02. Juni 2011 | Kultur

Schöne Erinnerungen, ungewisse Zukunft

VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS

Das „Vienna Independent Shorts“

 

Ein etwas anderes Programm bot sich Kinobesuchern in diesem Jahr vom 26. Mai bis 1. Juni, denn das alljährliche Vienna Independent Shorts Filmfestival (VIS) ging in seine achte Runde. Es ist sowohl das bedeutendste als auch das größte Kurzfimfestival in Österreich, gegründet von mehreren, nicht zuletzt studentischen Initiativen, die sich 2004 zusammenschlossen, um gemeinsam das erste VIS zu veranstalten, um „unbekannten, aber hochtalentierten Menschen die Chance zu geben, ihre Werke einem breiten Publikum vorzustellen“.


Trotz steigender finanzieller Probleme – denn ausgerechnet der Hauptsponsor LG Electronics fiel plötzlich aus – konnte sich das VIS dieses Jahr noch auf den Beinen halten und bot an sieben Spieltagen ein vielseitiges, aus 300 Kurzfilmen bestehendes Programm. Viele der Filme erlebten dabei ihre Österreichpremiere, einige davon sogar ihre Uraufführung. So manchen bis dato noch namenlosen Künstlern hat das Vienna Independent Shorts bereits als Sprungbrett gedient. Doch wie es im Jahr 2012 weitergehen soll, ist noch ungewiss.

 

VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS

Über das Erwartete hinaus
Dass es beim Independent Shorts um mehr als nur „Kinoschauen“ geht, liegt auf der Hand, wenn man an die vielen Filmpreise denkt, die es in diesem Jahr zu gewinnen gab. Im internationalen Wettbewerb für Kurzspiel- und Kurzdokumentarfilme, mit dem Titel „Fiction and Documentary“, lockt eine Gewinnsumme von 4.000 Euro, gestiftet von der Stadt Wien. Der Gewinner wird von einer unabhängigen, internationalen Jury ausgewählt und erhält neben dem Preisgeld auch den begehrten Wiener Kurzfilmpreis. Im Vergleich zum letzten Jahr ist in dieser Kategorie eine Vedoppelung der Einreichungen zu beobachten, ganze 2000 Filme aus 90 Ländern, von denen es schlussendlich nur 29 in die Endrunde und somit auf die Leinwand schafften.

 

VIS VIENNA INDEPENDENT SHORTS

Ein Auftritt der visuellen Kunst
Im Rahmen des „Animation Avantgarde“ wurden, in Kooperation mit der Künstlergruppe ASIFA Austria, zum zweiten Mal teilweise sehr skurrile, internationale Animations- und Experimentalfilme präsentiert. Von Avantgarde, über Popkultur und Zeichentrick, bis hin zu 3D-Animationen ist hier alles zu finden. Der Hauptpreis ist in diesem Fall der von der ASIFA Austria gestiftete ASIFA Austria Award, der ebenfalls von einer unabhängigen, internationalen Jury verliehen wird. Außerdem winkten dem glücklichen Gewinner 2000 Euro Preisgeld. Neben den Hauptpreisen gibt es sowohl im internationalen als auch im österreichischen Wettbewerb weitere Jury- und Publikumspreise. Vor allem Letzteres ist nach den Vorstellungen ein beliebtes Thema unter den Besuchern. Bei jedem Kinobesuch erhielt der Gast einen Stimmzettel, den man nach der Vorstellung in eine Voting-Box werfen konnte, um seinem Lieblingskurzfilm selbst etwas unter die Arme zu greifen.

 

Obwohl es bei den Vorstellungen von Zeit zu Zeit zu Verspätungen und Wartezeiten zwischen den einzelnen Beiträgen kommt, behält die gesamte Veranstaltung einen gewissen studentischen Charme. Im Foyer des Metro Kinos, das früher einmal ein Theater war, kann man sich gesponsortes Gratispopcorn und Süßigkeiten gönnen, gewartet wird dabei auf den roten Samtstufen zur oberen Tribühne und überall wimmelt es von Studenten und Kunstinteressierten. Kein Wunder, dass das Vienna Independent Shorts auch dieses Jahr wieder definitiv eine Abwechslung zum gewohnten Kinoausflug darstellte.

 

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