26. Jänner 2012 | Kultur

Obszön oder ästhetisch?

 
Nobuyoshi Akari, aus der Serie PaINting, 2010, (c) Courtesy Galerie Bob van Orsouw
Die Fotografien werden zum Teil mit Farbklecksen verdeckt
Nobuyoshi Akari, aus der Serie PaINting, 2010, (c) Courtesy Galerie Bob van Orsouw
In Japan wurden diese Fotografien zensiert

Nackte Frauen - ein umstrittenes Motiv bei der Ausstellung „nAcKT. Newton & Araki

In Salzburg am Mönchsberg zeigt das Museum der Moderne über 100 Werke von Helmut Newton und Nobuyoshi Araki. Beides sind Künstler die auf unterschiedlichste Weise nackte oder leicht bekleidete Frauenkörper zeigen und in Szene setzen.
Umstritte Meinungen und heftige Kritik begleiten die Werke beider Künstler - und damit auch die Ausstellung. Die Werke von Araki und Newton können sowohl als lasziv aber auch als provokant interpretiert werden. Das moderne Ambiente des Salzburger Museums der Moderne stellt dabei einen zeitgenössischen, kühlen Rahmen für die Exponate mit erotischem Inhalt dar.

 

Vogue auf Besuch in Salzburg

Die Fotos von Helmut Newton (1920 - 2004), welche seit den 1970er Jahren zu den teuersten Mode- und Aktfotografen der Welt zählen und als  Dauerleihgabe im Museum der Moderne zu sehen sind, ermöglichen einen umfangreichen und beeindruckenden Einblick in das Schaffen des Künstlers, welcher über Jahre hinweg das französische Modemagazin Vogue prägte. Die Ausstellung zeigt Werke aus den bekannten Serien Big Nudes, Domestic Nudes und Cyberwomen, selten veröffentlichte Polaridfotografien, die Helmut Newton als Vorstudien dienten. Der immer wieder von Feministinnen kritisierte Fotograf inszenierte seine Models im Raum, der Umgebung, im Studio oder dem urbanen Gebiet. Die abgelichteten Frauen wirken dabei selbstbewusst, erotisch, herausfordernd und begehrenswert. Die Schreibweise des Titels dieser Ausstellung deutet darauf hin, dass es bei der Ausstellung nicht (nur) um einen sexuellen Blickwinkel geht. 

 

Japanisches Bondage als Fotomotiv
Neben umfangreichen Beständen zu Newton verfügt die Sammlung MAP über ein Konvolut an Arbeiten von Nobuyoshi Araki (geb. 1940), die spontane und reichlich intime Szenen aus dem japanischen Alltag des Künstlers vorstellen. 40 Arbeiten, die auf der Ausstellung zu sehen sind, sind aus seiner aktuellen Werkserie PaINting von 2010. Die mit traditioneller japanischen Bondage (Shiabri) gefesselten Frauen werden in teilweise erniedrigenden Positionen erotisch und sinnlich dargestellt. Manchmal wird mit ihnen auch ein kleiner Plastikdinosaurier abgelichtet der nicht immer gleich auffällt und zum Markenzeichen des Künstlers geworden ist. Vollendet werden seine schwarz-weiß Fotografien mit grellen, bunten Farbspritzern und Farbflecken, welche die ästhetisch positionierten Frauenkörper teilweise verdecken und die Bilder zugleich von anderen Arbeiten, die sich ebenfalls in dieser Richtung bewegen, hervorheben. Nobuyoshi Arakis Werke haben kontroverse Diskussionen ausgelöst und fielen in Japan der Zensur zum Opfer – ein Umstand, der sie international jedoch nur noch bekannter und unter Sammlern begehrter macht.

Die Ausstellung nAcKT. Newton & Araki“ kann noch bis zum 19.Februar besichtigt werden.


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