. Auf dem Platz zwischen Betonteich und Resselpark tummeln sich heimische Filmfreunde, Touristen, und zufällig Vorbeikommende. Die bereitgestellten Sitzgelegenheiten sind dem Ansturm wie immer schlecht gewachsen, aber dafür bietet sich endlich Gelegenheit, die stylische falt- und klettbare Picknickdecke zu entknittern.

 

Wer zu spät kommt, den bestraft das Sommerkino

Ungeübte sollten sich folgenden Ratschlag zu Herzen nehmen: Das Freiluftkino wartet auf niemanden. Um dieses Faktum wusste die Redakteurin zwar, jedoch ließ sich eine Verspätung nicht vermeiden. Sitzplatzresultat: dritte Reihe fußfrei, auf der falschen Seite der Leinwand. Erkenntnis: Kino kann auch als Hörbuch genossen werden. Pro: Rasenplatz inklusive Ausstreckmöglichkeit.

 

Slumfaktor 5

Genossen wurde an besagtem Abend (die Tonspur von) „Slumming“. Die österreichisch-schweizerische Produktion aus dem Jahr 2006 stammt vom Regisseur und Drehbuchautor Michael Glawogger. In den Straßen des winterlichen Wiens treffen wir den Poeten Franz Kallmann (Paulus Manker), der nach einem alkoholfeuchten Abend auf einer Bank (bereitgestellt durch die Stadt Wien) ausklinkt. Die beiden Urbansnobs Sebastian (August Diehl) und Alex (Michael Ostrowski) machen sich, wie so oft in ihrer Freizeit, einen derben Spaß mit den Leuten und verschleppen den schnarchenden Kallmann über die Grenze nach Tschechien. Der muss sich dann mühevoll zurück Richtung Wien kämpfen, während seine Lebensgefährtin Herta und die eingeweihte Pia langsam seine Spur aufnehmen. Tolle Mischung aus Wiener Humor und Dialekt, pechschwarz gefärbt und serviert.

 

Wer rechtzeitig erscheint und sich sicherheitshalber trotzdem mit Decke und eventuell Mückenspray bewaffnet, verbringt tolle Filmabende am Karlsplatz. Bei gratis Eintritt lässt sich schon mal auf den perfekten Sitzplatz und –komfort verzichten. Dafür gibt’s eine Wow-Kulisse und Qualitätskino.

 

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